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HARVARD LAW SCHOOL LIBRARY
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Schleswig - Holsteins Geschichte
in drei Büchern
von
Georg Waitz.
Erster Band: erstes Buch.
Verlag der Dieterichschen Buchhandlung. 1851.
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HERRN HOFRATH
lAGOB GRIMM.
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Si^ häbm^ wie aUem wo» reüht md eatm^lä^dbeh üfy
J den VerhäUmssen Schlesft>ig''HokMiM jedeneUy tn'wi$$en^
schafiHcAer Datierung nnd in öffeniRcher Verhandtmp,
Ihr gefoicküges Wart geliehen. Eine ArbeU Mer ^ke"
Üe^chichie dh» Landet darf $hhon' dmiiin nuf Ikr^ Theil-'
ncdme rechnen^ tmd Sie werden fireunMek gestatien, 'dde9\
ich ihren Ankue bennhe iwt Mch iffl^tlich' einen Ans^
(^ drt$ek der VankbarkeH' und AnhängHi^heit M gehen ^ mär
V denen ieh ^[hrimneH langer 1k^ f>erbmiden'bit^.
"X,^ Der Plan zu diesem Buche iei niehf erH' in dm ietsOen
^^ frühen thnaien gefimsi worden^ wenn mUfh^dgtWtMsch
ditrch $okhe BeschäfHgnng etwas kiehtei^ 4l6er sie kinWe^
getragen zn wei^den^ die Ausführung hesekteunigie, Ais'
ieh nach sechsjähriger Wärksmnlwii sn Kiel f>en' meinem
OebWtslande Abschied nt^ky ward mir' eon fkanchen
Seilten der Gedanke nahe gitegt, durdkdie Ansarbeiting
einer Schleswig ^Bob^einschenGe&ekiehte die Verinndnkg^
mU dm Lände aueh für die Zukunft sdi erhaüen. Bjituf
und thügüng haben tkidh während jener Zeit »u einer eib*
gehenden BescVäfAgwng mit Am Gegenetänd geßhrt
Wiederholi habe ich die Gksohiehte der ffer^ogtkmer, eitf^
weder nach altem Berkmnmen d^ ünhersHäi mit der des
Königreichs Dänemark verbunden ^ oder selbständig fär
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VI
sichy einmal auch besonders die t>on Schleswig y in aka- demischen Vorlesungen behandelt Die Fortselmng der Schleswig - Holstein - Lauenburgischen Urkundensammlungy die Herausgabe der Nordalbingischen Studien y die Theil- nähme an der Schrift über das Staats ^ und Erbrecht des Her%ogthums Schleswig y haben mir vielfach Gelegenheit gegeben y mich mit dem Einzelnen der Forschung vertraut zßmädum,. Es hom^e mir so wenig wie^ andern mK orkHiemlm Freunden entgehen, dass es an einer zugleich hMseben u^ das We^m der Dinge erfas^nden Bearbd^ t^mg dieser Geschichte fehle, und die zahlreichen kürzeren DutstfiihmgWy wal^ doßnals und später zunächU durch politische Bsüeksichten ^hervorgerufen wurden , konnten nur in^^ser Mshht besiärke^ Die Verdienste welche Chri^ s^m^ für seine \Z^it hflite .sollen ungeschmälert bleiben; dass er jetU ^eräliet, von^ tHen^ Seiten weit überholt iit, wird' üUemtmi in Abrede^, stellen.
; DafH^getk hm die Eimelfotsohung in neuerer Zeit Be^, deutendes geleimt: 'in Hoenigen deutsehen Ländern ist seU Imige ein so rnkMender ^ifet auf die Erforschung der. fMteifiändie^ef^GesMchie und Landeskunde gewandt wot-- devLv^^Auf^dem Qruhde.\den Fäiek und Dahbnann' legten, und^säek jener selbst $fdt unablässigem FJeiHe weOer am'- gebaut häi^ Sind ändere 'nach verscbüfdenen Seiten hin ihäü^ gew^tek:^ happenhet^ Michefsen Deedie Bimssen RtftfenKnss, in jüngstef^ Zei^ Aspefi^ Biemaitiki MÜUeß^haff SmkWfM^ ündamd^e* ßi^ äUere GesckitMe BolsieiMs hat b^BemMmg deriItkund^^^mdLübs(Aen Chroniken einei wesentlich anO^e Gestalt gewonnen, die Verhältnisse
S^ehlestcifS und die der. ninfer^ Z^t iti^erhuupt sind in
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den poHUschen Sirekgöhriften ton ter$tMedenen Seiten be^ kuektet iccrden. Es t>er$teht sieh däes ick mich eifrig bemühi habe jeden Zmoache an Quellen und jede ,wahr^ haft teksenschafttiche Vntemtcihung für diese Darsteihmg am»ubenten. Die dänischen Arbeiten sind, toje ich ptaube, ebenso Dollsiändig benuM me die deutschen. In dst M^ teren Geschichte Schleswigs und in der inneren GesMckie des ganzen Landes lassen beide noch am meisten xn wün^ sehen übrig.
Vielleicht wird mancher meine ÜnpariheUiehkeU in Zweifel Xfiehen bei einem Gegenstand der so f>ielfat^ dem Widerstreb der entgegengesehen Behauptungen eerfaBen ist Ich nehme keine andere in Anspruch als die welche sich mit vaterländischer Gesinnung auf der einen Sei^, mit wissenschaftlichem Ernst auf^ der andern verträgt Es ist der Beruf der Historie dass sie beiden genug thut; und jeder hat nach Kräften »u streben dass er diese Auf-- gäbe löse.
Am meisten hat es mir selbst Bedenken gemacht dass ich den Üblichen Nachweis der QueUen%eugmsse und Ein^ »elforschungen unter Uess. Ich halte aber dafür ^ dass, wenn man ihn geben will, die Darstellung hier durchaus vcilständig ihre Begründung und Vertheidigung finden muss; und dies hätte dem Plane dieser Arbeit nicht entsproeHpenj auch iAreit Umfang sehr erweitert Mit dniielnen Anfüh-^ rungen aber ist wenig geholfen. Der QueltenvöirraA isi auch auf diesem Gebiete niemals, so gross dass, wßr auf die Sache näher eingehen will, sich nicht leicht zurecht finden könnte; die Urkunden sind in neuster Zeit gesam^ melt oder per^icknet; was ich an ungedrucktem JSaferißl
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bemMe $oU später mr Veräffißtaiickuns komntmyMmt ebenso könnet toeU^e AusfiArunffen oder ktilisißhe UlUer'^ mßkm^^j die sich mf dem Weg^ dffrbQteüi vmn es näMgf seM sollte, naeMrf^glich mtg^tbeili fverdefi^ Wo ioif alkrdinffs dt^ nicht: ufemgeft Stellen, non der herge-- brachte DarsteUmg abgenoichen. (in., nehme ich das Vertraue in Anspruch: dtmi es nicht ohne Grund gC'r sohehen ist.y ,
Wenn das erste Buch die Vereinigung SchlesmgTMei-: sieinis dßti^ellf und.das u>ßs ihr vorangeht nur kürzer und üb^sichilkfh^behmde^^ so sott das.x/weite die Zeit der eaHen SeniSiä^ifik^t,\ eim Periode eoß ungefähr zwei^ hundefct Juhteni umf(Vfsem, dßs driUe wird £S zu thun b<U^en mit: d&n Kämpf evk Wßichs um diese Selbständigkeit und Unfxbhäit^keit in andere^ zu^vmlert Jahre» ge- fiihtt ^mden. sißd.
Für Jetzt, hat diem^y Kampf die u^lüchtichste fftei»* düng genommen, nicht durch die Schuld des ScUeswig'r Eolstei^^sehen. Volkes, sondern durch, di^, V^säum^^s und deH Zugang desmr Bülft ^erpflicktetßn DeutsdUmds. Die Blätter der GesiMchb^ %eiigeß, dass, es ähnkoh^ Zeiten gab und dffs^ siß mrü^gingen. Der Blick auf .sie und die bei aUm I^ me gesx^mde^/e Zmsrsicht auf die :^uhmft des deutßohen.Va^rlandes mög^m auch jetzt das^ YerirOßen. gebtin, dass-difise Qesiohichte nicht mit dem llili^.gwsge ScMemig^Hol^teim endfin u^erde.
^ 'GötHngen 2. April iSSi.
■ ' ■ '•• G. Waiiz.
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Inhalt.
Seite Einleitung. 3-36.
Schleswigs und Holsteins geographische Lage und deren Einflass auf die Geschichte und die Bevölkerung 3-5. Verschiedenheit der Bevölkerung und deren Bedeutung 5-t. 21, Ursprünglich mehrere deutsch-ger- manische Stämme: Jäten 7. Angeln 8. Friesen 9. Ditmar- schen 10. Sachsen 10. — Einflnss der Völkerwanderung : Auswanderungen besonders der Angelsachsen 11-13. — Einwanderung der Dänen und ihre Folgen 13-19 (ver- schiedene Bauart 16. Ortsnamen 16. 18}: Angeln 15. Schwansen und Dänisch Wohld 17. Nordfriesland 18. Land zwischen Schlei und Eider 19. — Einwanderung der Wenden :• Wagrien 20. 21. — Verschiedenheit der äl- testen Zustände 22. 23. ~ Aiisbreitung der fränkischen Herrsrchaft und Berührung mit den Dänen 23 ff. — : deut- sche Mark und Danewirk 24.25. Verbreitung des Ghristenthums von Hamburg aus 26 ff. Ane^ar 27. — Heinrich L und die Ottonen 28. 29. — Durchfuhrung des* Ghristenthums in Dänemark durch Rnud 30. Abtretung ' der deutschen Mark 31. — Die Wagrische Herr- " Schaft 32.33. — Beschränkung des deutschen Einflusses in Norden. 34. 35. — Gru ndlagen der späteren Entwicke- lung 35. 36.
Erstes Buch.
Schleswig-Holsteins Vereinignng.
Erstes CapiteL Holstein^ Aa$l)ilduiig. '•. 3d-127.
Die Landschaften des späteren Holstein 39 ff.: Wagrie» und die wendische Mark 39. Ditmarschen 40. 41. Die .
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Elbmarschen 41. Holstein und Stonnarn 42-44. — Grafen und Oyerbodea 43. Die Grafschaft der Billunger 42. 43. — Die Hamburger Erzbischöfe 44. Adalbert 44. Sein Sturz 45. — Uebergewicht der Wenden und Dfinen 45. 46. Heinrich König der Wenden 47 ff. Die Vicegrafschafl in Holstein und Stormairn an das Schauenburger Haus 48. 49. Adolfl. 49ff. — Heinrich f. Knud König der Wenden 50. 51. — Adolfl. f. Adolf II. 51 ff. — Knud ermor- det. Herstellung des Heidenthums in Wagrien 52. Vicelin 52ff. — K. Lothar 48 ff. f 53. Herzog Heinrichs und Graf Adolfs Entfernung 54. Graf Heinrich yon Bade- wide 54. — - Wagriens Eroberung 54. 55. Verbindung mit Holstein unter Adolf IL 55 und Golonisation (Niederlan- dische Golonien) 56 ff. Niederlassungen der Ritterschaft 56. 58. Propstei 58. Lübeck 59. - Vicelin f 59. Kirch- liche Einrichtungen 60. — Sitten der Holsten 61. Stellung der Ritterschaft 61-63. — Ditmarschen 63. — Herzog Heinrich der Löwe 64 ff. Neugründung Lübecks 65. 66. — Adolf IL f. Adolf HL 67 ff. — Heinrich des Löwen Sturz 68. 69. Einfluss auf das nordalbingische Land 69 ff. : Holstein 70. Ditmaischen 70. 71. Lübeck 71. Hamburg 72. — Steigen der dänischen Macht 72 ff« Kampf mit Adolf III. 75 ff. Holsteins Eroberung durch Knud und Waldemar 76ff.~ Adolf 111. nach Schauenburg f. 77.— Graf Albrecht Ton Orlamünde 78. — Abtretung der nord- albingischen und wendischen Lande durch Friedrich IL an Waldemar IL 79. — Herrschaft der Dänen auf der Ostsee 80 ff. Lirland und sein Verhaltniss zu Deutschen und Dänen 80.81.— Abneigung gegen die dänische Herr- schaft 81. Waldemar IL Gefangenschaft 82.— Adolf IV. 82 ff. — Bückgabe der dänischen Eroberungen 83. Sieg bei BornhöTed 84.85.— Gestaltung der Verhält- nisse im nordalbingischen Lande 86 ff.*' Lübeck 86-89. Hamburg 89-91. Verbindungen der SUdte 92. Ver^ bindungen derKaufleute, Hansen 92.— Pitmarschen 93-99. — Haseldorfer Wilster und Kremper March 99. 100.— Hamburger Erzbisthura und Gapitel 100.101. Lü- becker Bisthum 101. 102. Verdener Bisthum 102. — Holstein: Geisüiche Stifter 102-104. SUdte 105.106. Burgen und Vögte 107. Ritterschaft 107-110. Hofbeamte 108. Leistungen der Einwohner 110-112. (Grafenschatx
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XI
Seite 111). Zölle 113. Geleite 113. Münzrecht 113. Domäaen 114. Landeshenfidie Rechte 114. Lehnsabhangigkeit der Grafen 115. GanTersammloogen 115.116. Eini« gangen der Bitter 116. — Adolf IV. Abdankong 117. Johannl. und Gerhard I. llTff. Streit mit den Dänen Ua Bruch mit Lübeck 119.120.— Johann l.f 120. AdolfV. und Johannll. 121.— Landestheilun- gen 121 ff. Kieler und Segeberger Linie 123. — Gerhard L f. Gerhard II. Heinrich L Adolf: Plöner Rendsburger und Schauenburger Linie 123.— Einheit des Landes 124.125. Beleh- nung zur gesammten Hand 126.
Zweites Capitel Schleswigs Anfänge. 128-187.
Allgemeiner Charakter des Landes 128. Eintheilung in Sjssel und Harden 128. 129. -*- Befehlshaber an der Südgrenze zu Schleswig 129. Oluf, Björn?, Elif 130. Herzog Knud (Laward) 131 ff. — Anfang zur Selb- stSndigkeit des Landes 132. Deutscher Einfluss im Lande 134. — Knud ermordet 134. Kämpfe unter seinen Brüdern Erich und Harald 135.136.— Wäldern arL Herzog 136 ff. Knud Heinrichs Sohn Gegenherzog 137. Kampf mit den Nordfriesen 138. Streitigkeiten über den dänischen Thron unter deutscher Oberhoheit 138. 139. WaldemarL König 140.— Das Herzogthum als Hausbesitz der Nachkommen Knud Lawards 140. Chri- stoph Herzog? 140. WaldemarH. Herzog 141. — Bischof Walderaar 141. — Die Namen Herzogthum Jüüand, Herzog Ton Schleswig 142. Die Stellung des Landes zum Königreich 143. Stadt Schleswig und ihr Recht 144. 145. Das Jütsche Loy 145. Kriegsdienst 146. Gerichtarerfassung 146. 147. Widerstand gegen deutschen Einfluss 147. 148« — Bedeutung des Herzogthums 149. Umfang desselben 149. Stellung zu den Bisthümem ron Schleswig und Ripen 150. Geist- liche Stifter 150.151, Krongnt 151. Rechte des Her- zogs: Einkünfte 152. Aufgebot 153. Streit über die Rechte 153.-- Herzog Abel 143. 154 ff. Yerbindung mit den hobteinschen Grafen 154. Krieg mit König Erich von Dänemark 155. Nach Erichs Ermordung Abel König 156. Kampf mit den Friesen 157. 158. "- Ver-
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XII
Seite hältnisse Nordfrieslands 138*140. — Abel f «
158. Streit um das H^rzo^um: ob erbüobes Lehn' 161-163. fänwirkang der hokteinsehen Grafen 163. >- Die Insel Alsen 164.171.— Waldemarlll. 161.
165. t 166. Erich I. 166 ff. Sieg auf der Loheide
166. 167. Besitzungen der Holsten im Lande 168. — Erich 1. 1 169. W a 1 d e m ar IV. 170 ff. Nichthea ge- gen Dänemark 171.' 172. Waldemar als Vormund in Dänemark 173. Portgang des Streits über die herzog- lichen Befugnisse 174. Auseinandersetzung über die Stellung zum Königreich 175.176.-- Verhältnisse • . des Herzogthums: ein selbständiges erbliches Für- - st^nthum 176. Vorbehalte des Königs 177 ff. Erwerb , des Kronguts durch den Herzog 178. 179. Einkünfte desselben 179. Städte 180.181. Harden und ihre Vögte
181. Burgen und ifate Vorsteher 182; Räthe und Hof- beamte 182. Geistliche Güter 182. Adel (Hdermänner 179)183. Einwanderung deutscher Ritter 183.184. Die Inseln an der Ostseite 184. 185. Beziehungen zu Fries-* land 185.— Waldemar IV. f. Erich IL 186. Aner- kennung der selbständigen Stellung des Herzogthums 186.
Drittes Capitel. Der Weg zur Verbindung Schles- wigs und Holsteins. 188-260. Verbindung der Geschichte Holsteins und Schleswigs
188. Stelluiig der DeutseheU und Dänen zu einander
189. Versuche der Dänen zu neuer Erhebung unter Erich (Mented) 190. 191.— Verwirrung in Holstein: Kampf der Grafen mit den Rittern Lübeck und den Ditmarschen 191-193. Heinrich I. f 194. Adolf V. f 1 95. G ^ c h a r d U. (der Blinde) im Uebergewieht 194 ff. Ordnung der Besitzrerhältnisse 195. Die Anlange des Schauenburger Antheils an der Elbe 195.198.— Ger-^ ') hard IL :}-. Gerhard IV. und Johann Ili. 196. — Gerhard UL (der Grosse) 197 ff. Sagen über seine Anfänge- 1 98. — Untergang der K i e 1 e r Li n i e 1 99 fiL Johann U. f 201. — Thieiiang zwischen Gerhard lli. und Johann HL 201.204. Krieg mit Adolf tou Schauen-^ bürg und den Dilmarachen 201-204. Verbindung mit Dänemark 205.— Das Herzogthum unter Erich IL 205. Stellung zu Holstein 206. — Erich (Menred) f.'
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Christoph .König' 207; • -^ ^Dis. Jnsti F e Ü m er n .oml An^ fang ihrer Verbindung mit Holateia JOa 209. -^ Ger- hards Theilnahme am Lauenburger Erbstreit 209. Streit mit dem Lübecker Bischof 210.— Erich II. f. Wal- de mar'V. 210fr. Kampf um das Herzogthnm 211 ff. Christophs Fkielit ans dem Hekh 212. Wal« demar Kdoig, Gerhard Vormond 213. Constttutio Wal^ demariana 213*215. Verleihung des Herzogthnnu an Gerhard 215. 216. Verleihung Fehmerns an JohanjA 216. — Ai^ösung des dänis(^en Reiches 217. lieber-* gewicht der Deutschen am Norden, Erhebung der Osl-.. Seestädte* 217. 218. -^ Widerstand in Dänemark 218. Christophs Herstellung 219. Das Herzogthum wieder an Waldemar 220. fxspectanz für Gerhard 221».—;-: Neue Niederlage Christophs 22L Sein Tod 222. Ger* hard und Johann Herren über Dänemark 223. Hülf»^ mittel Gerhards 223. ^ Gerhards Vormundschaft im Herzogthum zu Ende 224. Verpfändung fast des .ganzen Landes an ihn 225. 226. •— Gerhard erschlagen 227.—.. Ausbreitung de« deutschen Elementes im Herzogthum, der Name Schleswig 22a 229.^ Heinrich IL (def . Eiserne) und C la u a 229 & Gerhard V. f 229. -^ WaK demar Christophs Sohn Eönig 230. Verträge über Schleswig 230.231.-^ .Streit mit Läheck und Hamburg 231. 232. — Stellung des Herzogs Waldemar 232-234. Nordfriesland wieder won Dänemark unterworfen 234- 236.— Kampf der Holsten und Ditmarachen 236/-- König Waidemars Macht gehoben 237-239. — Graf Heinrich in der Fremde 239. 240. — Weitere Siege Waidemars 241-243. H. Waldemar nad sein Sohn Heinrich 243. — Johann IIL f. Adolf VIL 244.— Waldemars Angriff auf Gothland 244. 245. Kampf der Städte wider Dänemark 245 ff. Hansebund 245.246. Veriust deir Städte 246. Streit Adolf VH. mit Hamburg 247. Friedensschlüsse 248. 249. N^e Ver- bindung der 'deutsehen Städte undFäcsten g^gen Däne- mark 249-251. Sieg derselben und günstiger Frieden 252-254.256. Kaiser Kari IV. für die Dänen 254. Seinft Erklärung för Lübeck und die Fürsten 2S5. — L«ge Schleswigs 256 ff. Neue Zunahme des dänischen Einflusses 257. Unterdrückung der Friesen 256. Herzog
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XIV
Seite Heinrioh f 259. König Waldemar f 260. Die Eni* BcheiduDg über Sehlefwlg in Frage 260.
Viertes Capitel. Die Verbindung Schleswigs und Holsteins unter dem Schauenburger Hause. 261-347. Ausbreitung der Deutschen gegen Osten und Norden 261-263. Förderung derselben durch die Schauenbur- ger im Norden 263 ff. Einlluss der Ritterschaft 263« 264. 266. Stellung der Grafen zu den sächsischen Her- zogen 263. Hülfsmittel dersdben 264. 266. — Erwer- bung der Haseldorfer Marsch 267. — Entscheidung über Schleswig 268 ff. Streit über die dänische Krone 269. Verträge der Hülsten mit den Mecklen«* burgern 270. Einnahme Schleswigs 271. Unterwerfung der Friesen 272. Eroberung des nördlichen Schleswig 273. Oluf König von Dänemark unter Vormundschaft der Margarethe 270. ^73 ff. Heinrich IL f. Ger- hard VI. Albrecht und Heinrich III. 274. Verlei- hung des Herzogthums Schleswig an die Grafen Ton Holstein 274-27a -- Adolf VILf 278. Vertrag zu Kiel mit der Schauenburger Linie 279. 280. — Union der nordischen Reiche durch Margarethe 280.281.292. Weitere Verhandlungen über die SteBung der SchleS'* wigschen Herzoge 281. 282. — Qaus f 283, Ausein- andersetzung der Neffen 284 ff. Vertrag zu Bomhöred 285-287. Herzog Gerhards Verträge mit EUsabeth 28a Stellung des Schleswiger Bischofs 288. Unterwerfung Nordfrieslands 289. — Kampf mit den Ditmarschen 290 ff. Albrecht f* Gerhard erschlagen 291. Streit um die Vormundschaft Ton Gerhards Söhnen H e i n r i c h I V. Adolf VIII. Gerhard 293ff Bischof Heinrich 294ff. — Die dänische Macht im Steigen 293. NeuerKampf um Schleswig 294 ff. Einfluss Margarethena und König Erichs im Lande 295-298. Ausbruch des Krieges 298. Margarethe f 302. Lehnsprocess über Schleswig durch König Erich: die Herzoge yerurtheilt 304. Abfall Erich Krummendieks und anderer Ritter 306. Kampf der Friesen und Ditmarschen 306. 307. WechseUÜlle des Kriegs 307 ff. — Innere Bewegungen in Lübeck 309-311.— Die Ostseestädte für Dänemark 311. Einnahme der Stadt Schleswig durch Erich 312.
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XV
Seite Die Hamburger für die Holstra 312. Nodi der Friesen 314. Verwüstung Fehmems 315. Verhandlungen 313. 316-3ia Lübeck gegen Dänemark 3ia 319. — Hein- rich III. f 319L — Vermittelnng H. Rumpolds 320. Neuer Bund der Städte mit Erich 320. Die Entecheidung des Streits an König Sigismnnd 321. Urtheil zu Gun- sten Erichs 322. 323. Gleichwohl Fortsetzung des Streits 324 ff. Eriiebung der Friesen für die Herzoge, Siche- rung ihres Landrechts 325. 326. Theikahme der Hanse- städte an dem Krieg gegen Dänemark 326 ff. — Hein- rich lY. Tor Flensburg erscUagen 329. Adolf VIII. 329. 330.— Angriffe der städtischen Flotte 330.331. Erichs ErschlaOung 332. Eroberung Flensburgs 334. Frie- densunteriiandlungen 332 ff. 335-337. Abschluss des Friedens 336-340. Schleswig an H. Adolf 340. 341. Erich seiner Kronen beraubt 340. 341. Belehnung Adolfs durch König Christoph 342.343. BesUtigung der Rechte an Schleswig durch den römischen König Al- brecht II. 342. Umfang des Herzogthums Schles- wig nach dem Frieden 343-345. Die Insel Fehmern 345. 346. Erich Krummendiek 346. Adolfs Dank für den Sieg 347.
Fünftes Capitel. Die staatsrechtliche Vereinigung Schleswigs und Holsteins. 348-414.
Lage des Landes nach dem Kriege 348 ff. Stödte 349. 350. Bauernstand 350-352. Ritterschaft 352. Ausbil- dung der Landstände 353 ff. Landesthing zu Ume- höTed 353. Landtag zu Bomhöved 354-358. Steuer- bewilliguDg 356. 357. Ausdehnung der Versammlung auf Schleswig 357. 358. Ausbildung desLandrathes für Schleswig und Holstein 358-362. Landgerichte 362. 363. Verwaltung des Landes 363. — Ausbreitung der deutschen Sprache in Schleswig 364. — • Beschränkung der friesischen Freiheit 365-367. — Herzog Adolfs Ver- suche gegen Ditmarschen 367. 368. — Umbildung der Verfassung Ditmarschens 368-371. Anerken- nung der Unabhängigkeit im Vertrag mit Adolf 372. — Adolfs Stellung zu Lübeck 373. König Christophs Ab- sichten gegen die norddeutsehen Städte 373. 374. — Gerhard und seine Kinder f 375. Adolf erblos 375.
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Aussicfatenifitir die Nachfolge 375 ff. Stellung xur Sehaaen^ burger Linie 375. Versoch dem Sehwestersobn Chri- stian die Nachfolge in Sehles^g zu Terflehaffen 376-380. Lage der Dinge in Hoktein 378. Das Ende 4et säch- sischen Lehnsgewalt 378-380. Das Reeht 4er Belt^hnting dem Bisehof Von Lübeck übertragen 380^382. -^ Be^ rufung Adolfs auf den danischen Thron 382-385. Ab-^ lehnung desselben 385. Wahl Christians Ton Oldenburg zum König Ton Dänemark 386 ff. Christians Bestfitigang der constitutio Waldemariana 386. 387. Unsacherheit über die Nachfolge in Schleswig und Holstein 388. 389. Adolfs Verhalten in der spätem Zeit 390. Adolf VlILf 391. — Gegenüberstehende Rechte und Ansprüche ^92* Einfluss der Stände 393. 394. Theilnahme der Lehns.^ herren-d94. 395. Versammlungen zu Neumönster und Rendsburg 395. 396« Zusammenkunft in Ripen 397. Wahl Christian L zum Herzog Ton Schleswig und Grafen Ton Holsteki 397 ff. Abfindung der Brüder 397. 398. Vertrag mit des Schaueoburg^n 400. — Urtheil der Zeitgenossen 401 ^ 403. — • Die Verfassung des Landes 403 ff.: Wahl des Landesherra 403^405. All^ gemeine Rechte 405. Untheilbarkeit 406. Nur Einge- bome Beamte 406.407. Gerichtsbarkeit 408. Landge^ richte und Landstäncie 408. 409. Rechte der Landsiände 409.410. Landrath 410-412.— Wichtigkeit für Schles- wig 413. Das yereinlgte ScUeswig'^-HoIstein 414.
Bemerkungen ttber einzelne Quellen;
Klosterurkunden 53. 104. Urkunden Ton Huitfeld mit- getheilt 169. Oeffentliche Urkunden überhaupt 273. 298. — Helmold und Arnold 104. Leben Knud La- wards 133. Chronik des hokteinschen Geistlichen 197. 298. Lübecker Chroniken 273. Hermann Körner 298.
Stammtafel der Könige von Dänemark und der älteren
Herzoge von Schleswig. Stammtafel der Grafen von Holstein und Herzoge von
Schleswig aus dem Schauenburger Hause.
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Gesclilchte
von
Schleswig-Holstein.
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Uie Herzogüitiiner Hoktein und Schleswig bSdeti iea sÜd-« liehen Theil der Halbinsel^ welche von dem Rficken DeiitsolH lands gegen den Norden ausläuft und die hüieä Meere welche seine Kfiste bespiäen von einaad^ scheidet Im Süden von dem Elbstrom in seinem unleren Lauf begreazl, wo dersefte fast hur als eine Fortsetzung oder ein- Busen des Meeres erscheint, sind sie auf drei Seiten mit der See in unmitt^arer Verbindung/ die im Osten mit tief ein- schneidenden Buchten das Land durchzieht^ im Westen aber zu einer reichen InsdbMdüiig geCohrt hat.
Diese Lage hat dem Lande von flrüh her eine besen** dere Bedeutung gegeben. Es ist der TheQ des deutsdien Gebietes welcher fast am meisten an dem Verkehr und deir Interessen des Meeres Anlheil gehabt hat. Nur die Mfln--^ düngen des Rheins und die benachbarten hoMftndischen Kfisten sind in dieser Beziehung zeitweise voran gewesen. Wenn diese zunächst die Aufforderung hatten die deuf-^ sehen Lande mit den firemden Welttheilen in Verbindung zu setzen, so fand dagegen der Verkehr des nördlichenf Europa auf jener Halbinsel seinen ftatttrüchen Mittelpunkt; man schiffte von hier nach den gegeftttberÜeg^ndeix Küsten der Nord- und der Ostsee; ihre Schitfe, ihre Producte begegneten sich iti den Stapelplätzen die hier errichtet wa^
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ren. Die Grösse Lübecks und Hamburgs ist nur der Hö- hepunkt einer Entwickelung die mit der ältesten Zeit der Geschichte ihren Anfang genommen hat.
Es sind auf diesen Wegen aber auch andere Resultate erzielt worden. Wie diese Lande in den Anfängen der neu-europäischen Geschichte der brittischen Insel ihre deut- sche Bevölkerung gaben ^ so sind später die fernen Ge- stade dar Oslsee^ Livland und Curland, zum grossen Thefl von hier aus colonisirt und in den Kreis des deutschen Lebens luäeiiigezogen worden.
Darüber ist kein Zweifel dass eine Erhebung Deutseh*- lands zxar See . wesentlich von dieses Landea iibhÄiigt. Seme grosale Handdssttdt liegt auf hoisteinfichem Gebiete i nur Iner finden sich Kriegshäfen ; nur hier ist eine Ver- bindung der beiden deutschen Meere ohne fremiten Ein* fluss mögUeh.
Noch immer finden der Osten und Westen Europas hier einen, Punkt der Berülurung; der Norden stehet zu- nächst aAf dieser Strasse mit dem Süden in. Verbindung, UQfl wenn der Wjnter die Häfen schliesst^ giebi es keine andere. Dies hat dem Uoide noithwendig auch eine, grosse historische Bedeutung geben müssen; es ist mehr als ^n- mal der Mittel^nkt allgemeiner politischer Verwitckelwigen gewesen. An den Kriegen des Nordens hat es fosl. jeder- zeit einen J)edeutenden Antbeil gehabt. Wie denn über- haupt Gebiete yon grösserer geschichtlicher Wichtigkeit sich am wenijgsteB einer abgeschlossenen und ruhigen Ent- wickelung zu erfrenen pflegen»
Was aber, vielleicht z^tweise die malend WnUfahrt gefährdete^ das weckte und stärkte die Kraft der Bevölke-
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rang. Wenn ein TheH auf den Anbau di^s theist firudrto- baren Landes eine lohnende Thätigkdit rerwuMÜe^ so gab eineni änderen Schiffahrt und Ifandkel eine Besehiftignng die den Blick erneuerte und oft zugleich reichen Ertrag gewährte. Zu der Regsamkeit und Tttchtigkeit ihres Cka* raktea^ trug es nur bei, dass m nie ganz gleichartig in den yersohiedenen Theilen des Laudiss wttr und dass histo-^ rische Verfaftltnisse im Lauf der Zeiten grössere Gegensätze zu Wege brachten,
Dass die ganze Halbinsel, weli^« der Geograph des zwei- ten Jahrhunderts Ptoledaaeus zuerst die kimbrisohe nennt, in älterer Zeit germanisdie Bevölkerung hatt^ ist nicht he-* stritten. Wenn ein^^e höher hinaufgehen und vorher Kd* ten oder andere Stämn^ als Bewohner des Landes nachwei** sen wollen, so fcanil dies dahingestellt bloiben. Es ist doch nur eme ktitne Vermttäittng, wemt ein groisfs^ Sprach- forscher in früher Urzeit ded Belt als Me Scheide von Kelten und Finnen auffähren wiH, Da die Alten von die- sen Gegiendoti Kunde erhielte, wusstan sie nur von Ger- manen zu erzählen; diejenigen welche genauer untwriph^ tet war^ bezeugen ausdrücklich, dass auch (tie Kimbern diesem Stämme, und nicht dem keltischen, ai^ehören, Sie unterscheiden aber nicht zwischen den beiden Haupt- theilen des germanischen Stammes, die wir als deitfsche^ und skandinavische oder nordische Germanen einander ^at- gegensteUen müssen, und deren Trennung ohne Zweifel in frühe Urzeit zurückgeht, bis in die Reiten vor der Ein- wanderung in die späteren Gebiete. Wie auch beide Theüe unter sich in Sprache Recht Götterglauben .und SiXte verwandt sind, doch tritt ei)en hier pid inAe^ gan-
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ütn geschiobdiehiBii ' Leben ein G^ensätz hervor, der un-* gleich bedeutender ist ab die Verschiedenheit der einzel- nen deutschen oder hordisdkeR Stämme unter einander, und der nicht blos ab das Resultat späterer historischcar Verb»ttnisse, als die Folge etWa der Ansiedelung auf ver- schiedenem Boden und unter verschiedenen klimatischen VerhMtnissen, betrachtet werden kann. Die Geschichte giebt Zeugniss , dass die deutschen und skandinavischen Germanen sich dieses Gegensatzes von je her bewusst wa- ren; dersdbe überwog fast immer die Gemeinsunkeit der Interessen welche aus Verwandtschaft und Nadibarschaft hervorgehen konnte; er wurde früh schon', und fast in aBen Jahrhunderten wieder/ zum offenen Kampf zwischen den Völkern oder ihren Herrschern.
Dieser Kampf ist zum grossen Theil auf dies^ Halb- insel, innerhalb des Gebiets' der bdden Herzogthümer, ge« führt worden; äure Geschichte fällt oft fast mit der Ge-' schichte desselben zusammen oder erhält doch durch ihn den bestimmten eigeiithümlichen Charakter. Man kann sa«« gen, dass die Bildung des Herzogthums Schleswig selbst hur als das Resultat dieses Kampfes zu betrachten ist. Dies giebt aber seiner Geschichte wieder eine allgemeinere Bedeutung. Der Entwickelung eines Landes von beschränk- tem Umfang, welche zunächst nur provinzielles Interesse zu haben scheint, wird hierdurch eih Charakter aufgedrückt der etwas universaihistorisches an sich trägt. Es sind mehr als einmal allgemeine europäische Fragen welche hier zur Entscheidung kommen.
Der Zusammenstoss der verschiedenen Nationalitäten dient vomemlich um der Bevölkerung jene grössere Kraft
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zu geben welche sie <^ bewährt hat; durch die Reibimgf entgegengesetzter Natorei» werden 4ie Anhgen geweckt^ der Sinn gehoben^ der Ghiärakter geMMet. Der Gewina der hieraus erwächst mnss höher angeschlagen werden als der Nachtheil, der aBerdings nbit sotehen nationalen Gegensätzen untrennbar yeriinnden ist Ifier hat auch der Hass und die FdAdsdiiA memab die milderen Seittsa im Wesen des Volks unterdrttdbt. Leichte Beweglichkmti wie sie andere Grenzvölker haben ^ ist den Niederdeut- schen fremd gebliebm; aber ein freier Bliok, geMige KraA^ mänidicfae Entschlossenheit, Sidherheit und Ausdauer sind ihnen immer eigen gewesen.
In der älteren Zeit wohnten ohne Zwmfel nur Dent- sehe in dem Gebiete der jetzigen Herzogthömer Sdileswig und HoliAein. Auch der nördliche Theil der Halbinsel scheint ihnen ganz angehört zu haben. W^em diese- An«* sieht von dänischen Gelehrten der neusten Zeit lebhaft be*^ stritten wird, so hat sie früher, als die politistlien Gegen- sätze ruhten, auch bei ihnen fast allgemeine Annahme ge- funden. Sie waren meistens nur geneigt, die nordischen Gothen und die Bewohner der Halbinsel welche Juten ge- nannt werden unter sich in nähere Verbindung zu setzen und beide dann auf die eine oder andere Weise als Stammverwandte der skandinavischen Dänen nachzuweisen. Neuere Forschimgen haben aber gezeigt, dass Gothen und Jfiten, welche die Angelsachsen beide Geatas nennen, nichts weiter als andere Deutsche mit eoiander gemein haben; dass aber die Völkerschaft welche in ältester Zeit den jütischen Namen führt aUerdings den Deutschen, nicht den Skandinaviern, zugezählt werden muss. Sie wohnte in
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dem nördlicheren Tbeä der HaUnnsel, wohl bis in die Grenzen des HerzogUiums Schleswig hinein. Es isl wahr- seheintich dass Taeitus sie &Is Ettdoses nennt Man schrieb später Eutüy Jutae und Jnddae.
Fast in keinem andern Theäa Dentscblands nennen die alten Geographen und Historiker so viele vercDhiedene Völkerschaften wie ans dm Gebiet der kimbrisehen BsSb^ inmh IHe Sneven welche. nach des Tacitös Bericht in dem Cultus der Nerthus verbunden waren müssen wenigstens zum grossem Tkeil hier gesucht werden. Noch zaUrei-* chere Namen führt, wahrscheinlich auf alte Handelsberichte gestützt, die Geographie des Ptdema^us auf. Diese: soli« len hier kenier nXhereh Untersuchung untontögen Verden. Wenn jener die Angeln, gewiss mit Reaht^ in diesen nörd*" liehen Gegenden nennt, so hat Ptolemaeils zij^rst den Na-« men der Sacdisen verzeichiiet, der anfangs von eing^schräidc-* ter Bedeutung, später wi allgemeinen Bezeichnung eines grossen deutschen Stammes wurde.
Der Ifame der Angeln hat sich an der Ost$aite des Herzogäiums Scbleciwig erhalten, wo das Land zwis^^ben der Schlei und dem .fletiälurger Hderbuf;en jetzt wid im Mittelalter Angeln betest. IMe. Wohnsitze des Volkes mö^ gen sich früher weiter ausgedehnt haben, südlich, w^t-* lieh, und nördlich, wo dakui die einzelne Abtheilungen oder verwandte Volhersobciften mit be^cwid^en Namen bezeichnet sein können. Angeta und Warnen werden in alten Quellen mehrmals zusammen genannt, und vielleicht smd auch diese hier sesshaft gewesen; Aber auch Angeln und Juten standen in nüherer Verbindung zu Lander; in einer etwas spütwen Aufzeichnung heis#i^ sie '«^ge-
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ttossene Brüder: die Juten seien aus dem edelti Blut der Angeln eatsprofisen und die Angeln aus ilurem Blut, und imm^ bildeten sie ein Volk und eth Geschleoht'. Nach Tacitus mässen beide den Suevischen Völkern sugerech* net werdoi; welche eben hier auch die nördUdi^ii Küsten Deutschlands berthrten.
Von diesen wesendich verschieden ist der bgäYMlsdie Stamm^ der sich längs der Nordsee bis an die Elbe und nördlich dieses Flusses erstreckte. Zu ihm gehören die Sachsen und Friesen; der erste Name wird später eben ab Bezdchnung für den ganzen Stamm gebraucht; meh- rere Jahrhunderte lang schhes^t er die Friesen mit ein, ja er scheint selbst vorzugimreilie yon diesen gebraucht zu werden, bis dann ^äter der Unterschied zwischen den Friesischen Bewohnern der Maeresküste und d^ eigeutli'- chen Sachsen wieder herveirtritt.
Auch die Westküste Schleswigs hat echt Friesische Be- völkerung. Sie wohnt auf einem schmalen Rand des fest^ Landes von der Widaue bis zur Hever, in der Landschaft fiä- derstedt, die ursprünglich als ein Gebiet verschiedener unter sich und von dem Fesö^nde durch schmale Meeresarme getrennter Inseln erscheint; und auf den Inschi die längs der Küste liegen, theilweise Ueberbleibsebi grösserer durch die Macht der Flathen zerstörter Gebiete. Diese Friesen sind von je her als kundige Seefahrer bekannt gewesen; ihr Leben ist ein steter Kampf mit dem Meer, das ihre Fluren, die fruchtbaren Marschen, die es selber gebildet hat, bei jeder Fluth überspült, gegen das sie dann all- mählig gelernt haben schützende Deiche zu bauen, doch ohne damit den Gefahren entgehen zu können welche ih-
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nen die Hoch- und Spriiigflatheii bereiten. Doppdt fe-* fahrdet sind die sogenannten Halligen, kleine Inseln ohne alle Bedeichung; hier, und vor Alters auch in andern Theäen, findet man nur auf hohen Warften einen Platz für Wohnungen und Ställe. — Man hat diese Friesen für spä- tere Einwanderer gehalten; doch weiss die Geschichte da- für kein Zeugniss zu geben, und viel wahrscheinlicher ist es dass sie hier seit alter Zeit angesessen waren. Fast um den ganzen Rand der Nordsee zog sich friesische od^ nah verwandte Bevölkerung hin.
Eine solche ist es welche weiter südlich das Land zwischen der Eider und Elbe inne hat, das später Dit- marschen genannt wurde. Es sind weder wahre Friesen noch Sachsen welche hier wohn^, sondern ein Volk, das beiden verwandt, zugleich eine kräftig ausgeprägte Eigen-* thümlichkeit lange Zeit hindurch bewahrt hat.
Erst östlich von ihnen, auf dem weniger fruchtbaren Rücken des Landes, wohnen die echten Sachsen, von der Elbe bis an die Eider, welche die Grenze gegen die al- ten Angeln bildete. In einem angelsächsischen Gedicht, des Sängers Weitfahrt, wird des Kampfes gedacht, den der anglische Held Oflfa gegen die Myrgingen — eine Abthei- lung oder ein mythischer Name emes Theils der Sachsen — bestand, bei Fifeldore, dasjbeisst an der Eider:
' einzig mit dem Schwerdte
Die Mark er markte gen die Myrgingien Bei Fifeldore; fürder es erhielten Angeln und Swäfen wie's Offa erfocht'. Der Gegensatz der beiden deutschen Völker, die hier be- nachbart wohnten, aber verschiedenen Stämmen angehör-*
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ten, tritt in der Ueberliefening von diesem in der Sage ge«* feierten Kampfe deutlich hervor.
War aber so bereits in der ftitesten Zeit, so weit es sich jetzt erkennen lässt, eine grosse Mannigfaltigkeit in den Bevölkerungsverhähniiföen des Landes herrschend, so ist dieselbe durch die späteren historischen Ereignisse Rv vermdirt worden.
Für die grossen Bewegungen der germanischen Völker, die man im allgemeinen mit dem Namen der Völkerwan«* derung bezeichnet, ist diese nördliche Halbinsel zum Theil ein Ausgangspunkt gewesen; und sie hat auch die Folgen derselben in umfassendem Maasse erfahren.
Wie früher die Kimbern aus diesen Gegenden ausge^ wandert sind und andere Völkerschaften die hier sess«- haft waren mit. sich zogen: so sind i^ätel" die südlichen Bewohner der Elbe, die suevischen Langobarden, die selber ihre Heimath jenseits des Flusses suchten, an die Donau und über die Alpen gegangen; ihre nördlichen Nachbarn aber nahmen den Weg über die See zu den Gestaden des westlichen Europa.
Man hat es in Abrede steilen wollen, dass die deut- schen Niederlassungen auf Brittannien, welche dieser Insel ihren g^manischen Charakter gaben, überiiaupt oder doch vorzugsweise von den Küsten der kimbrischen Halbinsel ausgegangen sind. Doch liegen darüber die unzweifel- haftesten Zeugnisse vor. Sachsen Angeln und Juten nennt der Geschichtschreiber des achten Jahrhunderts Beda als die Einwanderer; die letzten wenigstens können nirgends an« ders als hier gesucht werden; von dem Lande der Angeln sagt derselbe Gewährsmann, dass es seit jener Zeit wüste
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gelegen habe zwischen den Gebieten der Juten und Sach- sen. Nor die Sachsen reichen auch über diese Grenzen hinaus. Unter ihnen aber sind vornemlich Friesen zu ver- stehen, die in diesen Zeiten ttberall mit jenem aDgemei- nen Namen bezeichnet werden. Gerade als Bewohner der Küste mussten sie in höherem Maasse als die mehr binnenländischen Sachsen zu solchen Zügen über das Meer aufj^efordert sein; und die ganze spätere Geschichte be- zeugt die nahe Verwandtschaft der Auswanderer eben mit den zurückgebliebenen Friesen. Denn jene nahmen aus ihren alten Sitzen die religiösen Vorstellungen , ihre Sagen und Lieder, die Grundsätze des rechtlichen und politischen Leb^is mit in die neue Heimath huiüber; und wenn diese hier eine neue reiche Entwickelung fanden, so erinnerte doch auch später vieles an den Ausgangspiunkt des Vol- kes. Am unmittelbarsten aber erhielt sich in den Sagen und Liedern das Andenken an die frühere Heimath. Der Schauplatz jenes merkwürdigen Beovulfliedes ist fast ganz auf der deutschen Halbinsel zu suchen. Ein besonderes Lied besingt den Kampf zwischen Friesen und Dänen.
Es sind dies fast die einzigen Zeugnisse von grossen Völkerkämpfen, von wichtigen Umgestaltungen, welche auf der Halbinsel stattgefunden haben. Jeder Grieche kannte die Lieder von den Thaten der Vorfahren. Bei uns ist fast die Erinnerung an das Alterthum unseres Volkes ver- schwunden.
Die Züge der deutschen Völkerschaften über das Meer gegen den Westen und Süden haben sich durch mehrere Jahrhunderte fortgesetzt: wenn sie im 3ten und 4ten be- gannen, so waren sie selbst im 6ten wohl nicht ganz zu
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Ende. Sie waren auch nicht blos nach der briubchen Insel gerichtet. Auch die kletnereR nördlicher liegenden Inseln Sind von Sachsen besucht word^^ besonders aber werden Anüedelnngen derselben längader gaOisehen Küste erwähnt; Warnen und vielleicht auch Jttten und Angeln Hessen, sich an den RhdamiMung^ nieder.
Mit diesen Wanderungen stebt es ohne ZweiCd in WBh mittelbarem Zusammenhang, dass skandinavische DäUen sich auf der Halbinsel ausbreiteten. Es fehlt an bestimoH t^ Kunde dher die Anfluge ihrer Geschichte. Sie werden zuerst auf der dKandinavischen Halbinsel genannt, der go- thische Geschichtsdureiber de» sechsten Jahrhunderts Jorda-* nis sagt; sie hätten ctie Heruler aus ihren ^tzen v^trieben, vielleicht von jenen Inseln die später der Mifttelpuidit der dänischen Herschaft wurden; der Byzantiner Prokop nennt sie hinter den Warnen. Um dieselbe Zeit erseheini eine Schaar derselben an der friiikisch^ Küste. Ihr Führ» oder König, den die Fraisen Chocinhichus nennen, ei^ scheint im BeovuUidiede als Jute unter dem Namen Hyge^ lac, der jenem entspricht Dasselbe Gedidit untcHrscheidet bereits Nord« und Süddänen, von welchen die letztere auf der Halbinsel gesucht werden müssen.
Der grössere Thdi dieses Landes ist später in den Händen der Dänen. Dass das mit der Auswanderung der Deutschen in gieidier Weise zusammenhängt, wie die Ver** breitung der slavischen Völker über die einst deutsi^en Gebiete an der Weichsel Oder und Elbe, kann keinem Zweifel unterliegen, obsehott das Emzelne des Ereignisses sich beider Orten ^r Betrachtung fast ganz ^tzseht. Ob die später einziehenden Völker des Ostens und Netdens
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die Devtseheh drängten, oder ob das Fortzidien dieser jenen erst den Anlass zu we^rer Ausbreitupgr gab, muss nun dabin gestellt bleiben. In einer Bewegung die sieb durch Jahrhunderte fortsetzte griff auch wohl beides in einander.
Bei keiner Auswanderung eines Volkes , auch in älte- ster Zeit, werdra alle Angehörige desselben vollständig und ohne Ausnahme die alten Sitze verlassen; am wenig- sten kann es bei solchen Zügen über die See der Fäll sdn, die ganz allmählich weiter gehen. Reste der alten Bevölkerung mischten sich daher mit den einziehenden Dänen. Es scheint das in verschiedenem Maasse in den versclüedenen Theilen des Landes geschehen zu sein. Am wenigsten im Nordosten, wo die spätere Bevölkerung in Sprache und Sitte den Inseldänen am nädisten stand. Süd- westlieh vom LimQord, dem tiefen Meerbusen welcher Jüt- land fast ganz durchschneidet, zeigt sich in der Volks- sprache eine bedeutende Abweichung von dem strengen Dänisch; die eigehthümhche Passivbildung und Artikebtel- lung dieser Sprache haben hier niemals stattgefunden; son- dern in beiden Beziehungen ist der deutsche Gebrauch herr- schend geblieben. Auch der Wortvorrafh ist in mancher Beziehung ein anderer als der der biseldänen: Ausdrücke, die mit friesischen oder englischen Worten in Verbindung stehen haben sich hier nicht wenige erhtdten. Es ist das mehr der Fall, je weiter man nach dem Süden gelangt, besonders aber in der Heimath der alten Angebi.
Doch überwog das dänische Element. Es war stark genug, um die Reste der alten Juten und Angebi in der Hauptsache mit sich zu verschmelzen. Sie wurden den
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Dänen unterthan und verloren 3ire nationale Bigenthüm- Uchkeit. Manchem» ging von ihnen auf die Sieger über, in anderer Beziehung schlössen sie sich an die Verhält- nisse dieser an. Es fand eben eine Mischung der beiden immer doch verwandten Vdfter germanischen Stammes statte bei d^ das Deutsche aber für den Augenblick zu« rücktrat. Nur in den südlichen Theilen übte es einen starkem Einfluss. Auch blieben die alten Namen ^ Juten und Angeln. Wie es oft geschehen ist, wurden sie von den Landen, an denen sie hafteten, wieder auf die neue gemischte Bevölkerung übertragen. Man brauchte den er- sten Namen später nicht selten auch in allgemeiner Be- deutung; Judland oder Jüüand (Jutia) bezeichnete dann al- les was auf der Halbinsel dänisch war. Doch unterschei- de genauere Schriftsteller davon das Land der Angdn, das nun ausdrücklich auf jenes Gebiel zwischen dem flens** burger Meerbusai und der ScUd beijchränkt wird.
Es wäre sicherlich von grossem Interesse zu wissen, bis wie weit gegen den Süden eigentiich dänische Ansiede- lungen in jener älteren Zeit gekommen sind. Doch feh- len uns die Hülfsmittel um dies mit Sicherheit zu erken-* nen. Die Nam^fi und die Einrichtungen der alten Nieder- lassungen, der Dörfer und anderer Wohnplätze, pflegen über die Grenzen der Völker den sichersten Aufschluss zu geben. Bei den beiden Zweigen des grossen germani- schen Stammes sind aber die Art des Anbaus, die Feld- theilung und was damit in Zusammenhang steht nicht in der Art verschieden gewiesen, dass hier aus den spätem Zuständen bestimmte Schlüsse auf die ältesten Verhältnisse gemacht werden können. Grösser ist der Unterschied iÄ
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der Bauart der Häoaer. Die säohaische Einriclitolig^ welche Wohnung und Wirthschaftsräume unter einem Daoh ver* einigt; die grosse Diele mit dem Vieh auf beideu Seiten und der Einfahrt unter dem Qiebel nadh vorjie gegen die Strasse legt, auch keinen S^hernstein kennt. Unterscheidet sich bestimmt von der dänischen Bauart, welche regel- mässig mehrere Flügel um den Hofraum hat, den Ein«<- gang in die jffitte der nach der Strasse gewandten brei- ten Seite legt und Wohnungen und wirthachaftliche Räume streng von einander sondert. Doch herrscht in dem grossem Theile Frieslands eine ähnliche Sitte^ während Angeln bei ähnlicher Einrichtung des Hauses keine Flügel hat; so dass es sehr zweifdhaft bleibt, ob diese Gegenden ihre Bauart von den Dänen empfangen oder früher schon verschiedea von den Sachsen gehabt haben. Was aber die Ortsnamen betrifil, so ist auch hier beim ersten Anblick allerdings der dänische Charakter überwiegend. Doch zeigt die Ver**- gleichung mit dem Friesischen auf der einen, mit dem Eng- lischen auf der andern Seite, dass viele Endungen, die dem Dänischen nahe kommen und andern deutschen Dia*- lecten abgehen, der alten anglischen und jütischen Sprache eigen gewesen sein müssen. Die zahkeichen Worte auf -hüll, -trup oder -rup (unser -dorf) gehören in diese Reihe. Unter den häufiger wiederkehrenden Namen tra- gen nur die auf -bye bestimmt den dänischen Charakter an sich.
Es kann auffallen dass eben diese Namen im südlichen Theile des jetzigen Schleswigs, in Angeln und in einigen Strichen südlich der Schlei, sich fast am häufigsten finden. Doch ist zu bedenken, dass gerade jenes Land von Beda
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noch im ucMen Jahrhimd^rt ab Wüsiie gesdiilderi wkd und dass also hier besonders zu neuen Niedertesmigen der Dftneii Anlass» war. Ansierdem sind sie a«f deib un- fnichlbaren Rücken des Landes^ der erst spät zm& Anbau lock^ konnte, mit am weitesten gegen den Sfid^n gezo- gen, bis in die Ntite der Scktei
Zu den reichsten oiid wichtigsten TheScai des Hersog«* thnms Sditeswig gehören die beiden Landschaften an der Küste der Ostsee, zwischen der SeUc» und dem eckern- förder Busen^ die eine, die andere von hier bis an den kieler Hafen. Sie werden ndt dtaiseh» Namen Schwansen (Syansö) und Dänisch Wohld genannt Fast kein Theil des Landes hat jetzt weniger Spuren des dteischen Ele« mentecf anEsüwjBiseA als eben dieser; und dcwoch über- wiegen in Schwansen durchaus die däaisohea Numen und theilweise die aogeler Bmart. Es unterlag! aber kei* nem Zlweifei, dnas gerade Ats^ Landstotelk sehr spAt ia Anbau, gteommien wurde. Er war fnäher mit Wald er- fiöltt. Dieser, von den Deutsiehien Isamho; voq 4/tm MnpB Jernewäk (BisenwaU). genannt, zog sich .v<Mi der SdUei gegcsaii dieni.Südes, und war noch im elften Jahrhundert wemg gdiobtet. Es. ist auch einti ^UgBMtea Bemerkung^ düss dar fette und. schwere Boden • des. östUehen HügeK*- Idndes„ späten in Gullnr genonlm^ii wurde ate die leiidite^^ rea< sandigen Strodwn gegen dfte;Nittt> hin, welche ge^ ringl^w Arbeit i.\mi weiniger starkes GerMi erfordertet!. Jene ebinktii ihdnwittdn/DflrfiBi. werden.. erst äfus d<Nr BUt^ thezeil dbs däniaiten Beicto^ v^ikM «MSdieni Jabf loa d^ i^rsleA Erobe]milg;.stanmMtt;:ihjaien{.silid: bald. die. J^jsd^ltfen- deren.Ansieddungeü 4cs dMl^phen- Adels gefolgt Im L - 2
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Dämsoh Wohld ist die Bauart sächwcii Hnd avoh die Orts^ namen sind deutsch.
Vbrig&M haben die Dänen anch die vorgefandenen. Nah- men geändert Sliaswig war der alte Name einer grösseren Niederlassung an der Schleif auch SUasthorp genannt; von den Dänen wurde statt dessen Hethaby gesagt. Vedebye, sagt ein dänischer Historiker^ ist der dänische Name, dso jünger, und kommt ohne Zweifel von der Lage auf einer Heide'. Ähnliche Änderungen mögen anderswo vorgekmnmen sein; häufiger aber waren ohne Zweifel kleine Modifieationen des Ausdrucks, welche alte Bezeichnungen der nun vor- herrschenden Sprache anpassten; wie dasselbe dann später wieder in entgegengesetzter Richtung geschehen ist
Ganz anders aber als bei Jttten und Angeln, gestalteten sich die Verhäilnis$e bei den Friesen. Auch von ihnen ist ein bedeutender Theil ausgezogen ; die znrücUlieben sind im Lauf der Zeit ebenfalls dänischer Herrschaft unterthan geworden. Aber sie haben niemals ihre natkmale Eigen'- thümlickkeit verloren: Sprache Recht und selbst die po^ Utische Verfassung haben der fr^nden Binwirkohg ent« schieden widerständen. Von. einer wahren Misehung mit dänischer Befvöikerung kann bei ihnen nicht die Rede seim Bis an die Widaue nordwärfs erhielt sich dieser deutsche Stamm in unvernnsditer Reinheit; nur nördlich gegen die Bredaue'hih hat ervieMeht ein kltmeS' ^biet vertopeuv Seine politische' Selbständigkeit hat er Meht immer wahren Mhnett;* AberinnialioHaler Beziehung hat dieser TheÜ 6^l6BWig)» keinerlei Einwirkung der Dänen erfahren. i ' Ebenso wenig haben di^ Dänen östlieh von Eld^titedt 4n der Landschaft Stapelhoim und in den benabhbarteh
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Strichen zwischen Schiet und Bider festen Fuss gefasst. Das Land wurde manchmal ihrer Herrschaft zugerechnet; doch lag es in filterer Zeit meistens wüste zwisdien Dä- nen und Sachsen, die hier wohl schon In frühen Jahrhun^ derten ihre Schlachten schlugen, von denen jetzt spätere Sagen eine freilich getrübte Überlieferung geben. Die Sachsen selbst sind den Dfinen nirgends gewichen. Ihre Theilnahme an den Zügen gegen den Westen war viel- leicht minder bedeutend, und scheint auf ihre Verhältnisse Iner in der Heimath wenig Einfluss geübt zu haben.
Wenn auf diese Weise erhellt, dass die sue vischen Völkerschaften, Angeln und Juten, dem fremden Angriff und Einfluss auf der Halbinsel schwächeren Widerstand lei- steten, als die einem anderen Stamme angehörigen Frie- sen und Sachsen, so entspricht das nur dem was die Ge- schichte dieser Zeiten fast aller Orten zeigt. Gerade je- ner Theil des deutschen Volkes ist es, der nächst den Gothen am meisten aus den alten Verhältnissen weg in neue Bahnen gefährt wurde, und der auch hier mit ge- ringerer Kraft und Zähigkeit an dem eigenthümlichen ger- manischen Charakter festhielt. Doch haben die Angehi, mit den Friesen und Sachsen verbunden, auf der brittischen Insel eine Ausnahme zu machen gewusst. Die glückliche Bntwickelung des englischen Volks ruht zum grossen Thefl auf Anlägen die sie mit über das Meer brachten, die aber auch in der alten Reimath unter fremder Herrschaft und bei der Mischung -fremder Elemente nicht haben unter- drückt werden können. '
Wenn aber das Vordringen der Dänen ohne allen Ein- fluss auf das Gebiet des jetzigen Holstein geblieben ist,
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so hat dies dagegai von andrer Sdte h^ eine bedev^ tende Veränderung seiner Bevotkerungsverhällnisse erUt* ten: in dem östlidien Theile des Landes liessen sich Sla* ven oder Wenden nieder. Die Ausbreitung dieses grossen SMnunes im nördlichen Deutschland trägt, wie schon be- merkt wurde, einen ftbnlidien Charakter an sich wie da^ Vordringen der Dänen im Norden: die Wenden treten fast überall an die Stelle der weggezogenen gothischen oder suevischen Völker. Man kann die Vennuthnng aufstdUieii, dass auch im östlichen Holstein eine Völkerschaft wohnte welche in der Reihe der zu diesem Stamme gehOfigen Völker zwischen Langobarden und Angeln ihren natz hatte und dann den nachdrängenden. Slaven Raum machte.: gerade hier zwischen dem kieler Meerbusen und der BIbe können sehr wohl die Warnen heimisch gewesen sein. Dass dies Land altsächsisch war, dafür finden sich keine Belege^
Als im AnEuig dfs jQten JMurhnnderts Kw*l der Gro9$t den Unterwerfnngskrieg gegen diß Sachsen fOfavte, hat w §em Ver&hren durch grc^sartige Wegfithrungen der allen BevölkeruQg den Wi^ers^nd zu bre^n aiach hier ziir Anwj^d^ng gebracht.. IMm^. [m X 804),, he^üsst ^s, g9b er die transalbischep Gaue den .Abodr^eff. . Di^s dieso i^ soldi^ Weise eJAeA^sbreitmig ihres Gebietes goFannffR, ^n hiernach niciii bqzweifeH wer^. JD^sssiiaatiiernipht das. ganze. nordalbiifgis|che S^ch^entond'. ^pfingen ist.gß«- wiss genug, iind.dass, finf der andern Sicjte sie «4an^al$ auch nicht zuerst sich um die Südwejstepke : 4^f Qsiß^ hemm ersti:eektea,. d^rf npt^.einigei: Wahrscl^eMdicM^it' an-* genommen werden. Der .Theil der Abodritcin (Bodriz.^)
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4er cneli hier festsetzte fiiihrl den Namen der Wagri^ (Waigri^ Wagiri). DerseUie nimmt' unter den eiavischen Völkerschaften an dem wesffichen Thdie der Ostsee eine hervorragende Stellung ein; und auch hier ist der Boden des j^äteren Holstein der Schauj^tz bedeutender Ent^ wiokehingen geworden.
Es ist eine oft besprochene Frage, wie weit die slaVi^^ sd^ Herrschaft sich hier g^en <deii Westen und Norden erstreckt hat. OAmbar war eit zu Tehsohiedeaen Zeiteit yers^hieden. Karl Aer Grosse selbst' hat eine MMr- gegen sie geordnet, deren ösfflehe Clreiüe''lftngs der<ZwentiMi ait den Fidtier See, den Stöcksee, die DälvefuHi JwbmI wdtet an die Jübe gezögen wir. Aba* ateh das Gebiet der i^rk sdbst muss füir ursprttnglicb slayisdi bnge^henr wel*den.: dazu gehörte das Land rings um den> spiliereR kieler Blu-i sen, vicdleicht ndtdiidi bis an dieLevensau, di^ «achnialige Grenze Holsteins und ScUeswigs. Dass aber Slaven da»«- mals auch jenseits »derselben^ im Dänischen Wohld, sess^ haft waren, ist wenig wahrsdieuffieh.
Selten wird sich auf emem so engen Raum wie auf dem Gebiet der beiden Herzogthümer — es um&sst, mifc Einschluss der jetzt politisch abgetrennten Theile, zwischen 34Ö und 350 Quftdratmeilen — eine solche FMe verscMe- denarüger nationaler und historischer Entwipheluingen zei- gen. Hier begiensen sich drei grosse Völker, Deutsche Diaeti uhd Slaven. Meiere deutsche Stftmme, Sadisen; Friesetl,. beiden verwandt abear eigeaitfaüttUich ausgebiUeS die Dilmarschen, ausserdem Reste alter Mgeh», finden sich in wger Nachbarschaft bei einander. Dazu kommt die Misehimg der Dänen und DeiitsOhen, die grössto wird
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je weiter man gegen den Norden geht Wie das LsAd nach seiner Naturbescha&nheit in mehrere Theile zeiüÜÜ, so schHessen sich die Versciuedenheiten der Bevölkerung dem im ganzen an: das ösliiche Hügelland Holsteins war wagrisch^ das hohe llittelland sftchsisch, d^ fruchtbare Westen ditmarschisch. In Schleswig haben das l^ztere Gdbiet die Friesen inne; der Norden und die Mitte sind jtttisch-dänisch, die sttdKcherai Striche an der Ostsee ang^ Ssch-dänisch, und der Sirich zwischen Schlei und Eider zeigt wieder verschiedene Mischungen und Übergätige frie-^ sischer und sächsischer Bev^erung, .
Leben und Sitte dieser Völker boten seit iütesler Zeil nothwendig bedeutmde Gontraste dar. Selbst inneiiialb des Kreises der deutschen Völkerschaften war (fies der F(dl. Die zu den Sueven gerechnet werden, scheine früh Königsherrschaft gekannt zu haben, Häuptitnge aus alten angesehenen Geschlechtern standen an ihrer Spitze, wfth* rend Friesen und Sachsen der germanischen Volksverfas- sung mit gewählten Vorst^ern anhingen. Hier waren die einzdnen Gaugemeinden ohne HUhere politische Verbindung unter einander. Diese Sachsen und die Ditmarscben wur«* den früh schon als Nordalbinger den drei andern grosse sächsischen Stämmen gegenüber gestellt; doch standen sie, so viel erhdlt, weder unter sich noch mit den Stammge«- nossen jenseits der Elbe in näherer VevbincNing. — Die friesischen Zustände der älteren Zelt liegen völlig im Dun- keln. Die Insel Helgoland, die später zu diesen nordfriesi- schen Gegenden gerechnet wurde, isl früher auch in Zu- sammenhang mit den südwestlichen Friesen gewesen; bi^r soll ihr Herzog Ratbod sieh aufgehalten haben; hier
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war dw Heüigtlmm des Fosite^ das in hohem Aasehn bei «Ben Friea^n stand. Die Insel war von grösserem Um« fang als spdler, und näher «n sie hin eratreokte «efa das noch nicht von den Flulhen weggerissene Land des alten Strandes.
Die Dlinen auf der Halbinsel halten ebenfalls Königs«, herrsdiaft. Aber les waren kleinere Rekhey damals ..ohn<^ Znsannnenkang mit den Herrschaften, «if deh insete und der. nordischen Halbnsd^ Eine QueHe wnisS' däss mitun- ter xw^t.Köilige in Jälland waren^ der Stidbn- wd- Norden standen^ wieiesijsdieini, regelmässig hioht in. Verbmdnng: Dort wlip.wdd Hethaby, das 'angfisohe Sliaswic/ der* 8iti> das'rKUnigs, hart an der deotschen Grenze, ei» Hetz rem dem die Schiffe nach den TersdriieMiea Kübteh dei* Ostsei», inhren, and von dem aus man auch in kurzer Zeit die WesfktMe erreichte, wo die. wohlbekannte« Seestrassen nach Brittannienund den galUaehen Küsten aushrfen.
Im wendischen Lande hatte Stargard, oder wie die Deutschen schrieben Aldinborg (Oldmiburg), eine ähnliche Bedäutnng. Von da fiihr man nach dem benachbarten Jumne an der pommerschen Kttste; hier verkehrten später sächsische Kaufleute und tauschten die Wearen des Ostens ein. Es war daselbst ein wichtiges Heiligthnm der Slaven, bei drai hn Lauf der Zeit bedeutende Schätze angdiäuft wurden.
Als die Sachsen der Herrschaft Karl des Crossen un-- t^kgen, war das- andi ftlr diese Gebiete von bedeutenden FMgen. Die Grenzen des fränkischen Reichs wnrdeA nun an der Bider gestecht und frlnkisdie Gesetze und Bin- rifchtengen ebenso wie christliche Lehre und kirchliche
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Institutionen bis in diese fernsten Theile DeutsoUanris ge^ tragen. An die Stelle der süchsisclien Volksver&ssmg trat die Administration fränkischer Grafen. Sie hatten vornem*- lieh auch den Schutz des Landes gegen die feindlichen Dänen zu übernehmen; dazu wurde die Esseveldobarg an der Stör (im J. 809) gebau^ das spätere Itzehoe; jene Mark gegen Wagrien ¥nirde ge^dnet, nachdem die Slaven vorher dem Kaiser Hdlfe gegen ihre Nachbarn geboten hatten.
Der Dftnenkdnig seiner Seits erbaute damals zum Schutz seines Reiches von einer Bucht der Ostsee bis zii# Westsee längs der Nordsee der Eider emen Watt; anlp dnrch ein Thor sollten der Norden und. Sbdta in Verbin-^ düng stehen. Es erscheint dls alte Sitte der Angebi dnss sie solche Wälle anilArtaa, und es ist mögüdi dass auch hier schon aus ihrer Zeit solche Anlagen vorhanden wh** ren. Sie fanden sich aber schweiitch an der eigMIIieheu Eider, sondern wo die Halbinsel am scbmtisten ist von der Treene hinüber gegen die Schlei: Nur so weil sind dänische Einflüsse gedrungen: wiedierholt wird Schleswig eine Stadt ah der dänischen Grenze genannt. -Sie liegt^ sagt ein alter angelsächjHscher Reisender^ zwid^en Wen-^ den und Sachsen und Angebi und gehört drai Dänen'.
Das Land aber von der Eider Iris zu dem Wall des Königs Götrek diente den Deutschen als Yorhul für deil Schutz ihrer Herrschaft. Galt die Eider als die alte Grenze^ so eignete äcfa dieses Gebiet zur Slmnchlitng eiher Mark, wie sie damab und später von den deutsdien Königen zum Schutz des Reiches angelegt wurden. Sie wird um die Mitte des 9t6n JahrhUnd^s erwähnt. Hergestellt aber und bestimmter ausgebildet wurde sie unter König HehsH
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rieh I., der 4ie Grenzen DevtscUands bei Schlesw^ be* festigle und audi eine sächsische Colonie in diese Gegen^ den führte. Es geschah um dieselbe Zeit da auch von dünischer Seite an die SteUe der firüheren Anlagen das glärkere Danewirit trat, eine feste Verschanzung mit WaH und Graben, die Ton der Schlei südlich von ^hlei^wig her gegen den Südwesten Kef. Die Dänen legen seinen Bau der geeierten Thyra Danabod bei: es habe gedient^ sagt ein aber Gesehichtschreiber, 'als Dänemarks sioherster Schutz gegen die Wuth der Deslsdien'.
Eben damab, im lOten Mkrfaundert, ist das diihische Laad auf der ifaUringoI mit dem. inadreiche deir Letlnrakö^ nige vereinigt worden. Es ist die Zeit wo tfterall hn Norden grosse geschlossene Herrschaften entstanden, die mit den crttmmesmässigen Sondemngen der skiandinaviaehen Germanen zusamm^ifieleii. Eine s^^enhafte Überlieferung berichlet: weil der König Dan den Mten gegen die Deut- schen Hülfe geleistet, hätten sie sich ihm unterworfen; 'sie führten ihn zu dem Steine der Dan^rhyg gänamt wurde und setzten ihn auf den Stein und gaben ihm den Namen eiMäs Kdnlgs. Dann unterwarf er Fühnen und Schonen und nannte das ganze Land Dänemark'. Die erste Unterwerfung d&t Juten durch die Dänen und die spätere Vereinigung des dänischen Jütlands mit den Inseln zu ei^* ner Herrschaft sind in einander gemischt und liegen bade dieser DarsteUung an Grunde. Dem entirpricht es freilich nicht, wenn zingleich Kaiser Ludwig der Fromme Bis Herr der Deutschen und Gegnw der Dänen genannt wird. Doch geht aHerdings die Begründung deutschen EinSusses im südlieben Dänemark bi^ auf seine Zeit zurück.
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Immer sind die frünkiscke Herrschaft uad das Cbri-* stenthum Hand in Hand mit einander vorwärts gedrungen. Die fränkischen. Könige, namentlich seit sie in näh^e Ver- bindung mit Rom getreten und auf die Herstellung des kaiserlichen Namens im AbentUlande eingegangtin waren, erachteten es zugleich als Beruf und als Mittel für Be^ feiEtigung und Ausdehnung ihres Regiments, die heidni- schen Völker des Ostens und Nordens dem Christenthum au gewinnen. Nach der Eroberung des sächsischen Lan-^ des wurden bald IdrcUiGhe Einrichtungen über alle Theile desselben verbreitet: da kamen vom Süd^ der ^e die ersten Glaubensboten nach dem Thii^maresgau, wo Atre«^ banus erschlagen wurde. Später wurde zu Hammaburg eine Kirche gebaut, die der Bischof Amalarius weihte und deren Obhut dem Presbyter Heridag anvertraut wurde. Dies geschah in den späteren Jahren Karl des Grossen, der die Absicht hatte eben zu Hamburg eine erzbischöfliche Kirche zu errichten, die auch als Sttttepunkt flir die Verbreitung des Christenthums im Norden dienen könne. •
Den Plan des Vaters nahm der Sohn wieder auf. Das westliehe Holstein galt nun für christlich. Es gab eine zweite Kirche zu Münthorp (Meldorf) die für Ditmarschen bestnnmt war; es wird erzählt, dass der Bremer Bisehof Waierich hier öfter predigte. Zwischen seiner und der Verdener Diöcese war das Land getheilt. Um diese Zeit übernahmen zwei fränkische Geistliehe, Ebo von Rheims und Halitgarius von Cambray, den Auftrag, den Dänen das Christenthum zu verkünden, und der Kaiser Ludwig gab ihnen als Stützpunkt für ihre Unternehmungen den Ort Welanao, wo ohne Zweifel früher die Stätte eines wiehti»
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gm heidniscbeii Ciritos gewesen war und wo nun der Grund zu einer kirchlichen Stiftung (Münsleardorf) gelegt wurde. Die Wirissamkeit jener Männer ist dau freilich nicht tief gedraagen^ obgleich damals schon innere Zwie- tracht unter den Dänen auf der Halbinsel wenigstens ei- nen Theil derselben dem fränkischen Einfluss und daaait mcä dem Christenthum zugänglicher machte. Die Haupt- sadie war dass der Kdnig Harald sich in der Kirche des h. Albanus zu Mainz feierlich taufen Hess (im J. 886)1 Denn ak ^ von hier in sein Reich zurückkehren woOte^ erhielt er einen Begleiter, dessen Thäfig^eit für die kirch- tichen Verhältnisse dieses Landes von grosser Wichtigkeit geworden ist. Andiar, erst Mdnch in dem gallischen Klo- ster Corbie, dann in dem neugegrüadeten Corvey an der Weser, trat dem König an die Seite, um ihn dem Christen- thum zu erhalten und sein Volk dafüto* zu gewümen, und in einer langen Reihe von Jahren hat er einen Semen ausgestreut der wenigstens nicht ganz wieder zertreten werden konnte. Es gab dies zugleich den Anlass um auf d^ Plan eines eigenen Erzbisthums in Hamburg zurück- zukommen. Das nordelbische Land sollte demselben als Diöcese unmittdbar unterworfen sein, auss^dem aber seine Gewalt sich über den ganzen zu bekehrenden Norden er- strecke. Anskar wurde (im J. 831) zum Erzbisohof ge- weiht.
Als die Dänen ab^ Hamburg zerstörten (nn J. 845) und die Stadt als ebi unsicherer Aufenftalt d(^s getstficheil Hauptes ersi^en, wurde das Bisthum ft'emen dem Anskar tibertrageii, und nach einigen Verhandlungen auf das engste mit dem Hamburger Brad)isthum verbunden. Noch hatte
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dies aber keine Sufiragane im Norden. Aiiskar erreidite doch nicht mehr als den Bau von Kirdhen erst zu Schles- wig, dann zu Ripen, Es waren schwache Keime, doch ein Anfang war gemacht. Eben dies begründete auch wie«* der einen näheren Verkehr zwischen Dänen und Dentsdien. Kt den Sachsen hatten jene zusammen gehalten als sie für die alte Freiheil und den alten Glauben^ der dem noM«* sehen nahe verwandt war^ gegen die Franken stritten. Nun waren alle Deutschen chrbtlich und brachten das Chri*- stenthum' ihren Nachbarn zu; damit wurde d^ deutsdie Einfluss gegeft den Norden getragen.
Eben deshalb aber stelHe sich auch Am Volk tnil na-* tiohalem Eifer dem Chrislenthum entgegen. Es erscheint aU ein aufgedrungener fremder Zustand, den. man immer wieder abzustreifen bemüht ist. Die Durchführung des* selben giebt Anlass zu staricen inneren Krisen, and erst nadi längerer Zeit und wechselnden Ereignissen findet sie statt. Am Ausgang des 9ten Jahrhunderts ist das Hmden«^ thum entschieden im Übergewicht. Damals war die Mark an der Eider, selbst ein Theil des nordalbingischen Landes den Deutschen verloren.
Als dann König Heinrieh (im J. 934) jene Marik her^ stifte, soll auch ein däni^her Fürst das Christenthum an- genommen haben. Unt^ seinem Nachfolger Otto wurden die ersten Bischöfe auf dänischem Boden eingesetzt, Hored für Schleswig, Liofdag für Ripen; dazu kam ein dritter mit dem Sitze Aarhuus. Sie standen unter denk hamburger Erzbischof und erschienen mit ihm zuerst (im J. > 946) auf der Ingelheimer Synoden Einige Zeit i^äter (im J. 965) ettheilte ihnen der zum Kaiser erhobene dratsi^he König
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eine Freibeit fiir aUes ^wa& in der Mark oder im BeiA der Dänen ihren Kirchea eigenthümlieh gehörte': tin Aiutfluds jetter MnohlvoIIkoiiimenheU wdcha der denteche König und Kaii^er nach der Auffassung der Zeit insonderheit über die Völker und Staaten des Nordeus und Ostens zu üben, be^ rechtigt war^ und die er kein Bedienken trug, auch ohne ausdrückliche Anerkennung di»roh die einzelnen Gewalten, ^Kur. Geltung zu bringen so weit er könnte.
Es waren übrigens die ueuen Stiftungen offenbar mehr S{»rengel für missioniurische Thäligkeit als fiknnlich organi- sirte Bisthflmer. Nur ganz im allgemmen kann der Be^ reich dw eiozelnea Bischöfe gegen einander abgegrenzt sein. JNoeh oft mussten sie in Detttsehlani eine ZuAicht suchen. Bs waren meist deut^he Geistliche; doph nahm man, wenn man sie finden konnte, lieber nioch eingebome Männer.
D^bßi gingen diß Kämpfe zwischen den Aänw und Dautoch^a (ort. Unter Otto l fiel der Sachse Herniaiui, der mit der- Grcnzveirthaidigung' im, Norden beauftragt wsir und später berzogliohe Rechte in einem Theile Sachsen» erhielt ,_ in dänische G^aitgenschaft. Dagegen. erschienen auf dem lezteipi Hoftag d^s Kaisers Gesandte ies iimoh^ Köpigs, welche HHldigiong boten und. Geschenke, brachten^ die man ii^ Deut^cUafid als ciiiken sdbuldigen l!rib^t hf^ Xrwihtßie. V^fi al^ wdi Otto I. Tod , der KAnig Har^d ^Ue deutsche Mark: angriff^- dÄe ungelßgte Feste. enstürnAt^^di? deutschen Ansiedeier vertrieb, zog Otto II. förmlich geg^ ihn ^us; (im J. 974)» und. es Mm, nun z« Kämpfen die in 4opt^cl^9r. mad noi^disickQP Üb^liejE^rung. gefaieiet sind. Den {Itei^cli^p, ]^li0l^ der: Sieg. IMr KüjAg Htrfild wurdie zu
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einem Frieden genöthigt, in dem er die Oberhoheit des deutschen Kaisers anerkannte; er selber wandte mh dem Christenthum zu und wusste sich in dei späteren Jah^ ren sogar den Ruhm eines eifrigen Bekenners und Ver- breiters desselben zu erwerben. Ja als später die An- hänger des alten Glaubens unter dem eigenen Sohn des Harald gegen ihn auftrat^ und dieser dann in den foU genden Kämpfen seinen Tod fand; erschien er fast als ein Märtyrer für den wahren Glauben.
Noch einmal war zu jener Zeit das Christenthum im dä- nischen Lande ernstlich gefährdet, bis es endlich durch die Bekehrung von Huralds Sohne Svend und namenlMch durch dessen Sohn und Nachfolger Knud zur allgemeinen Aner<^ kennung und Herrschaft erhoben wurde. Damals aber war der angelsächsische Einfluss fast stärker ab der deutsche. Das angelsächsische Reich war den dänischen Königen un*- terthan geworden, und von hier aus besonders hielten Sitte und Lebensweise der christlich-abendländischen Völker und die weiteren Einrichtungen der Kirche selbst ihren Einzug in den Norden; Der Veikehr mit der Insel wurde zum TheB auch Ton der Westseite des jetzigen Schleswig aus geführt. Es kamen Baumeister und wie man glaubt auch Baumateria-^ Ken auf dem Seewege ins Land, um bereits steinerne Kir- chen an die Stelle der hölzernen zu setzen. Doch zogen Hin dieselbe Zeit wohl auch schon deutsche Handwerker und Kaufleutö nabh den dänischen Städten, besonders nlich Schleswig.
Der Kaiser Konrad H. stand mit dem König Knud in friedlichem Einvernehmen. Sein Sohn tleinrich wuMe mit Knuds Tochter Gunhilde verlobt. Schon vorher (im J. 1026
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waren beide Könige bei einem Zuge nach Italien zusam- mengekommen, und diese Gelegenh^ wurde von Knud benutzt, um die Abtretung der deutschen Mark an der Schlei zu erlangen. Es schien jetzt von den christlioh ge^ wordenen Dünen keine Gefahr zu drohen; die Mark hatte ihren nächsten Zweck erfüllt. Dem bSlüngschen Herzogs-«- hause in Sachsen, unter dem sie stand, war der fränkisdi^ König wenig gewogen; und so mochte er leicht in die Abtretung willigen. Doch war es immer eine Schmähte*- rung des deutschen Reichsgebiets, das eben durdh solche Marken im Osten die wichtigsten Erweiterungen erfahren hat. Für die dänischen Könige galt es den Erwerb eines fruchtbaren und reicb^i Landes, das nun zum grossen Theil in unmittelbares Krongut, Konungslef, verwandelt wurde. Auch unterschied man dieses 'Land zwischen Schlei und Eider' von dem benachbarte nördliche 6e« biete; es wurde nicht in die durchgehende Eintheflung nach Syssebi und Harden aufgenommen. Die deutscheln Einrichtungen hielten sich auch in mancher andern Be- ziehung: die Ektheihmg des Feldes nach Hufen, die Bauart und Einrichtung der Häuser und anderes ti'agen sächsisches Clepräge an i»ch. Ein Theil des Landes ist freilich erst jetzt und später in Anbau genommen; doch bat dies den deut- schen Charakter dieser' Gegenden nicht verändern kön^ nen. -^ In kircUicher Beziehung wurde die Mark ohne Zweifel jetzt zuerst unter das Stift Schleswig gelegt. Sie stand bisher wahrscheinlich unter dem Bisthum welches Otto I. zu Akienburf(Gldenbürg) errichtet hatte: H^lmolds Nachridil dass Schleswig selbst eine Zeitlang diesem zu«* gerechnet wurde erhält so ihre firklärmg. ...
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Während aber auf diese Weiise das dttnisohe Element auf der Halbinsel mir stäriLer zu werden schien, hat auch die Herrschaft der Wetaden im ösäidken Holstein. sich zu höherer Bedeutung erhoben. Unter Heinrich und. Otto I. waren die Wagrier und die übrigen shtTischen Stamme an der Ostsee der deutsehe» Herrschaft unterworfen; sienniss^ ten die YeriLündigung des Christentbms, die Einfuhrung kirchlicher Institutionen zugestehen: eben an der Stelle eines alten Heiligthums des Gottes Prove zu Stargiard caoitr- stand das neue Bisthum zu Oldenburg; die slaviscke Be- völkerung solke dem Bisdiof eine jäbrlidue Abgehe zah- len, von jedem Pfluge Landes ein Maas K<Nrn, zwölf Bündel Flachs, zwölf Stücke Geld. Ausaerdem waren demselben Besitzungen zu Buzu (Bosau) am.Plräier See angewiesen. Die Abneigung des Volks gegen den fremden GlaAben wurde aber gesteigert durch d&^ Qass gegen solche Zins; und Abgaben und Dienste welche die sächsischen Herzoge for«* derten machten den deutschen Binfluss nicht beliebter..
Als daher am Ewie von Otto II. .Regierung die meisten westslavischeii Stfimme sich gegen die säobaidche Herrschaft erheben, sind auch. die Wagrier nicht ruhig. gfdxKefeen. Unter ihrem Fürsten Histiwoii traten sie feindtich auf, ver-* beeile» die benachbarten deiirtS4Aen Gebiete, Aberfielen ii^ zerstörten Hambuirg (im J. 983). In der näcbaten Zeijt sind dA9 Oldettburger Bischöfe meist flüchtig in . d^r Fremdet. Ihr Werk ist damals, oder dqch ia. der .nächst folgendei^ Zeit, fest, gfisnz, wieder. vernichtefc wordeUf Die Kirphen wiurdea' zerstört, 4ie> Priester etsohkgen; in OMenbmig allein sollen 60 gefengen sein, die. man, die Hände auf dem Rücken gebunden, durch die slavischen Orte schleppte
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und dann ai>mahlig zu Tode marterte. .Ganz Nordabiqgien Terheerten die Slaven mit Feu^ und Schwerdt. Das Hei- denthum und die den Deutschen feindlichen Gewalten trium- phirten damals hier im Norden der Elbe.
Erst allmählig kehrten wieder friedlichere Verhältnisse zurück, nickt ohne Einfluss der neuen Ordnungen die in dem Dänenreiche sich befestigt hatten. Hamburg wurde von dem Erzbischof Unwan wieder hergestellt^ das dor* tige Domcapitel eingerichtet; der Erzbischof baute sich hier eine Burg, eine andere der sächsische Herzog. Als Misti- weis Enkel, Gotschalk, der in Lüneburg erzogen, dann dem Dänenkönig Knud nach England gefolgt war, mit dänischer Hülfe zur Herrschaft in Wagrien kam, erklärte er sich ent- schieden für das Ghristenthum. Eben er wurde der Grün* der eines bedeutenden Reichs, das sich auch über die be- nachbarten slavischen Gebiete an der Südseite der Ostsee erstreckte, und das mit den Interessen der Sittigung und chrbtlicher Bildung auf das engste verbunden war. 'Da- mals, sagt Adam von Bremen, waren die Lande voller Kur- chen und die Kirchen voller Geistlichen. Man schickte in alle Lande um Arbeiter zu dem Werke herbeizurufen. Gotschalk selbst war so eifrig, dass er seinen Landsleuten in slavischer Sprache die Predigt der deutschen Geistlichen verkündigte'.
Diese Wagrische Herrschaft hatte mne gewisse Selb- . ständigkeit; doch blieb sie im Zusammenhang mit dem deutschen Reich. Den sächsischen Herzogen war Got- schalk fest verbündet und genoss ihres Schutzes; in kirch- licher Be^dittiig schloss er sich dem hamburger Brz- bischof an.
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Wenn aber dieses Gebiet den benachbarten deutschen Landen nur enger verbunden ward, so schien dagegen das dänische Reich sich mehr und mehr von denselben ab- wenden zu wollen. Von einer Abhängigkeit wie sie frü- her bestand war in dieser Zeit nicht die Rede. Die dä- nischen Könige des Uten Jahrhunderts, Svend Estrithson und seine Söhne, welche die kirchlichen Einrichtungen ihres Reiches vollendeten, hatten das Verlangen, auch ein eige- nes ErzbijMhum für den Umfang desselben zn erhalten und so das Band zu lösen welches die dänische Kirche an Deutschland kntif^fte. Nur unter Bedingungen die ihnen in anderer Weise den Einflsss über den Norden sicherten haben die hamburger Erzbischöfe darin willigen wollen. Aber diese sind nicht erfüllt; ihr Widerstreben hat nichts geholfen; die rönasche Kirche bot bereitwillig die Hand zu einer unmittelbaren Verbindung mit dem Norden und zu ei- ner Besdiränkung d^ deutschen Einflusses: am Anfang des 12ten Jahrhunderts ist es wirklich dahin gekommen, dass Lund der Sitz eines dänischen Erzbisthums wurde. Nor- wegen und Schweden sind später dem Beispiel gefolgt. Das Erzbisthum welches an der Elbe begründet war um von hier aus alle Lande des Nordens mit kirchlicher Ge- walt zu umfassen und ah Deutschland zu knüpfen, hat sich jetzt auf die engen Grenzen seiner nächsten Umgebung zurückziehen müssen, freilich erst nachdem es seine Auf- gabe wesentlich erfüllt hatte.
Auch die Schleswiger Kirche erhielt jetzt im fernen Norden ihren geistlichen Oberen. Dieser Theil der Halb- insel soUte ebenfalls von Deutschtend abgetrennit, zu den echtdänischen Landen hingezogen werden.
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So haben Dich die YerhiltniMe in den firükeren Jahr- hunderten anf den Boden des jeiz^en Holrtein und ScUes^ tvig entwickelt: m gnuNler Haitnigfaltigfceil, unter bedeu- tenden Wechseln nationaler mid poUtisdier Zustände. Das deutsche Element ist anfangs vorherrschend gewesen/ hat dann aber anderen BeT61kerungen neben sich Raum geben müssen. Unter den glorreichen Herrschern Deutschlands aus sftchsischem Geschlecht hal es wieder das Überge- wicht gehabt. Seitim Uten Jahrhundert ein anderes mit- teldeutsches Haus auf den Thron gelangte , erlddet es in mancher Beziehung eine Einschränkung. Doch hat die Durchführung des Christenthums und die Ausbreitung der abendländischen Cultur in diesen Gegenden immer noch in der Verbindung mit Deutschland ihre Stütze zu suchen.
Es beginnt bereits die allmählige Auflösung der stär- keren politischen Einheit im deutschen Reiche. Die ein- zelnen Glieder und Theile, die Stämme und Landschaften, fangen an sich selbständig zu entwickeln. Wenn dies in viel^ Beziehung wieder zur Hinderung der deutschen Macht beiträgt, so zeigt sich doch dabei, welche Fülle von Leben und Kraß oft dem kleinsten Gliede einwohnt. Nicht am wenigsten aber ist das bei den deutschen Völkerschaf- ten nördlich der Elbe der Fall. Sie haben nur noch vor- übergehend die unmittelbare Einwirkung des Reichsober- hauptes erfahren ; meist sind sie sich selber überlassen ge- wesen. Aber es hat nur gedient um ihrer Entwickelung einen noch selbständigeren Charakter zu verleihen. Auf dem Grunde der gelegt worden war, hat sich hier ein reiches historisches Leben entfaltet, das sich bald wieder über die eigenen Grenzen hinaus erstreckte.
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Die deutsdieii Bewohner iidrdKch der Elbe haben sich nicht blos in dem fast nnablissigen Kampf mit den feind* liehen Nachbarn behauptet, sondern sie sind ihrer anch fast voOstindig Hot geworden. Eine bedentoide Wieder- ansbreitung des deutschen Elementes hat Her stattgdnn- den, und, b^ geringer Unterstützung aus dem übrigen Deutschland, zumebt mit den KrUflen die hier innerhalb enger Grenzen vorhanden waren. Die Ausbildung Hol- steins und seiner Städte, die Entstehung des Herzogthums Schleswig, dann die Vereinigung dieser Lande und ihre weitere gemeinsame Entwickelung änd eben hiervon das Resultat.
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Erstes Bachk
Scbleswig- Holsteins VereinigoDg.
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Erstes Capitel HolsteiDs Ausbildung«
Das Land welches später zu dem Herzogthum Holstein vereinigt wurde bestand in älterer Zdt aus mehrten un- ter sich getrennten und wesaithch verschiedenen Land- schaften/
Einen Theil bildete das Gebiet joier wendischen Wa- grier. Es zerfiel wieder in kleinere Districte oder Gaue, wie sie auch sonst unter den Slaven vorkommen. Olden- burg (Stargard) und Plön (Plune) waren die ältesten Orte. Zwischen dem slavisch gebliebenen Wagrien und dem säch- sischen Lande lag die Mark, welche von dem kieler Meer- busen bis an die Elbe sich erstreckte, östlich von der Zwentine, dem Plöner See, dem Stocksee und der Quelle der Bille begrenzt, westlich bis an die Quellen der Eid^ Stör und Alster reichend, ein schmaler Strich Landes, in dem aber spfkter zum Theil die wichtigsten Orte des Lan- des belegen waren: Kiel, Preetz, Bomhöved, Segeberg und OMesioe. Der Umfang ergiebt sieh wenn man die Grenzen des späteren Lübecker (froher Oldenburger) Bis- thums mit der östlichen Grenzlinie der Ibrk vergleicht, deren ganzes Gebiet offenbar dorthin geredinet wurde.
Der übrige Theil des jetzigen Holstein zerfiel in drei Gaue. Der älteste Bericht des Adam von Bremen sagt: 'es gab
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im Vcrikenchaftn uter dai sonhlbiiigischca Sachsea, die Tednangoi, die Hcricetae, die Stnnmii*. Nack all- germaaistker Weise encheiDt da* Gau kio* nodi ab das Gebiet einer besonderem YöIkasdMt, d.L eines sdbstin- digen Theiles innerhalb da* grosseren Einheit der Stanune. Heuere Forsdinng, gestfitzt nnichst auf die Dentnng dar Namen, hat in diesen Völkerschaften drei der ihesten nnd berühmtesten Völker Germaniens wiedolinden woQen, in den Dilmarschen die alten Teutonen, in den Stomarn die Kimbern, in den Höhten die diesen eng Yerbmidetten Gha- mden. Dann wire hier der Ausgangspunkt aBer dent- sdien GescUcbte.
Von jenen Völkerschaften haben die Ditmarschen im- mer den andern beiden ferner gestanden, mit nationaler Verschiedenheit und lange auch in politischer Sonderung. Die ftltesten Formen des Namens (Thiatmaresgaho, TUet- maresea, Tedmarsgoi) weisen auf die Ableitung tou einem Thietmar (Ditmar) als Vorsteher des Gaues hin, wie sich ähnliches wenigstens bei den Unterabtheilungen der Gaue, den Hundertschaften, audi anderswo in älta*er Zeit fin- det. Doch kann der Schein täuschen und ein andere* Ursprung des Namens begründet sein, dessen erste Hälfte namentlich an bedeutungsvolle Bezeichnungen aus dem germanischen Alterthum anklingt. Mit der Marsch, die ein Thefl des Volks bewohnt, hat er sicherlich nichts zu thun. — Das Grafenhans welches zu Stade seinen Sitz hatte scheint seine Gewalt schon früh über diesen Thefl des nordalbin* gischen Landes ausgedehnt zu haben. Doch ist das Nä- here nicht bdiannt. Im Uten Jahrhundert werdoi eigene Grafen genannt. Ob diese durch eine Theilung im stadi-*
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sehen Haus zu diesem Besitze kamen oder ob umgekehrt erst nach dem Aussterben dieser Linie eine Vereinigung mit der Grafschaft südlich der Elbe statt hatte, wird sich nicht mehr mit Sicherheit ermitteln lassen. Zwei Grafen, Dedo und Etheler, die Gemahle einer Ida, fanden hier einen gewaltsamen Tod; und als auch der Sohn der Ida aus früherer Ehe gestorben war, fiel das Erbe an den stadi- schen Grafen Udo, der zugleich Markgraf in der Nord- mark war. Unter seinen Nachfolgern ist Ditmarschen bis zum Aussterben des Hauses geblieben. Dass sich der Erzbischof von Bremen (im J. 1062) die Grafischaft des Udo vom Kaiser schenken liess, hatte zunächst nur die Folge dass der Graf zum Vasallen des Erzbischofs wurde, gab aber zugleich einen Anlass, um später weitere An- sprüche auf den Besitz derselben zu erheben. — Die äl- teste Kirche im Lande war Meldorf (Milinthorp), die Burg, welche wahrscheinlich dem Grafen zum Schutz und An- haltspunkt diente, die Bökelnburg (Bokeldeborg), auf einer Höhe der Geest, beim Flecken Burg. — Das Volk zeichnete sich aus durch trotzige Kraft; wenigstens wird fast nur berichtet, dass seine Grafen ein gewaltsames Ende fanden. Dass sich hier Einrichtungen und Rechtsverhältnisse in we- sentlichem Anschluss an die altgermanische Verfassung er- hielten, wird durch die späteren Zustände wahrscheinlich. Doch reicht keine bestimmte Überlieferung bis in die frü- heren Jahrhunderte des Mittelalters hinauf.
Die Eibmarschen von Wüster, Krempe und Haseldorf werden von dem eigentlichen Holstein und Stormam unter- sdiieden; erst später scheint es hat man sie diesen Land- schaften zugetheilt. Sie gewannen an Bedeutung, als man
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das Land gegen die Fluth, die sieh die Elbe hoch hinauf erstreckt, zu deichen lernte. Doch sind auch spät njoch ganze Dorfsdiaften weggeschwemmt worden.
D^r Gan der Holsten (Holsati, Holcetae) erstredete sich von der Ostseite Ditmarschens an, wo die Holstenau und Gie* selau die Grenze bildeten, nördlich bis an die Eider, ösdtch über die Stör hinaus bis nahe an die Quellen der Alster. Es ist der Haupttheil des Landes, schon nach alter Er* klärung von den Holze benannt mit dem es dicht bewach- sen war. Seine älteste Kirche war Schenefeld (Scane- felde), seine wichtigste Burg die Esseveldoburg oder Eses- felth (Itzehoe).
Den südlichen Theil des Landes dagegen um die Pinnau und Alster östlich bis zur Bille hatten die Stormarn (Stur- marii) inne. Sie werden die edleren genannt, und ihren Namen bezieht der älteste Geschichtschreiber auf die Stürme denen sie ausgesetzt waren. Selbst in die deutsche Hel- densage fand ihr Name Eingang, wo in der Gudrun Wate von Sturmlant oder Stürmen auftritt. Später erhielt sich eine Erinnerung dass Stormarn das angesehenere Land sei : hierauf bezog sieh zuerst der fürstliche Titel des regie- renden Hauses. Hamburg mit seiner erzbischöflichen Kirche und seinen Burgen des Erzbischofs und Herzogs lag in diesem Gau.
In politischer Beziehung sind die Lande der Holsten und Stormarn früh schon verbunden word^i. Die Graf- schaft hatte hier wie in dem südlich der Elbe gegenüber- liegenden Bardengau das billungsche Haus, das zugleich die wendische Mark und die Aufsicht über Wagrien und die benachbarten Landschaften unter sich hatte; und so
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lange die dänische Hark bei Deutschland war^ stand ohne Zweifel avch diese unter seiner Gewalt. Jene beiden Gaue waren als Cbrenzdistricte, wie das regelmässig zu gesche-* hen pflegte y mit der benachbarten Markvertheidigung in einer Hand verbunden. Ausserdem war das biHungsche Geschlecht im Besitz d^ herzoglichen Würde über Sachsen. Es ernannte dann Stellvertreter^ welche die gräflichen Rechte und Geschäfte in den nordalbingischen Landen ausübten. Diese Vicegrafen hatten ^ wie es scheint, ihren Sitz regel-« massig in Hamburg, von dem sie deshalb auch wohl be- nannt worden sind. Am Ausgang des Uten Jahrhunderts werden ein Graf Heinrich und sein Sohn Gotfried erwähnt. Ob sie blos Stormarn oder auch das eigentliche Holstein unter sich hatten, ist nicht ganz deutlich. Doch ist das letztere wahrscheinlich, da beide Landschaften nachher im-* mer vereinigt waren.
Dagegen gab es später für jeden Gau einen besonde- ren Overboden (praefectus) , dessen Stellung mit den alten Gerichtsversammlungen der Gaue zusammenhängen wird. Er war wohl der Stellvertreter des Grafen auf dem all- gemeinen Ding. Wo aber die alten Versammlungsstätten der beiden Gaue waren, ist bisher nicht hinlänglich er- mittelt worden. In Holstein werden allgemeine Zusam- menkünfte zuerst in Locstedt erwähnt, dann aber auch an andern Orten; für Stormarn fehlt es an allen näheren Angaben.
Die Unterabtheilungen der Gaue sind die alten Kirch- spiele. Diese kirdUichd Eintheilung schloss sich wahr- scheinlich an eine ältere politische an; später wird aber zwischen beiden nicht unterschieden.
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Spuren einer andern Eintheilung sind^ dass einmal vier Vorsteher des Landes (legati prorinciae] genannt werden, dass ein ander Mal das Aufgebot in acht Theile zerfiel.
Alle drei Gaue standen in kirchlicher Beziehung unter dem Hamburger Sprengel. Die Er^bischöfe hatten ein- zelne Besitzungen nördlich der Elbe, Güter in Ditmarschen, dann einen Theil der Stadt Hamburg und in seiner Nähe den Sülberg. Als sie im Uten Jahrhundert, zunächst wegen der kirchlichen Verhältnisse, diesen Landen wie- der eine grössere Aufmerksamkeit zuwandten, haben sie auf jenem Berge erst eine Propstei, dann eine Burg erbauen lassen. Man schrieb es der Eifersucht des Herzogs zu, dass das umwohnende Volk, erbittert über die Räubereien welche die Besatzung sich erlaubte, die Burg zerstörte. Der Herzog liess um dieselbe Zeit die sogenannte Neue Burg an der Alster bei Hamburg befestigen, um von hier- aus den Erzbischof beobachten und4hm das Gegengewicht halten zu können. Daselbst hatte dann auch der Vicegraf seinen Sitz.
Es waren die Zeiten des Erzbischofs Adalbert, der mit kühnem und stolzem Sinn die Angelegenheiten Deutsch- lands unter dem schwachen Heinrich IV. zu leiten versuchte und zugleich die nordischen und slavischen Verhältnisse mit umfassendem Geiste in das Bereich seiner Thätigkeit zog. An Gotschalks Bestrebungen in Wagrien, an der völligen Durchführung kirchlicher Einrichtungen durch Svend Estrithson in Dänemark nahm er lebhaften Antheil. Wenn er diesem die Gründung eines eigenen Erzbisthums für sein Reich zugestand, so sollte ihn die Würde eines Patriarchen über den Norden entschädigen. Ausserdem
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gedachte er die Zahl der ihm unterworfenen Bisthümer in den deutschen und slavischen Landen bis auf zwölf zu bringen, damit sein Erzbisthum auch so den canonischen Vorschriften entspreche. Nördlich der Elbe woUte er auf slavischem Boden dem Oldenburger Bisthum ein zweites in Ratzeburg hinzufügen , zwei andere aber in Heiligen- stedten und Pahlen an der Eider errichten. Der Plan sank hin wie andere Entwürfe des hochgreifenden Mannes, als die Versammlung der deutschen Fürsten ihm seine Stel- lung beim Kaiser entzog und unmittelbar darauf auch die Herrschaft seines Schützlings Gotschalk von heidnischen Gegnern gestürzt wurde (im J. 1066).
Eine neue gewaltsame Erschütterung aller Verhältnisse im nordalbingischen Lande trat ein. Nicht blos dass das Heidenthum in Wagrien überall hergestellt, die Geistlichen vertrieben oder getödtet, die Kirchen zerstört wurden: auch die benachbarten sächsischen Gegenden haben schwer gelitten. Hamburg wurde eingenommen und der Verwüstung übergeben. Fast alle Stormarn, heisst es, wurden getödtei oder in die Gefangenschaft geschleppt. Auch Schleswig, der Sitz eines Bisthums, soll von den Slaven überfallen und völlig zerstört worden sein. Deutsche und Dänen stan- den damals als Bekenner des Christenthums gemeinsam den heidnischen Slaven gegenüber. Aber eine Zeitlang hatten diese das Übergewicht. Als Gotschalks Sohn mit 600 Männern aus dem Bardengau, die ihm der Herzog Ordulf zur Hülfe gegeben hatte, zu Plön belagert, zur Übergabe genöthigt und dann erschlagen worden war, sah sich das.nordalbingische Land in grösster Bedrängnisse die Hülfe der Ditmarschen Holsten und Stormarn war zur
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Umkebr bewogen, und jetzt musste die sächsische Be- völkerung dieser Gegenden sich die Schonung der Feinde mit Tribut erkaufen. Aber das Land verödete ^ es füllte sich mit Räubern; die Unsicherheit war so gross dass 600 Familien die Heimath verliessen und nach dem Harze zo- gen. Das oldenburger Bisthum ist 60 Jahre lang unbe- setzt geblieben.
Es ist nicht viel später dass emem dänischen Prinzen^ Björn, einem Sohne Svend Estrithsons, eine Unterwerfung von Ditmarschen und Holsten nachgCTühmt wird. Um diese Herrschaft zu sichern, heisst es, habe er eine Burg auf einer Eiderinsel gebaut, wie man annimmt an der SteBe wo später Rendsburg stand.
Es sind die Zeiten innerer Zwietradtt im däutschen Reiche da diese nördlichen Gegenden soldien Gefahren preisgegeben waren: wie unter den Söhnen Ludwig des Frommen, während der Minderjährigkeit Otto HL, so jetzt da die Könige aus dem fränkischen Hause mit den Für- sten, und vornemlich den sächsischen, stritten. Soll doch Heinrich lY. so weit gegangen sein, dass er dem dänisdben König das nordelbisehe Land und die Stader &«fsclnift an- bot für Hülfe welche dieser gegen die Sachse versprach, die aber am Ende das dänische \olk gegen £e aiben Nach- barn nicht leisten wollt«. Ähidiches ist auch in späteren Zeiten wiedergekehrt. Doch haben sich dann diese Lande meist auch mit eigenen Kräften wieder zu erheben gewusst.
Des Björn Herrschaft fand wenigstens mit semem T^de ein Ende. In Wagrien aber bahnte zunächst der dänische Einfluss eine Veränderung an. Heinrich, Gotschalks anderer Sohn, der in Dänemark Hülfe gefunden hatte, kam zuerst
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in einem Thefle Wagriens, dann nach Ermordung ies Geg- ners im ganzen Lande znr Herrschaft. Und er trat nnn alsbald in die Fassstapfen seines Vaters, erkannte die Ober- herrschaft des sächsischen Herzogs an, und erhielt dafür die Hülfe der nordalbingischen Sachsen, die ihm in der Schlacht bei Smilow gegen fdndUche östliche Stämme zur S^e standen. Es war das Ende des Uten Jahrhunderts wo dieser neue Umschwung erfolgte, der auch für Hol- stein und Stormam folgenreich ward.
Allerdings behidt das wagrische Reidi das Übergewicht in den Verhältnissen dieser Gebiete. Heinrich stand im höch- sten Ansehn; er wurde König genannt im ganzen Lande der Slaven und Nordalbinger. Diese mifösten ihm bei sei- nen Heerfahrten Hülfe leisten; fast erschien er auch als ihr Herr. Und doch wurde es nicht verhindert dass slayische Räuber noch einmri die StadI Hamburg überfielen. Als d^ Graf Crotfried, Henrichs Sohn, sie verfolgte, wurde er besiegt und selbst erschlagen (im J. 1110, Novemb. 2).
Heinrich bekannte sich zum Christenthum und er be- günstigte es, weil er mit Hülfe desselben die widerstre- benden Feinde zu unterwerfen gedachte. Doch trat er bAut(^m auf: er wusste auch dass die Herrschaft seines Vaters besond^s aus Hass gegen den neuen Glauben ge- stürmt worden war. Nur zu Lübeck (Lubice) war eine Kirche. Hier am Zusammenfluss der Schwartau und Trave hielt Heinrich Hof, während sein Gegner Krnko nicht weit davon, am Zusammenfluss der Trave und Wakenitz, an einem Ort B«€U genannt^ seinen Sitz gehabt hatte. Schon damals, scheint es, war dort ein lebhafter Handdsverkehr^ der unter dem Schutz des Fürsten zunahm.
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So bedMte&d es akcr a«d scn ■•cüc, im$ Uer der Versuch gemM^t wvd der dtvischeB BeTölkcnBg durch eioen FOrslea av ihrer eigcaeB IGlte, aid ht m An- scUvss u die besachberte deutsche BerrsiAaft, die EteneBte der Sütiguig wmt weilocr AvshiMvif nntragea: so nnss es doch fiir Devtsddaads Estwkfcetauig ab gtastiger er- scheiseii^ dass lichl dies«* Gaof riagphaüf«, wJfm die deutsche Barschaft UMiittdbariwrGetoiiifyhnwAl wurde. Noch wareu die Deutscheu tou deu Kistaa der Ostsee, den iltesteu Staeu ihrer Torfihreii, ausfeschkssciL Nur Sla- veu und Dinen beiuhren sie nut ihren Schiüen, und wenn deutsche KauBeute an des Teritehr nut den ösdkhen Kn- Sien theOnahnen, so fddlen ihnen ioA die eigenen SdbMk und Häfen. Oft genug störten jene am* dur«k heftige Kimipfe und gegenseitige Raubzuge die SicherheH des Hau- dds. W^ gab es noch grosse Auigaben xu lösen.
Für die ganxe EntwickehBig des nordtIbiBgrrfhfn Lan- des ist es aber von d«r grösslen Wichügkeil geunurden, dass na<A des Cärafn Gotfried Tode die GrafisAaft der bei- den Gaue Hoktein und Slonnam eines Manne ibertragcn wurde, dessen Geschlecht sidi durch Thitigkeil, sigen Eifar, bdnrrlichai Sinn umd Thatfcraft, den lidurten NaM» in der Geschichte oworben haL
Horxog Lothar, der den ktilen Mlunger is Hosog- thua Sachsen gefolgt war vin J. 1106], gab die erledigte GraiM^aft des Adolf tou Schanenbvf .
Das Haus da* Schauenburger, nut dessen GeschM^« die YcAümisw Hfrisleins und s|Nlter Sddeswigs nuf TCfbunden sind, hatte seine Beätznngen an der Wc wo es das Sddoss Schauenburg baute, d» mA jetxl
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schöne Ruhie lim Thai bei Riiitdn bfldei Der Ur8|»*ung der Familie ist: nicht bekannt. Sie scheint von allem sttdl«- sischen Add herzustammen. Spdtoe ÜberiieCsnug ersäUte, dass sie. früher MerrHi von Santersleben waren und voii Komrad n. gräfliche Rechte in ihren Besüsnngen » der Weser eriangten; doch stehen dem sehr erhebliche . Be*- denken en^egen; von dner solchen Grafschaft wenigstens lässt sick nichts nachweisen. Was jetzt den Heraog Lo^ Ihar bewog; diesem Hanse die entfernte Vicegrafschaft ndrd«* lieh der Elbe zu übertragen, wird ebenso wenig gesagt. So verhältiiissmässig usbedetttend aber die Sadie damals erschmen mochte, so folgenreich ist sie im Lauf der Zei-^ ten geworden.
Adolf I. war g^ich eine Persönlichkeit, die sich in den verwickelten Verhältnissen, lUe er vorfand , wohl geltend zu madien-wttsste, die jedenfalls bedeutender hervortritt als es bei seinen Vorgängern der FaH gewesen war« An- fangs unterstützt er den wagrisehen Fürsten Heinrich bei dessen weiteren Kämpfen mit den dsdichen Slaven, die zum Thdl von den Dänen gegen ihn anfigeboten sein sollen, da diese in Feindschaift mit Heinridb und seiner Herrschaft ge- kommen waren. Doch wurde wieder ein friedliches Ver- hältniss angebahnt, als der dänische Prtez Knud eine her- zogliche SteUung im südliche Th^e der Halbinsel zugleich mit der Verpflichtung zum Schutz des Reiches gegen die ^ven empfing. In den letzten Tagen des Heinrich stan- den Wenden Dänen und Deutsche friedlich n^en einan- der: Knud und Heinrich vertraten beide dieselben Inter- essen der gesetzlichen Ordnung und Sittigung. Adolf blieb ihnen verbündet. zur Seite. I. 4
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Da bntcbte Heinrich« Tod eiheft neuen Wechsel der IXiige.(WBhi8cheinlidi IM J. 1124 oder 1185, Harz 22). Die Sühne. vMßbe er iiikiterliess wqMmi doA nicht zu behatapten. W8« der Voter gegründel hiAe. W&hrend sie imeittf nm -. die Herrschaft stritten, warfen die ösdiden «laVischen SIttmmerdie Abhängigkeit von sich in der sie üuletzt geslAndai hatten; und. bald fanden jene einen ge-^ waltsftmen Tod: der !eine Knud wurde in Lüit|enbürg -er-^ fltord^; den andern Zuentipnic ^nrachlug ein Holste, und auch sein Sohn wurde zu Erteneburg getödtet: So.sintea die INhchkommea des Gotfried rasch hmter raiiander in das GrAy und es eriosbh ein GesiMecht das den Versuch ge^ macht hatte, seinem Volke eine selbständige politische Ent^ Wickelung in den Bahnen d^ abeadäindischen Cultur zu Verschaffen. Dass dieser rereiteit wurde, bat über das Sdiicksal der Wenden in diesen Gegenden entschieden. Hinfort war niaht BekArung und Sittigung, sondern Austrei* bung und Vertilgung das Sohidcsal welches diesen westKchen Ausläufern deK; grossen slaviscflien Stammes bereitet wurde.
Zunäelat wurde vtw Lothar, d^r eben damals (im J. 1126) die deut»^ KftnigsWürde eriangte, die Herrsdiaft im Wendenlande mit ktaigüchem Titel iem dänischen ¥xm^ zw und HJ^£(^ z« Behleswig Knud übertragen, der auf diese Weise seine Maeit wesentlich ausdehnte, zugleidi aber^ der Vasall des deutschen Königs wurde. Es hat dies auf seine St^ung im südliehmi Thdie des Reiches Däne^ imA und auf sein V^hältUBs zum dänisdien König einen bedeutenden Ebfluss gehabt, wie spätiM* darfelegt werde» sofi; es i0l aber auch für die VerhlOtnisse des holstein-^ sehen Landes und seines Grafen yon Wicbti^eit gewesen.
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Die däiiisdie «ndivendisclie IbMdit -auf 4ler Hidinsel waren in «iner Hand vereinigt^ und wenn auch ihr Irfliiber den deulschen Kömg als Otorhenm anerkasate, so mnaste doch seine Gewak Aeok benacUbarten Gnifen als sehr.f e* föhrlich erscheinen. Wieder hol Knnd di6 flolsten auf für seiae Kriege gegen die feindlieben Wenden. Die beidM Fürsten waren aber gespanid. Kmid wollte ^inb Fesle iaiif dem Alberg anlcfgen, offenbar in dem Gebiet der alten sbn vificben Mark. Adolf ^ wahiischeinlieh weil er dieses M seiner Hmrsdiaft rechnete^ liess die Besalanng heidalich gefangen ndbmen; ,er fürchlete; hei«»t es, von Kund un*- terdräokt iu werden. Nicht lange daranf aber (im J. 1128; Novemb. 13) ist Graf Adotf gestorben.
Die Nachfolge in der Grafschaft wurde , wie in aUen Lehen^ ak arblioh angesd&en. Sie war dem altestett Söhne Härtung bestimmt gewesen, der aber kurz vorher (im J. 1126, Febr.) auf ekiem Zuge Lothars nach Böhmen ge* fallen war. So kam die Gri^haft an den jttngem Sohn Adolf (ü.), der frfibar d^m geistlieken Stand besfimmt wop<- den war und dedialb .eine gelahrte Bildung eiiialten hatte: der lateinisohe» und der slaviSchen.Spracie war er mäek- lig. Bei des Wters Tod ab^ niiss er. noch nindeijShrig gewesen sein^ d^m sdne Mutter hatte eine Zeitlang die Verwaltung der GrafsidMit; ihr wird naehg^ühmt, dass sie Haihburg mit Manervrerk gegen die Angriffe d«r F^eindo befestigen Hess. Später zeigte sieh Ad<df , ausgezeichnet durch peraikodiche Eigenscloflen^ Ids einen der bedeu«* tendsten in der Reihe, der SchaueM^urgischeU. Grafen; Wd die wichtigstea Begebenheiten sind eben in seine ZeSt gi^-* fWlen.
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Bisn ersten. Anlags gtb die Brmonluiig des Herzogs und Königs Knnd durch seioea Veiter den dänischen Kö* nigssohn Magnus. Es war das folgenreich für Dänemark, aber auch für das Wend^and und Holstein. Denn nun ward noch ein letztes Mal unter einheimischen dem Chri- stenthum feindlichen Fürsten^ in Wagrien und dem benach- barten Polabeiäande (Lauenburg) unter Pribisiaus, in dem östlidien Gebiet der Abodriten unter Niciot; das Heiden- thum und die alte Sitte wieder eingeführt. Mutige Opfer auch gefangener Christen wurden den Göttern dargebracht, und wie alle Restauration das Maass des Natürlichen und Hergebrachten überschreitet, so scheint auch hier der alte Cultus nur schroffer und grauidger hergestdlt zu sein als früher.
Dem gegenüber aber steht die Wirksamkeit eines Hänf- nes den dieser Theil Holsteins als seinen eigentiichen Chri- stenbekehrer yerehrt. Schon in den letzten Zeiten des Fürsten Heinrich war Vicelin, ein Geisdicher aus Hameln, der in Fadeiiiom und Bremen und später in französischen Schiden sekie geistliche Bfldung empfangen und sich dann der Verküniägttng des Christeiithums gewidmet hatte, ins Land gekommen, und ihm war damals die Lübecker Kirche, die ebizige in Heinrichs Reidi, td>ertr«gen. Nach dessen Tode aber zog Vicehn sich hier zurück und übernahm die SteBe emes Pfarrers zu Wipendorf im District Faldera, hart an der Grenze der alten slarisehen Mark. Auch in Holstein lagen nach den leteten VerwüsMingen kirchliche Ordnung und Sitte danieder. Vicelin aber gründete dort eine Congregation die den Namen des Noyu» mönasterium (Neumünster) empfing, und die sich dann der Predigt in
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den umliegenden Gebietoi und der Bekelirung des benaeh"* bfurten Wagiieifö widmete* Seine und seiner Begl^er stffie Thätigkelt ist das rechte Gegenbild zu den Stürmen wel- che fortwährend das Land bewegten; sie verleiht in Hei- molds ausfährlicher Sohädmrung d^ Geschichte dieser Jahre einen dgenthümliehen Reiz, der sich bei einer mehr alt« gememen Auffassung der Ereignisse nicht woU wiederge^ ben Idsst.
Der Kaiser Lotiiar, sein Vasall der Graf Adolf, und auch der Bremer Erzbischof ertheilten dem Viedin ihren Schutz und verliehen seinen Stiftungen wichtige Privilegien; besonders in den ffibmarschen ^tudt er bedeutende Be* Sitzungen, die ihm auch als Zuiucht in g^ährliiAen Zeiten gedient haben sollen. Nftehst den hamburger Uifcunden sind dies fastedie ältesten wdche sieh aus diesen Lande erhai^^ ten haben, jetzt wie die meisten Denkmäler desselben nach Kopenhagen gebracht und dadurch dem beimathKchen Bo- den entfremdet.
Zum Schutz Holsteins Hess Lothar den Alberg befesti- gen, auf dem sich die Burg Sigeberg (Segeberg) erhob, an deren Bau, wie es heisst, das ganze Volk der Nordalbin- ger und selbst die Fürsten der Slaven, diese aber unwil- lig und gezwungen, theilnehmen mussten. An detti Puss des Berges MOirde eine neue Kirche gebaut und von dem Kaiser mit Gütern ausgestattet. Er übergab sie und auch die Lübecker wieder dem Vicelin, welcher Priester fiir die einzelnen Orte ernannte.
Lothars Tod (un J. 1137) hatte die Folge dass auch dieses Land mehr hoch eis früher in di^ aBgemeiiien Ver- hältnislse und Kämpfe Deutschlands verwickelt wurde. Der
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feindliGiiie Gegensate der beiden Gesohlechler, der SUmier vad Wetfen, wdcher lalb Säiropa in seineii Wecbielfftllm. ^griff, hat auch hier bedeutend eingewirkt.
Der Schwiegersohn Lotbars, der Weife Heinrich (der Stolse) war auch mit dem sächsisdien Herzogthum belie^ hen wontei^ wo er auBserdem die Erbgillter mehrarer er- loschener Geschlechter, andi efaien Thefl wenigstens der biUungschen, an sich brachte. Bei der deutschen fi(nigs- wahl aber "ward er, der michfigste nilter den deutsdien Fürsten, Hbergmigen; und als dem Staufer Konrad die Krone übertragen war, gedachte diei^r den stolaen Gegner wei- ter zu demilAigen: das sächsische fierzoglkum ward ihm abgesprochen, da es wider <fie Ordnung des Beiehes sei, dass ein Herzog zwei Herzogthäm^ — die Weifen waren sdion vorher im Besitz von Baiem gewesen — inne hdbe. An Heinrichs Stdle wmrate der Harkgraf von der Nordmark^ Albrecht tder Bftr], auch dn Tochtersohn des letzten B9« lungers, zum Herzog emaimt. Mit Heinrich aber musste auch sein Vasall Graf Ad<rff ynAchm, und an seiner statt wurde Heinrich von Baidewide (Botwide) mit der Grafechaft in Holstein belehnt (im J. liaS).
Obscbon die Gewalt des neuen Grafen nur kurz in Holstein gedauert hat, ist sie doch für' das Land wichtig genug geworden. Denn als damals die Wagrier einen Ang^niT auf Segebwg machten, die Kiriche zerstörten und die Burg bdagerten, nnd gleidizeitig andere Feinde von der Insel Rügen aus Lübeck tf>erfi9len und die ehristlicheii Priester vertrieben, unternahm Graf Heinrich im Winter einen Zuf^y der entsohddeude Resultate hfrtte. Diesmal begnügte man sieb nicht die Slavenzu hesiegepa, zu un-
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terwei^fen; sie wm^a* ersdilagen, aus- dem L^nde sgetrie^ bea oder doi^ mr voUen Uiterthttiugkeit gebraciht Im nächsten Sommer seisäfbn die Aiblen den Kampf auf eigime Hand fori, froh aioh an den yerhufi^üten NacU)am rfichen zu können^ die, wie Helmoid äugt) von den Fürsten um des Tributes willen geschont wordm wtfeii: Die Hai^t^ feste Plön wurd^ ^««genomkneB und serlrtürt. Purdi. die Yorhergegangenai Ereignisse war w^ voil^efeitet w«$ jetzt geschah; doch ist es immer merkwOrdig.wie nun oMt einmal die.üxaft dieses Stammes gebrochen wurdoi
Die fachte dieser UntemelynAngen hat aber d^h Graf Adolf geerndtet. Da die Weifen in Sachsen das Übiarge- wicht ^hidteu; kehrte auch er hi- seine (kafsehaft zurttok^ die Heinrich ihm nicht mehr streitig maoheii fcoonie. Ab^ auch auf Wagrien erh<^ &r Anaprneb> ^ei^ar weü es von Holstein ausei:obert wprden wmr; ttd der junge Bcr« z&g Heinrich (der Löwe), der seinem Vater gefolgt und eben auch mit dem deulsdi^L,K5nig versöhnt war, Uets ^h willig finden dem Adolf Igegeberg uiid Wagrien im tber«* tragen; während Heinrich das Polabenland mit der Feste Ratzeburg als SntSiehädigung empfing (im J. 1143).
Graf Adolf hatte nun das ni^ue Land einzurichten und zu bevölkern. Ein grosser Theil der alten Elnwolmer., wahr umgekommen oder aus d^n Lande gewichet^ mi es filt dafür diesen fruchtbaren Gegenden neue Anbauer zuzu- führen, HolsteU; hasst es, {iessen sich in, den westUicbei; Strichen nieder, auf idem Zwentinefeid bei Bornhöved, zwir sehen dem Sut^eflnss, denpi.Jensebek.(^triniesau).und.dem Plöner See. und westUoh.jyon'SQgaberg.um dif^ Tray^*; Es sind dies Strich d|e durpbaui^ %um Gebiet^ dßft el\m §1^
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vifScheB Mark' gehören und wo maYi annehmen darf dass gdion früher säoKs&che Bevölkerung ansässig geworderi war, die jetet vielleichl hur vermehrt oder von dem Ge^ schichjschrei^a* hur bei dieser Gelegenheit aufgefthrt wor- den ist. Er gebraucht den alten Namen Marcomannen zur Bezeichnung dieser Markbewohner. Der stete Kriegsdienst zu dem rie durch die Lage ihrer Besitzungen und viel- leicht auch durch ausdröckliche Bedingung bei der Nie« derlassottg verpflichtet waren, begründete für sie die Ver- hältnisse eines rittertichen Lebens: der grössefe Theil der Mark erscheint später ab Besitzthum solcher ritterlicher FamiKen. Holstein und Slormairn waren aber zu schwach bevölkert, um auch Hf das eigentliche Wagrien eine Co- Ionisation zu liefern.
Seit Ifeigerer Zeit schon waren aus den westlichen nicai^ik DeutschllmAs Anbauer in diese und andere öst- liche Geg^den gezogen: sie sind im allgemeinen unter dem Nameii der Niederländischen Colonien bekannt. Sie finden lAch sei% dem Anfang des 12ten Jahrhunderts auf den Besitzungen der bremischen Kirche südlich der Elbe; nach Nordalbingien sind sie von Yicelin berufen worden, der durch sie die ihm übertragenen Ländereien in den Eibmarschen anbauen Hess. Hier wird ihnen besonders die bessere fiindeichung und Cultivirung der reichen Marsch«* gegenden verdankt; und ebenso hat ein Theil der frucht- baren Elbinseln durch sie Schutz gegen die Fluth und damit die Möglichkeit einer lohnenden Bewirthschaftung er- halten. Es sind zunächst überall marschige und bruchige Ländereien welche sie zilln Anbau übernehmen. Dort in Wagrien ab^r itft das l^ürfiiiss doch noch weiter ge-*
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gaagen. Es gab^ grössere Disiricte die einer neuen Be-^ ¥^erang bediiiften^ und mit den Hollindeni vereiniglea sich desshalb Cdonisten aug Friesland und WestCalen. Die leztern erhielt^ den Dargnngau noch in der Nähe von Se- geberg, Friesen wurden bei Süsel angesiedelt, wo spftter ein TheS derselben einen heMenmütfaigen Kampf bestand, Holländer wurden zunächst nach der Eutiner Gegend ver- setzt. Doch finden sie sich später aueh in andern Thei- len des Landes, zu Sibbersd<Mf bei Oldenburg imd in die- ser Stadt selbst.
Wie an andern Orten, so haben diese Ansiedeier auch hier eigenthümliche RechtsviBrhältnisse begründet, fte er- hielten ihr Land zu vollem Eigenthum, zahlten aber von jeder Hufe eine Abgabe, die hier unter dem Namen des Holländerschatzes bekannt ist. Sie waren nicht den ge- wöhnlichen Gerichten unterwoHen, sondern hatten eigene Gerichtsbarkeit; ein Verhältniss das zunächst unter dem Namen des Höllischen Rechtes verstanden wurde, und das sich unter ihnen hier und in den westliehen Malischen bis an das Ende des Mittelalter» erhalten hat. — Dage- gen gehört die Binführung der dgentbümlichen Hilchwirth- schaft, die sich an die Nameti der Holländer und HoMfr^ dereien knüpft, einer viel späteren Zeit an.
Offenbar ist aber doch nicht das ganze Wagrien da- nrals neu angebaut worden.' In den nördlichen Strichen von Oldenburg und Ltttfenburg Uieben Slaven sitzen als zinspflichtige Leute des Grafen. Sie hatten anfangs nodi * einen eigenen Fürsten, der aber bald beseitigt: zu sein scheint. Der Flöner District soH damals überall wüste ge-' blieben sein, bis Adolf später hier eine^ neue Stadt mit
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Marktreeht baute. Dies und anderes Land ist dann theils den Grafen zugefallen, welche damit später die geistücken Stiftungen y Lübeck Cismar Preetz, dotirten, oder MUglie- d^m der Ritterschaft grössere Besitzungen üb^liessen, theils ist es vielleicht jetzt schon unter die Bitter ansge-* theSt welche bei der Eroberung thätig gewesen waren. Es hängt jedenfalls mit diesen Verhältnissen zusammen, dass auch ein so grosser Theil des wagrischen Landes 2u Bittergtttem geworden ist: Adel und OeistUchkeii haben sich im Lauf der Zeit fast vollständig in diese Provinz getheilt und ihr dadurch wieder einea andern Charakter als den übrigen Landschaften gegeben. — Besonders durch die Geistlichkeit ist die Colonisation des Landes später fortgesetzt worden: so erhielt der reiche DisUict wel- cher dstlich vom kieler Meeitusen liegt und unter dem Namen der Fropstei bekanfit ist seine zahlrdche Bevölke- rung erst durch die Preetzer Pröpste im 13(en Jahrhun- dert. Man hat diesen schönen Menschenschlag, welcher sich durch besondere Tracht Sitte und andere Verhalt- nisse von den Nachbarn fortwährend unterscheidet, bald für einen Rest der alten Wenden erklären, bald dagegen Wenfalls von Holländischen Coiönisten ableiten woUen. Doch scheinen sie eher ans anderen Theilen Deutschlands h^beigezogen zu sein. Sie erhielten ^ichfalls dgenen Grundbesitz mit massigen AbgU>en an das Kloster, dabei freie Gemeindeverfassung, und haben sieh hier zu Wohin stand und Blüthe erhoben ; . während auf den Gütern der Rittersdiaft der Bauernstand später in grössere Abhängig- kdt, ja wahre Leibeigenschaft, und in Armuth gerathen ist, am meisten gerade da wo Reste iet stavischen Bevöl-
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kerung geblieben sind, die woU am ersten in diese ge-* drückte Lage versanken.
So kniffen sieh an jene Eroberung Wagriens mannig- fadie Veränderungen wichtiger Art. Graf :Adolf bautel ausserdem die Burg Segeberg wieder auf und machte sie zur Hauptfeste des Landes: hiar haben die Schauenburger später ihre Schätze und Privilegien aufbewahren lasdcai. Auch das alte Lifteck war zen^ört. Adolf aber baute an der SteUe wo Kruko seinen Sitz gehabt, an d^n Zusam- menflnss der Trava und Wakemt£, eine neue Skadt, die er jetst Lübeck nattMe, und die Udd empoitlühte und der Mitti^unkt des bedeutenden Handeis wurde.
Auch das Christenihum erhielt jetzt endlich eind sichere Stätte in iMesem Lande. In den neuen Lübeck ist öhiiä Zw«f(ä auch eine Kirche atfgericht^ werden. Ebenso gründete Yiciriin etwas etttferntiär von Segdrarg em Kloster zu Huger^thorp oder Cuzulma, das an die Stelle der firü^ hem Anlage trat Einige Jdate spätrar (im J. 1149) weihte ihn der Erzbiscbof Hartwich von Breaun zum Bischof und stellte damiä das Oldenburger Bisthum wieder her, da^ imn mehrere Menschenalter verödet gelegt hatte. Zq Bomhöved wurde eine IQrohe erbaut, und auch an «Heh- reren andern Orte. sollen jetzt kirchliehe Gründungen be<* gönnen sein« Der Bischof erhidl als Dotation Boistu am PU>ner See und spä&r das Verspreehßu von noch 300 Hu- fen Landes; Graf Adotf «g^tand ilKn ausserdem die Hälfte des Zdmten zu den er eben aus den wagriscduen Gegenm dea enyfing. Dort hait jener sich ^e Z^ang aofge>^ Mtou; dann kehrte er nach Wipenthoif iluruck, wo er seine Tage bescUoss (im J. UM, Deciwnb. l*i). — Vicelin
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hat hier im Lande 35 Jahre lang für die Ansbreitong und Befestigung des Christenthums gewirkt, er hat mehr als einmal einen bedeutenden Wedisel der Dinge gesehen. Da er zum Fürsten Heinrich kam, waren zuerst wieder schwache Anfange zur Christianisirung des Volkes ge- macht worden; jetzt dagegen war ein fester Grund ge- legt der nicht wieder erschüttert werden konnte. Die politischen Ereignisse haben darauf einen bedeutenden Einfluss geübt; allein die unablässige Thätigkeit des Vi- cdin und seiner Begleiter hat den Ausschlag gegeben: mit Recht wird er der Apostel des östlichen Holstein ge- nannt. — Das begonnene Werk setzte sein Nachfolger Ge- rold fort. Er erhielt Eutin und errichtete dort Stadt und Markt. In Oldenburg, wohin eine sächsische Colonie yer- pflanzt wurde, entstand ein ordentliche Krchenbau. Ebenso zu Lü^enburg und an andimi Orten. Das Stift zu Huge- resthorp wurde nach Segeberg selbst übertragen imd eine Zeitlang zum Domcapitel des Bischofs bestimmt. Auch diesem Theil des Landes war nun der entschieden christ- liche Charakter aufgedrückt, um dessen Durdiiuhrung so lange und heftig gekämpft worden ist.
Auf die Verhältnisse Holsteins selbst hat dies eine Rück- wirkung gehabt. In den unablässigen Kriegen war der Sinn des von Natur kräftigen und kriegerischen Volkes noch rauher und härter geworden. Raub und Diebstahl, sagt Hdmold, war bei ihnen an der Tagesordnung, ^er mehts zu rauften weiss, gilt für träge und unrühmlich. Dabei sind sie gastfrei. Stehlen und schenken rechnen sie sich zum Ruhme. Aber wie wilde Waldesel hätten fie der Zähmung dringend bedurft*. AUmäUig traten jetzt
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fidedichwe Verfailtnisse ein. — Ke neuen Ansiedeier waren aOerdi&gs den Holsten nicbt willkommen. Als der Abodrite Nidot (im J. 1148) einen feindlichen Angriff auf WflgriM machte und besonders die Niederlassungen der Westfalen Holländer und Friesen heimsuchte^ wurde dies den Holsten in der Mark zugeschrieben, die eifersüchtig auf jene blickten. — Gk*af Adolf hielt aber gute Aufsicht. Er schützte ^ie (kreuzen des Landes mit Sorgfelt, daheim übte er strenge Gerechtigkeit und befreite die Unterdrück« ten aus der Hand der Mächtigen. IGt der Geisdichkeit stand er in gutem Einvernehmen. Obschon er anfangs mit Vicelins Erhebung nicht ganz einverstanden war, Hess er sic^ doch später bewegen ihm jene Zugeständnisse zu machen. Die Widerspenstigen aber im Volke der Holsten WHsste er zu zügeln und zu bändigen. Es sei erreicht worden, rühmt der Zeitgenosse, dass diese anfingen die Wege des Friedens zu wandeln.
Doch blieb die holsteinsdio Ritterschaft alerdings in mächtiger Stellung. Gerade in der Mark hatte sie jetzt ihren Hauptsitz; Bornhöved war ein Mittelpunkt derselben. Hier, sagt Helmold, wohnte Marquard, der Älteste des Landes und der nächste nach dem Grafen, und die ganze Mannsdtaft des Landes. Marquards Geschlecht — man nennt es wohl nach seinem Vater Ammo — war in dem District Faldera angesessen gewesen, und hatte jetzt im Zwentinefeld bedeutende Besitzungen erworben; seine Mit* gMeder bekleideten die Wt^e des Overboden im Gerichte und ;des Bannerträgers im Kriege. Dem Grafen sollten sie untergeordnet sein; d»ch strebten sie off^bar nach einer unabhängigen SteHung, und schlössen sieh deshalb
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näher an den Lehnsbarrn des Grafen, den Herzog Hein- rich von Sachsen^ zu anderen Zeiten seihst an die feind- lichen Nachbarn dos^ Landes an. — Al$ Aitolf an den imiem Streitigkeiten . der dänisch^i Fürsten theilnahm und sich für den Knud erklärte, gelang es dem Gegner desselben Syend durch Hülfe eines Dibnarschen Etheler die bolstein- sche Ritterschaft für sich zu gewinnen, so dass Adolf das Land verlassen und die Vermittelung des Herzogs nachsu- chen musste. Erst auf seinen Befehl kehrte man zum Ge- horsam des Grafen zurück. — Ebenso weigerte sidi diese Ritterschaft von ihren wagrischen Gütern dem Bischof die Zehnten zu zahlen welche der Graf ihm zugestanden hatte; einem solchen knechtischen Verhältniss wollten sie sich nicht unterwerfen; selbst dem Befehl des Herzogs b^otzten sie und erklärten lieber das Land verlassen zu wollen. Sie sollen den Gedanken gefasst haben, den Bischof und Grafen und alle die fremden Ansiedeier zu erschlagen, das Land zu verwüsten und sich zu den Dänen zu begeben. Nur Heinrichs Macht brachte sie dahin in einen Vertrag zu willigen, wonach von joder Hufe sechs Ifimten Korn und acht Himten Hafer gegeben werden sollten, und auch die- ser Vertrag blieb unvollzogen, als sie sich weigerten den Schreibern die übliche Mark Goldes zu geben. — Schon werden einzelne Familien in den Urkunden genannt, die Barmstede, nächst dem Hause der Overbodi^ offenbar die reichste und angesehenste des Landes, die Busche oder Ottenebüttel, die Ahnherrn der Krummendiek, die Grote, dann die Tralow, Store und andere, die im Laufe d^ Zeit aber erloschen sind und anderen Raum gemacht haben, die seit dem 13ten Jahrhundert neb^ ihnen genannt werden. —
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Dies waren «r^üaglich keine Ministerialen, sondern frei-<- geborne Männer, die wohl eiiuselne Leben J^esascien, aber Zugloch freien Grundbesitz , der niemanden Terpfliobte(t war. Nur durch das riUerUche Leben, vielleidit auch durch Abstammung von alten edlen Geschlechtem, waren sie von den freien Bauern geschieden. Eben hierauf gründet sich die Liebe zur Unabhängigkeit die ihnen nachgerühmt wird. Und erst allmählig traten sie in Dienstverhältnisse zu den Stiftern oder den Grafen.
Ei9en ähnlichen Sinn voll Freiheitsliebe und Trotz be- wäln^teH auch in dieser Zeit die Ditmarschen. Sie haben (im J. 1145, März 15) den Grafen Rudolf von Stade, den letzte, des Geschlechtes, erschlagen. Nur ein Bruder war übrig. Hartwich, Domherr zu Magdeburg, der auch alsbald einen Anspruch auf das Erbe erhob und die Anerkennung des Bremer Erzbiscbofs erlangte, zu dessen Stift er über* ging und dem er dann selbst zur Nachfolge bestimmt ward. Aber ihm fehlte die Macht zur Unterwerfung des Volks, der Dietbmaringer, wie sie in einer Urkunde der Zeit ge« nannt werden. Da ist der Herzog Heinrich, der auch Ansprüche geltend machte, wider sie wie gegen ^Feinde dgs Reiches' ausgezogen und hat die Widerstrebenden un^ terworfen (im J. 1149); ^ur Sicherung der Herrschaft, heisst es, hat er die Stellerburg gebaut, die im nör^Uichen TheSe belegen war, Graf Adolf, der dabei Hülfe gelejh- i^t, trug einen Zins aus dem Lande als Lohn dayo% zog sich ab^ MrahrscbeinUch auch bei dieser Gelegenheit jene Feindschaft des Ditmarschen Etheler zu, der vielleicht an der Spitze des Volks gestanden hatte und später bei den Dänen Hülfe gegen die Feinde desselben suchte. Heint-
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rieh aber behauptete das Land auch g^gen die Anq»rüch0 des Erzbischof Hartwich ^ der ihm den Besitz der ganzen Herrschaft Stade überlassen mnsste, einen Theil zu Lehn, einen andern , zu dem wohl Ditmarschen gehörte, mit vol- lem Erbrecht. Die Vicegrafschaft wurde hier dem Rainald Übertragen, derselbe vielleicht von dem die Reinoldesburg (Rendsburg) später ihren Namen trug.
Überall trat der Herzog Heinrich der Lowe damals kühn und entschieden hervor, und wie seiii Wirken in den allgemeinen Gang der deutschen Geschichte mftchtig ein- griff, so hat es insonderheit für das nordalbingische Land eine hohe Bedeutung erlangt. Dies war der eigentlicbe Mittelpunkt seiner grossartigen Thätigkeit; hier und in den benachbarten slavischen Gebieten dachte er eine Macht zu gründen, welche in mehr unabhängiger Stellung sich an das Kaiserthum, in dem der Staufer Friedrich gebot, an- schliessen konnte. Allerdings strebte er auch dem sächsi- schen Herzogthum, allen andern Gewalten des Landes ge- genüber, eine weiter reichende Macht und Stärke zu geben; aber er richtete seinen Blick über dasselbe hinaus an die Küsten der Ostsee, die noch grossentheils in feindlichen Händen waren: hier fand er einen Schauplatz der Thätig- keit, auf dem er weniger als dort die Mitbewerbung und den Widerstand anderer zu fürchten hatte. Kaiser Fried- rich selbst überiiess ihm (im J. 1154) bereitwillig das Recht die neuen Bischöfe dieser Gegenden, den Yicelin und die von Ratzeburg und Meklenburg, mit den Regalien zu in- vestiren; er sah es nicht ungern, dass Heinrich hier dar- auf ausging auch die slavischen Herrschaften im Abodri- tenlande sich vollständig zu unterwerfen, und dass er zu-
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zugleich der vordringenden dänisdien Machl ein Gegen*- gewicht hielt
Eine Zeitlang stand bei diesen Bestrebungen Graf Adolf dem Herzog treulich zur Seite. £r wurde von jenem ge- stützt, und war dafür, wie früher der Mutter des jungen Heinrich, so diesem selbst ergeben; als einflussreicher Rath- geber wird er genannt. Das VerhUtniss trübte sich aber, als der Herzog mit Neid das Aufblühen von Adolfs Grün- dungen sah: seine Salinen zu Oldesloe thaten denen zu Lüneburg Abbruch, besonders aber zog Lübeck denHan* del an sich der früher zu. .Bardewik seinen Sitz gehabt hatte. Qer Herzog forderte als Entschädigung für den Verlust den er litt die Hillfte von dem Ertrag beider, und da Adolf sich weigerte, griff er zu feindlichen Maassregeln, verbot den Markt zu Lübeck, liess die Salinen zerstö- ren* Als bald darauf Lübeck abbrannte und die Kaufleute sahen das^ sie wider das Verbot des Herzogs nicht auf- kommen konnten, baten sie denselben einen Platz der ihm gehöre zum Aufbau der Stadt anzuweisen. Da Adolf auch jetzt die bisherige Stätte nicht hergeben wollte, liess Hein- rich eine Stadt in dem Gebiet von Ratzeburg bauen, die nach ihm den Namen Lewenstadt erhielt, Doch die Anlage gedieh nicht, und der Herzog machte neue Anstr^agun- gen um Lübeck zu erhalten; und nun gab Adolf der Nö- thigung nach. Die Stadt wurde jetzt (im J. 1158) neu begründet und erhielt bedeutende Freiheiten und Rechte. Dem Herzog wird die Ordnung der Stadtverfassung durch Einsetzung des Rathes ausdrücklich beigelegt, wäh- rend das Recht . der Kaufleute sich zunächst an das von Soest, einer alten angesehenen Stadt Westfalens, anschloss. l 5
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Die Entwicklung von Ltibecks städtischer Freiheit, welche für den ganzen Norden Deutschlands, ja Europas, so wich«- tig geworden ist, hing aber wesentlich mit der materiel- len Blttthe der Stadt zusammen, fttr welche Heinrich zugleich lebhafte Sorge trug. In allen Staaten des Nordens liess er verkündigen, dass hier freier Verkehr sei. — Schon damals war die Insel Gothland der Mittelpunkt des Handels auf der Ostsee, von wo die Waaren des fernen Ostens über Russland nach dem Süden und Westen geführt wur- den. Kaiser Lothar hatte bereits den Gothländem bedeu- tende Freiheiten gewährt, welche Heinrich (im J. 1163) bestätigte, indem er zugleich den gestörten Frieden zwi- schen ihnen und den Deutschen herstellte. Eben deutsche Kaufleute Hessen sich dann in der folgenden Zeit zahlreich zu Wisby auf der Insel nieder und standen mit Lübeck und den benachbarten Städten in lebhaftem Verkehr. — Auch Zoll und Münze wurden zu Lübeck eingerichtet, und während der ganzen Dauer seiner Gewalt hat Heinrich diese Stadt zu heben gesucht: er dachte wohl sie zu dem Mittelpunkt seiner wendischen Herrschaft zu machen. Auch das Bisthum zu Oldenburg ist dann (im J. 1163) hieriier übertragen worden. Als ein dauerndes Deidunal der gross- artigen Thätigkeit Heinrich des Löwen für diese Gegenden steht Lübeck da.
Dagegen wurde die Stadt von dem wagrisch-holstein- schen Lande, dem sie angehörte, jetzt schon getrennt. Die Grafen haben noch nicht jede Hoffnung auf den Wieder- gewinn derselben aufgegeben. Doch war sie verg^ens, und sie fingen bald an das gleich wohlbelegene Hamburg^ welches für den Handel nach der Westsee, nach England
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ttttd nandern, eine ähnliche Bedeutung erlangte wie Lü» beok auf der Oeftsee^ zu begünstigen und zu h^en. Doch Mieb dies den Nachfolgern Adolf D. überlassen.
Dieser fend seinen Tod (im J. 1164, Jttli6) zugleich mit dem Grafen Reinald von Ditmarschen in der Schlacht bei Demmin oder Yerchem, welche die Macht des Abodriten- fürsten Nidot brach und den Deutschen unter Herzog Heinrichs Leitung anch das Land an der Südküste der Ost«* See erMhete, wo nun auf abloche Weise wie vorher in Wagrien deutsche Colonisation und Herrsdiaft eii^gefühit wurden. Adoff hat hier, nachdem er 3B Jalire lang der Gra&chäfl vorgestanden halte, sein unruhiges und thaten-* reiches L^en besddossen. Sein Zeitgenosse Helmeldhült änn die günstigste L(d)rede. ^An iVeue Güte KlugkeJt und Rath war er so atisgezeichnet dass er mit allen Tu- genden ausgerüstet erschi^. Für Recht und Süte, für Frieden und christliche Lehre war er s^ ganises Leben hdndurch tfaälig'. In der That bat er seine Grafschaft nicht blos ausgedehnt, sondern auch geordnet und' den Grund zn ihrer späteren Bedeutung gelegt.
Adolf hinterliess von seiner Gemahlin Mäthihie einen minderjährigen Sohn, für den anfangs die Mutter die Vor- mundschaft führte. Spätier iaber setzte der Herzog wegen der kriegerischen Zeitläufe einen nahen Verwandten des jungen Grafen — er wird der mütterliche Oheim, aber Audi der Stiefvater desselben genannt — , einen Gra- ten Heinrich aus Thüringen ^ dessen Geschlecht bijliher mit Sicherheit nicht näher hal ermittelt werden können, zum Vormund ein, namentlich zu dem Behuf dass er die kriegerischen Obliegenhdten des Grafen erftille. Er war
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ein heftiger Mann; der nur für die Getehäfte der Waim lebte und d« beMnders mit der GeistUehkeit in Zwietraekt gerieth, da er die ihnen verttebfinen Guter im Lande nur ungern in ihrm Hunden sah. Doch hat er nicht lange in dieser Stellung gewaltet; nach aeinem Tode (im J. 1177 oder 1178) ist die Gräfin Mathilde nochmals für den Sohn emgetreten; und hat ihr Haua und. die Grafsnhafk mit 6e«* schick gdeitely bis der heranwachsende Sohn $eXbet In drangvoller Zeit die Führung der Geschfifte in idie Hand nehmen konnte« .
Der Sturt Heinrich des Löwen ist fiOr die ganze nord*« deutsche Geschichte ein Ereigws von den bedettlendsten Folgen. Als er durch Stolz und Übermuth die Feindschaft des Kaisers wider sich wandte, wurden alle die kleineren Gewalten des. sächsischen Landes, weUliche und geistiiohe, die er mit starker Hand daniedergehalten hatte, gegen ihn aufjjerufen, uimI ihr Angriff, oder Abfall entschied das Schicksal des Heoraogs nad seiner mächtigen Herrschaft. Die Vasallen Heinrichs und die andern sächsischen Für- sten warteten zum Theil nur der Gelegenheit um sich ge- gen den gefOrchtßten Herzog zu erheben, und sie ergrif- fen sie bereitwiHig, als er den Kamr Friedrich durch die Weig^ung seiner Hülfe im italischen Krieg w dem Bn^ schluss gebracht hatte, mß Macht zu brechen weliche er früher s^bst begünstigt und gehoben hatte. Als Heinridi geächtet (im J. 1180) und bedrängt sich im Süden der Elbe nidlit halten konnte, warf er sich ins nordalbingi-- sehe Land. Die Grafen von Ratzeburg und Holstein, von dem auch im Unglück noch trotzigen Heinrich beleidigt und verletzt, und wohl bedacht jet?t zu einer mehr unabhän-
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gigen Stellung zu gettngen^ verliessen ihn ebenfalb. Aber Heinrich nahm diesem seine Burg, er eroberte Segeberg und Plön; hier hatte er ausserdem sein machtiges Lttbeck. Der Orerbode Marqüard der jüngere und andere aus der Ritterschaft Holsteins schlugen sich auf die Seite des Her- zogs. Da erschien Kaiser niedrich selbst vor Lübeck und nOthigte die Stadt zur Unterwerfung (im J. 1181). Und baM darauf hat auch der Herzog sich demüthlgend das UrtheO empfangen müssen, das über ihn den Verlust alter Lehen und Ämter und öine Verbannung auf mehrere Jahre verhängte.
Einige Jahre später (im J. 1100), ds «^f Adolf mit dem Kaiser nach dem heiligen Lahde gezogen war, hat Herzog Heinrich den Versuch gemacht seih altes Besitzthmn wieder zu erkämpfto. Auch damab warf er sich niBächst auf die»ß Gegenden, wo er immer noch bedeuleiider Un-* terstützung sicher sein konnte; Hamburg Itzehoe Plön fiden iD setee. Hände; aiidi Lübeck^ wiriifai ach der Stell- vertreler des Graf«, Addf von Dassel, gewcarfan hatl^, ergab fflck;.'nur Se^eberg blieb dem Sokauenbur ger treu; bis däsiä^r natth Seiner BBckkidhr im folgenden Jiriir doch taui liemliob teidtter Mühe dks Verlln^ne wiedergewann; wönitif Hbinridi sioh nach seinen BrauasoAiweigsdbta :Erb*^ gutem mMekko^ " und nun die ietsteri Jahre stille utid rnhndos den Mdl seiner- Macht betrauerte • (ep starb iin.J. 1196, August 6). i , :..
Die BlelMrfe Ftflgr/warieiB^gvöäseviftZatsplitltouii^ awh des uorddMngiaohen Lmdes« 'Daa Hertd^fthuin fiaehsen kam aii Benihari ntt^nAMioanien^ den Sohn jenes Alftreiriift des Biren der e» ^hM -früher Empfangen britte^ aber- mit
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wesentlich geminderlen Rechten. Nicht blos dass ihm der wefitlicfae Theil ganz entzogen wurde, er hatte auch nicht die Mittel um sich hier in den nördlichen Gegenden gleich seinem Vorgänger zu behaupten. Er forderte wohl dass die Grafen ihre Lehen von ihm empfingen und Lehndienste leisteten, und baute die Feste LaueiAurg an der Elbe um omen Stützpunkt in diesen Gegenden zu heben. Allein auf einer Versammlung die zur Huldigung angesetzt war (im J. 1183] erschien Graf Adolf nicht, und später, ver«- einigte er sich mit den Grafen von Ratzeburg imd Schwe-- rin und zerstörte Lauenburg; wofür der Kaiser ihm aber eine Busse von 700 Marls; auferlegte. Die Lehnsveidiin-* dimg Ebsteins mit Sachsen < wurde dann freilieh rechlich nicht gelöst; allein sie bedeutete jetzt und in der nächsten Zeit sehr wenig. Von dek* Abhängigkeit in welcher der Graf gegen Heinrieh und seine Vorgänger geständen hätte war nicht mehr die Rede;
Auf die Grafschaft Stade: machte bei. Heinrichs Sturz der Bremw Erzbischof — damals Sigfried^ des faeuekiHer«- zogS Bruder — Aniq>ruch, und erhidt durch Verieitung des Kaisers (im J. 1160) diä Bürg mit^ äBem Zubehör. Ditmarscheht aber hat Grüf Adolf in Besitz gieatoiümen üiid behauptete es anfangs gegen die Forderungen dös Erzbi^ sdiofs, der eb seinem Bruder, wohl als Lehn 'der bremer Kirche, zuzuwenden gedachte. Bunge Jahre später sah sich Adolf aber doch genöthigt auf den Besitz zu verzidten und behidt nichts als dne Abgabe von 800 fidieffehi'Hafer, die wuhrscheinlich an die Stelle des frühem Känses trat und voß den Dörfern Süder*- und Nordenbarstede und' dem Süf* derfeld gezahlt wurde. Adolf leistete! dann dein bzbtodiof
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Hälfe bei der Unterwerfvng des Landes^ da$ jeder Herrachaft widerstrebte und nor für den Augenblick zum Versprechen einer Zinszahlung gendihigt werden konnte, um dann bei erster Gelegenheit sich nach anderer Hülfe umzusehen. — Ais Heinrich zurückkehrte , hat er wohl eine Zeitlang den Besitz der Stader Grafechaft wieder erhalten; dann aber wurde sie noch einmal dem Adolf mit einem Drittel aller Einkünfte übertragen, und der Kaiser Heinrich VI. selbst bestätigte dieses Abkommen (im J. 1195). — Es wäre ohne Zweifel von der grössten Wichtigkeit gewesen, wenn es damids bereits dem holsteinschen Grafen gdungen wäre, dies westliche Grenzland mit seiner tapf^m Bevölkerung ebenso seiner Grafschaft zu verbinden wie es mit dem itn Osten bdegenen Wagrien geschehen war. Doch traten dem die entschiedene Abneigung der Bevölkerung gegen fürstliche Herrsdiaft und die Einwirkung anderer Verhält- nisse hindernd entgegen.
Ebenso wenig hat Graf Adolf Lübeck wiedergewon- nen. Als die Stadt sich dem Kaiser ergab, bestätigte die-* ser ihre Freiheiten und Rechte wie sie von Herzog Hein-* rieh ertbeü waren, und nur die Hälfte der Einkünfte aus den ZöBen Mühlen mid Wedüielbftnken wurde dem Gra- fen verliehen. Einige Zeit später (im J. 1188) bestimmte Friedrich; det Stadt die Grenzen ihres Gdbtetes gegen Holstein und Rät^burg. und gab ikr msgedehnte PrivBe- gien. Dn Lübeck gieiehwohl seinem Gründer in alter An« kttttgiichkeit die TlHKre Mhete, wurde sie von Graf Adolf mft GewttHi. eingenommen, und der neiieKaism' HeitarickVI. ütorliess ihm jetztidiesämmtlidien Einkünfte aus der Stadt;: aber den Besitz derselhen hat er ihm die«h Jadutgey^nt«.
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Der Verbindung des 6raf€fn mit dem staufischen Hause verdankt auch Hamburg seinen ersten Freibrief Kaiser Fried«- richl.^ der den* Bürgern mancherlei Voräiefle und Redite, in Beziehung namentlich auf Fischerei ZoU Geldwechsel Marktpolizei und die daraus erwachsenden Brficfaeh^ ge^ währte (im J. 1189). Es ist der Anfang zu einer Reihe von Vergünstigungen^ weldie allerdings die MütÜe dieser Stadt nicht wenig beförderten^ aber auch dazu beitrugen ihr eine von dem übrigen Lande gesonderte Entwickelung zu geben.
Alle diese Verhältnisse idier treten in der nächsten Zeft zurück vor dem steigenden Ansehn und Binflnss d^ Dä- nischen Macht im nordaUring^sdien Lande. Auch das ist zum Theil wenigstens als eine Folge von dem Sturz des Herzogs Heinrich zu betrachten: die Trennung und der Zwiespcdt der deutschen Fürsteh haben den NMhbaim hiei* ein bedeutendes Übergewicht gegeben.
Zu daik Zeiten Lothars hat der dänische Königssohn dem deulsohen Kaisei' huldigeh und das Reich selbst als Leim empflmgen ultissen; Friedrich L hat io seitieii ersten iah«* reu einen Streit über die dänische Krone entichierfen^ Und als Waidema^ L hier zur atteini^en Herrschaft kmtj hat dieser aufs neue die OberhifAdit des -mächtigeil Kaisers fiihrmlich anerkennen müssen.« Wäldeaiar' trtl'.aubi^erdeni in nähere Verbindung Aiit dem Herzog HeinH<sh deAi Lö* wen^ indem beide namentüch die gleiche /'Feindsdiaft ge^ gen die Skven an der Ostsee* zusamnwniührte,<^di^' in ddn letzten Jahren Dänemark" fiisl noch mehr- als «Ditalseblaiiil hdmgesvcht hatten. Auch Däiiemark tsudlte BrobeniA^aki im wemfii^hen Lande zu machen, #a schon ^o^Mvhi
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derten die lomsbnrg eine Niederlassung kriegerischeF Nord- länder gewesen war. Als aber Waldemar Rügen ero^ berte — ein Ereigniss dessen Gedächtidsslag man lange noch anch in schleswigschen Slidten fderte — ndthigte ihn Heinrich (im J. 1171) die Bente und den Tribut der Insel 2u theflen. Bei ein^ Zusammenkunft auf der Eider^ brücke wurde der Vertrag geschlossen und das Bündinss erneuert Nach d^n Fall des Hersogs, während der Kai- 9&r Lübeck belagerte^ erschien auch der Dänenküaig mit einer Flotte auf der T^ave^ aber nicht um seinem biAe^* rigen Terbündeten zu helfen, sondern um m Verbindmig mit Friedridi zu treten, von dem er die Herrschaft in den dayischen Gebieten an der Ostsee zu erlangen hofifte. Doch wurde diese Hoffnung damals noch getäuscht.
Dem Waldemar, der das dänische Reich aus Schwäche und YerfaB wieder zu Macht und Ansehn gebracht hatte, folgte (im J. 1183) sein Sohn Hnttd. Die Dänen, regsam und unternehmend wie sie sind,^ haben zu T^sohiedmien Zeiten eine Ausdehnung lirer Herrschaft, bald im Noitlto> bald im Süden, gesneht. In der Zeit der Waldetnäi^, der NteUiommen jenes Knud der unter Lothar König im Abo*< iritischen Rdche war, überwog die letste Riditung diffdh*- a«s. Der FaB der weifischen Mächt, die Beschiftigüng der Kateer mit andren Angelegvniieiteil, der Kampf der Par- theien in Deutschland niackfen ihnen Erfolge m^gHcih die kaum grOS(^r sein konnten. Knud begann damit die Bul- £gung zu weigern,' die sein V)ater nodh gelltet' hstte; seine Sdiwefstflr, die dem Sohne Friedriehs verlobt . wir^ sandte er unw}B% und mit sohkiehtier Mitgift, weshalb sie bidd zurüdkkehren mmiste: Denn gHft'er dfe wendisckar
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Fürsten in Pommern an^ die Kaiser Friedrich gehuldigt hatten^ und besiegte sie; und als der Kaiser nun auch gegen ihn feindliche Haassregeln ergriff, erhob er prahl^id Ansprüche auf alles Land der Wagner Polaben Holsten und Stor- marn: er mochte dabei an das Erbe seines GrossTaters denken und dies kühn genug auch auf die deutschen Gaue ausdehnen.
Seine Bestrebungen fanden im Lande selbst Unter* stälzung. Graf Adolf hatte den Overboden Marquord und andere Ritter, die dem Herzog Heinrich angehangen, des Landes verwiesen, und sie begaben sich zu dem Dttnen- könig, lebten bei ihm und seinem Bruder dem Herzog Waldemar zu Schleswig. Als die Ditmarschen ron dem Grafen und dem bremer Erzbischof bedrängt wurden, wandten sie sich an den sdUeswiger Bischof, der eben- falls Waldemar Uess. Sie boten ihm Unterwerfung, und die Zeitgenossen betrachteten es als eine Verbindung mit dem dänischm Reich. Fast wäre ähnliches mit Lübeck ge- schehen. Da nach des Herzogs Heinrich letzter Erhebung Graf Adolf die Stadt belagerte, beräthschlagte man hier, ob man sich nicht lieber dem dänischen König unterwer- fe solle, der grosse Handelsvortheile bieten könne. Dodi fürchtete man sich dem Reiche zu entfremden, und die Sache kam nicht zur Ausführung. Dies alles aber zi^, wie die Hacht der Dänen im Wachsen war.
Knud war der Schwiegersohn Heinrich des Löwen, und er unterstützte jetzt die wölfische Parthei, wenn auch nur um selber daraus Yortheil zu ziehen. Dagegen trat der scUes*- wiger Bischof auf die Seite der Gegner über, und wwde YOtt den Anhängern der Staufen zun Erzbischof von Bre-
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men erhoben, gegen den £rzbi$chof Hartwich, der sich für Heinrich den Löwen erklärt hatte. Eine grosse Par- theiung beherrschte eine Zeitlang alle nordischen Lande. Als ein Hauptgegner Knuds erscheint aber der Graf Adolf von Holstein. Er zieht ans um dem gefangenen Bischof Waldemar zu helfen; er soll es dann, als er mit Hartwioh ausgesöhnt war, besonders veranlasst haben, dass die Dit* marschen unter bremische Hoheit zurückkehrten, wofür er, wie schon bemerkt wurde, die Grafschaft mit einem Drit- tel der Einkünfte zu Lehn empfing. Später leistete er dem Markgritfen Otto von Brandenburg Beistand, als dieser we- gen- pommerscher Besitzungen mit dem Däa^nkönig kriegte. Dafür hatte Adolf die Feindschaft und den Angriff der Dänen zu beslehen. Nach dem Zuge gegen Schlesw^ muBSte er sich (im J. 1194) mit der Summe von 1400 Mark loskaufen, uAd eine Chronik sagt, er sei eiii Maim des Königs und zinspSidbtig gegdn Dänemwk geworden. Hacb^ dem er aber wieder den Absiebten lüuids entgegengelre-- ten war, ^schien dieser (kn J. 1199] an der Eäder an der Stelle wo die Reinoldesburg lag. Dodi zog der Kö^ nig sich zurück als er erfuhr dass eine namhafte An*«' zahl deutscher Fürsten dem Grafen zur Hiäfe gekon^Mn war; und dieser Stellte alsbald jene Feste (Rendsburg) wieder her: auf einer. Insel in der Sider belegen, w^r sie ätf wichtiger Punkt um das an dieser Seite offene Land zu Schulzen. Aber Knud erschien da die Yi^bt^eten dofr Grafen abgezogen waren au^f neue, und nöthigte AdoUl Um die Burg zu übergebeod, die .^dami durch eine Brücke« mit. dem s^dtiehen Etdenifen verband ^m J. 1200). Sie wurde ihm ein ^tzpu^kt für w^^re Iteteraehmuisgen,
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Zunächst hat Ditmarschen sich der Gewalt des dänischen Königs unterworfen. Dann woDte Lanenburg, belagert von dem Grafen Adolf und seinem Verwandten Adolf von Das- sel, der Ratzeburg erbalten hatte, sich dem Knttd in die Arme werfen : er hatte schon einen Holsten Rudolf abgeschickt, um die königliche Fahne aufzustecken, als die Grafen zu- vorkamen und die Feste einnahmen. Auch schebien diese einen neuen Angriff auf Ditmarschen gemacht zu haben.
Bs waren die Zeiten, da der Staufer Philipp und der Weife Otto sich um die deutsche Krone stritten und das Reich verfallen Hessen dem sie vorstehen wollten. Der Augenblick schien gelegen zu einem weitergehenden Un- ternehmen der Danen. Von Schleswig und von A&a wen- dischen Besitzungen aus wurde das nordalbbigisdie Land angegriffen. Diesmal konnte Graf Adolf nicht widerstehen. Ein Theil der Ritterschaft, von demselben d«rcb Strafen verietzt und von den Genossen im dänischen Lager verlockt, auch geradezu durch Bestechungen und Versprechungen gewonnen, trennte sich von ihm. Bei Stellau, unwdl Brei- tenburg, wurde Adolf mit den Seinen besiegt (im J. 1201, Sepi); er verhess flüchtig das Land, woU in der Hoff- nung anderswo Htllfe zu finden. In der Zwischenzeit gin- gen iaber alle festen Plötze verloren, Itzehoe, PlÖii, seine Hauptstadt das emporbltihemle Hamburg; auch Rfttzeburg und das rdchsfreie Lübeck Ergaben sich, das letzte hllüpt-* sächlich deshalb weil Bürger der Stadt, die beim Herings-* flaing in Schonen beschäftigt gewesen, von 4en Dänen ge^ ftingen genommen wuren. Uirt als Graf Adoff im Wim- ter zurückzukehren suchte und Hamburg besetsEle, wurdke er hier von dem HerMg Wuldemia^ belagert und am Ende
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gefttigen feammiien. Fast hätten ihii die Ditmiffsclieii, die ihm lebhaften Hass nachtrugen und nun Ueb^ dem fremden König ab dem deutoohen Grafen dienten, im Lan- ger erscUagM. Den entging er; aber die Dänen achen^ ten sieh nicht ihn mit Ketten beschweren nnd i^impflich behandaki jiu lasisen. Nur die an der Mändung der Irme angelegte Feste TraYemünde, Segeberg und das nes^h eroberte Lauenburg. hielten sich noch. Das enle ab^ ergab sich, als Knud triomphirend naeh Löbeck kam (im J. 1902) y auch Segeberg wurde erobert; für die Übergabe LaMüburgs: und den V^aieht auf alte seme Rechte erbielt dfliw A4olf seine Freiheit (im J. 1303V
Der 'Oraf begab sich nach Schauenburg an der Weser und lebfee hier die übrigen Jahre sebies. Lebens, ohne wie** der den Fuss auf holalemaehem Boden zu iietzen. Semem Valer ist er nicht gleich gckbmnMm ; er ist ehrgeiaiger, gewaltsamer, vor allem aber weniger ^ücklioh. War je«« nem die Erwerbung Wagrtens gdungen, so hat er be- sonders nach dem Besita Ditmarschens getrachtet. Vid* leicht ist der entscheidende Kampf mit den Dänen beson-« dm*s hienbirch veranlasst worden. Auch im eigenen Lande war der Graf nicht belid>t, und Deutsche, welche die fremde Herrschaft länge nicht gekostet hatten, boten ihr jelat selber den Eingang ins Land. Doch sah Adolf vor seiaem Tode (im J. 1235, Januar 3) noch den Umschwung der Djttge welcher him* erfolgte.
Dem Mmg Knud ist (im J. 1202, Noveaab, 11) sein Brur der Waldemar, der bisherige Herzog von Jütfamd, gefolgt« Kaum als König anerkannt und gesalbt, begab er sich nach Holstein. In Lübeck wurde er feierlich als K^mg der Da--
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nen uad Wenden und Herr von Norddhmgien begritsst, und SO; auch Herzog von Jütland, nannte er sich in sei*- nen Urkunden. Den Bewohnern der StadI Lübeck^ welche er, wie er sagt, 'einzeln und besonders seinem Dienste überweisen wollte', bestätigte er wiederholt alle Freihei- ten und Rechte und gab ihnen neue Privüegien für den Verkehr mit Schonen. In Ditmarschen ward ein Mitglied der holsteinschen Ritterschaft Scaeco zum Grafen ernannt; Verwandte desselben und andere die dem Waldemar an- gehangen hatten wurden den einzelnen Schlössern vorge^ setzt. Holstein selbst aber ward dem Albrecht vofi Orla«' münde gegeben, der ein 5chwestersohn des Königs <frar. Anfangs vielleicht blosser Statthalter des Königs, erscheint er später (seit d. J. 1206) als Graf von Holstein imd Stor«- mam, der alle Rechte eines solchen ausübte. So behidt das Land wohl seine alten Einrichtungen, aber es vmfde ein dänisches Lehn.
Dies Verhältniss erhielt Anerkennung, als sich ein deut- scher König entschloss dem Waldemar seine Eroberungen förmlich abzutreten. Da der Weife Otto durch den Tod seines Gegners Philipp zur Herrschaft gekommen war, dachte er doch daran die Lande wieder ins Auge zu tus^ sen welche einst fast der Mittelpunkt der väterlichen Berr- Schaft gewesen waren: hatte sich doch der Däne recht eigendich auf den Trümmern der weifischen Macht ei%o- ben. Aber nun besann sich auch Waldemar keinen Au- genblick die Parthei zu wechseln und den Bund des jun- gen Friedrich H. zu suchen, der eben über die Alpen kam, um dem Gegner seines Hauses die deutsche Krone abzugewinnen. Der Verhältnisse unkundig wie er war
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und der HhKb wohl bedürftig, liess dieser sich bewegen zu Metz eine Urkunde auszustellen (im J. 1214, Mai), in wel- cher er 'alle zum Römischen Reich gehörigen Gebiete jenseits der Eide und Elbe und was im Wendenlande der Dänenkönig erobert hat, seinem Reidie überlftsst und ein- rerleibt': 'niemand, heissl es, soll den Wridraiar in dem Besitz dieser Lande stören, weil dieselben dnsl dem Reich unterworfen waren'.
So weit hat der innere Hader die Deutschen kommen lassen, dass das Haupt des Reiches, der Erbe des hehren stadbchen Hauses, auf solche Weise wichtige GeUete des Reiches aufgab, sie vöBig von der Verbindung desselben ablöste. Die Urkunde ist in die neuste Sammlung deut^ s<^r Reichsacten und Verträge mchl aufgenomm^; aber man soll es nicht yerbergen und verdecken, sondern in seiner ganzen Bedeutung hervorheben, auf dass solche nicht wieder geschehe. Dass auch der Papst diese Ur-^ künde bestätigte (im J. 1217), mag mbider Wunder nehmen.
Ein Angriff Ottos auf das nordalbingische Land hatle nun wenig Bedeutung. Er besetzte Hamburg, zog sich aber bei Waidemars Ankunft zurück (im J. 1215), und die Stadt musste sidi sdion im nächste Jahre wieder ergeben. Als bald darauf (im J. 1218) Otto unmächtig und verlassen auf seinen Hausbesitzungen starb, schien Waidemars Herr- schaft hier vollständig gesichert. Neue Befestigungen, welche er in Ditmarschen zu Lin (vielleicht Lunden, einem altem Kirchspid), bei Hamburg und Lübedc anlegen liess, sollten ihr noch stärkeren Halt geben. Schon hatte er mehrmals seine Waffen über die Elbe gelragen. Und fast die ganze Südküste der Ostsee war ihm unterthan : die
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Grafischaft Sckwerai; die Reste des Abodritealaiidesy Fom-* mern und Bügen.
Auf diese Weise waren die Deutschen noch einmal von der Ostoee gänzlich äusgesddossen. Wo für die deutsche Entwickelang die giiösste Zukunft lag, wo auch bisher schon deutsche Thfttigkeit wichtiges, geschaffeft oder v^r-*- hereitet hsdte, gebot jetzt unbedingt die dtoische Macbt. .
An den Küsten von Livland, unlängst (iiQ J. 11^) von Bremer Kaufleutw besucht, hat Meinhard ein Geistiipher aus dtfm Stifte Segdierg Ettenst im 12ten Jahrhundert dß$ Ghrisli^Qy|h«»i verkündet und zu Ykeskcda. den Grund m einidm Bisthum gelegt (im X 11S&), cUts dem Hamburgs Bremer £rzhisthum untergeordnet wurde. Hier an itor Mü&dung der Düna huben auch deuta^ihe Kwfleute me Niederlassung gegründet, von d^ aus der Handel nach dcim benachbarten Russland gefuhrt wurde. Den ersten schwa-* chen ' Anfilngan gab der neue Bischof Albert, den der bre*" mer Erzbischof gesandt hatte, einen neuen Aufschwung. Da erhob, sich Riga als Sitz des Handels und der Kirche (im J. 1201). Von Lübeck fuhr man al^ährlich herüber, von hier und aus der Umgebung kamen di^ ersten, An^ siedeler, aber auch aus Westfalen Friesland ««(d ander* ren Gegenden. Ein dgener Orden ^der Sekwier<UI*üder' ward begründet, der es unternahm unter den Uvea das Christenthum zu verbreiten, mit. dem wieder das deulsaha Element enge verbündet war.
Aber auch Uer traten demselben die Di^n entg^en, die seit lange Angriffe und Niederbssungen an diesen Kü^ sten versucht hatten; auch Waldemar und Albrechli v<m Orlamünde sind früher schon hierhergezogen. Sie begin-r
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am SB EdlUflAd, Hs von BdneMark aus enrt>eri umi dem Emfinsse der rigaer Kirdie enlzOfen würde; dayia aber laicli in Livknd selbst^ wo maft den DealscbeA d0Q schon gewoadenen Bodea i« ealreissen smclile: der Bisekof Al- bert ^ sonal sa kräftigen und grotfaüt^eil Silkes, ealzweit mü dem bremer firsbtaebof, ohne Uslenstülcwif von de» P^pst und Kaiser, Hess sieh bereit findeii auch Riga der dänischen Gewalt^ sein Bistbum dem luttdeAer Erxbischof 2« unterwerfen. Freilich widerstand die Bey^ÜEernng der SiaA, sie 'wottte lieber das Lfind veriassen als sich den Dänan nnierwerfea'; itfid man einigte sieh über ein fried- liches Abhonunen (im J. 1220), Doch war die dlinische Macht im Übwgewicht und bedrohte die Deulschen hier wie in der fleimaüi. .
Dass auf ilem deutschen Boden die Abneigung gegm die fremde Herrschaft im Lauf der Zeit rege wurde, lässt sich nicht bezweifeln. Die Überlieferungen aber welche davon Munde geben wollen sind sagenhaft und stammen aus einer Zeit da der Has^ der Nationen lebhafter ent- brannt war. Da weiss die Chronik des holsteinschen Geistr- lichen 2u berichten, wie die Holsten es schwer enipfiyiden hätten, dass sie nicht nach dem Gesetz der Holsten und dem gemeinen Recht, sondern nach dem Rephtder Pär- nm und ihrem liiOYbog' gerichtet werden sollten. Da des letsste enit späteren Jahren angehöily so ist der £rzäh»- Jnngihr sagenhafter Charakter schon dadurch angewieseil. Aber man gedachte in d^n folgenden Zeiten dpr fremden Herrschaft yomemHch als einer Kränkung c|es angifstamm^ ton JhäiX^.
FreiUoh kam idie Entscheidu^ dann zunächst von ei^ I. 6
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ner mdern fteile. Erst 4ii» Getti^^nmkzR Wildeliiirg md seines Sohnes durch seinen Vasaflen 4tn Grafen Heinrich von Schwerin ^ J/ 1229 , Mai %) hraehte den nord- aibihgfiscben Länden ihre Unabfaingigkdl wieder. Um s^e Prdfteit zu g^ewinnen, wiffifte der König in einen Vertraf, der nun unier Theflnahme des deutschen Könifs Heinlnoh (vn.) abgeschlossen wurde (zu- Dannenberg im J. 1^4, Jali 4) und wacher doch die allgemeinen Interessen Deatsci^ lands^ wahrte. Denn WaMemar soll das nordaHmgisdie Land vollständig dem Aeiehe- xurfickgeben, alle empfange- nen Privilegien ausliefern, und keine Ansprttohe mehr er- heben. Über den Berftz Slaviens (der al^drMsohen und pommer^chen Lande) soll spflter entschieden werden. Der König soll ausserdem das dänische Reich s^bst als Lehn des Kaiserthums empfangen. Den Ghrafen Albrecht von Orla- münde will man dagegen im Besitz der Grafschaft lassen, tfe er nun von dem Reich zu Lehn tragen soll. Als aber er, den die Danen zum Reichsverweser erhoben hatten, dfese Be- dingungen, zu denen noch ein hohes Lösegeld und Geisel- Stellung kam^ verwarf, nahm die Sache eine andere Wendung. €raf Adotf (IV.) von Scbauenburg, der Sohn Adolf DL, der eben um diese Zeit gestorben ist, erschien um die vdteitiehe Grafschaft wiederzugewinnen. Der Brzbischof von Bremeft def ihn herbeiführte zog mit ihm vor Itze- hoe; da wandte sich alles Land dem AbkömmlHig seines Grafenhauses zu, die Landleute besetzten die Bungen Al- breehts. Dieiler aber ward in der ScMach« bei «Mölln von den Schweriner Grafen besieg und selber gefhngen (im J. 1225, Januar). Nun kehrte Lübeck zur Reichsft^äielt zu- rück. Hamburg, dem Albrecht erst eben seine Privilegien
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beslitigl htlte ^^iMsä er der Surft für Geld de gipäfli-* chen Hoheilsreehte^ überfrag^ isl. eine spälere unverbürgte N^ctarieht.-^ ergab eich, als die beaacbbarte Borg er* Btürml worden wai«, ttnd eriiidt dawl von AdölC eise glei^ che BeaUttignng. Aach Ditmvacbeii wurde der diniicliea lUrrachaft ledig:
Da nun alles veriorea war, oMUste ierKöoig Waldemar einM zweiten Vertrag eing^en (im J. 1225,.Novemb. 17), der hiMb ungttnsliger war «Is der ersüw Weim aber je^ ner, unter Autoritit des deulseben Königs gesehtosseR) 4ie ganze Sacbe flb* ekle Angelegenkeit des deMickiea Reicbs bekindeite; so ist dieser fiesiditqwnkt jetzt zu- rückgetreten, und -eS' shd häupts&ddfehdie rerleHzten FUr^ sten wekhe sieh Reekl venMAaffbn. Da inusste der Kftnlg denn, ausser dem bedeutenden Lösegeldy für das seine S^hne als Geisel dienen, aUe dem Rei^ gekirigen Lande zwischen derlider und der Btte^ und zwar von der Mün- dung der Bider bis an die Levensau und Tön diesem Was- ser bis ans Meer, und alle slatriscken Lande ausser Rfigi^n zivüdBgeben. Er versprach auch dem Grafen Adolf die Feste Rendsburg zrtn Tage nach seiner Befreiung in ih- rem gegamärtigen Zustand zu übergeben, dann aHe Ur- kunden auszuMefem, dem Grafen Albrecbt keine Hitfe ziir Wieder^oberung des Landes zu leisten, iAerhaupl kenie Dtotscken gegen <fie GnMn von Sdkwerin und Holstein zu unlearstütuen, endfich auch den Lübeckern und Bambur^ gern imd allen Kaufleuten dieser Lande und des Ri)«»* sehen Reichs überhaupt ihre Freiheit^il in Dftnemark zu lassen.
Auf solche Bedhigungen wurde WaMemar frei: alles Gew#nnene war verloren, die Arbeit langer Jahre dahin.
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Et aber war doch nidrt gemeint sich ilas geMen ze haaen* Als aein Ütealer Soim im der bealwinileii Ffiai aus der Gefangeaachafk enteaen war, liesa er rieb durch den Papat von dem gialeiateleii Eide Idaen (im J. 1226, Jmii 2^ udd auehte dann noch einaral die Bnisoheidung der Wafen.
Nun musste sich zeigen, ob an der Eibe und an. der Küate der Oataee 4eataobe oder dftniadie Herraohafi wal- ten a^dlte. Froher aber halten die Firaten und Städte uneinig und getrennt der in sich geacUoaaenen Macht der Danen gegenüber gestandet Jetat waren sie vereinigt — nvi der Lünebuiiger Herzog stritt auf der Seite des Kö^ niga — : die Grafen von Hotelein, Schwerin, die Medden* burgischen Fürsten, der Ersbiachof vm Bremen, die Stadt Lübeck, der Sftchaische. Herzog. Diesen riefen die Grafen herbei, als Waldemar bereits neue YtHrtheiie davon ge» tragen, Ditaftarschen, auch Rendsburg und Itzehoe ero- bert hatte: sie «rhannten seine Lehnab^rtwä an, ven^ra-^ eben ihm den Besüz von Lauenburg und Rataebnrg; daza erhielt er die Sehirmvogtei von Lübedc. In dieser Stadt vereinigten sich die Yeriiündeten und aogen dimn dem König entgegen, der bei Bomhöved tagerte.
Hier an einer fiär Hoistetn denkwürdigen Stitte wurde die entscheidende SeUacht geschlagen am Tage der hei- kged Maria Miagdaiena (im J. 1227, Juli 2!^. SesoMfef^ der Abfall der DMaiarsdien , heisst el, hat den Sieg der Dentadken entoehied^. Spätere ÜbevUefening hitit :aber hier wie in dem ganzen Ereigniss vide« .sagenhaft ana^ gesehtnikskt Die Sache wür gross gea*g um die Gemü* ther des Volks auf lange au beschäftigen.
Nur mit Noth soll Waldemar das Leben gerettet hgken.
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Stach dieser Niederlage leistete er Versidit auf «He FIflne die ihn biiiier liescUfkigt hatten. Km daraof (im J. 1229) iddoss er nil Graf Adolf einen Vertrdg^ in dem aie sich gegenseitig Hflife verspraoben. Graf Albreckt aber eriuelt seine Freiheit gegen die Obeifabe von Lauenbnrg nnd rer- Hess das Land, dasa*, der dettscbe 6ra^ als 4lnischer Vasall regiert hatte. 'Also wnrden des Tiges die Lande gddst von der Dftnen Gewalt; des sie alle Gott gi^en Lob und Ehre'.
In H<ritetein und in Lübeck aberHeferte man auch den Nachkommen das Andenken des Tages. Hier hat man zum Dank iür den Sieg ut der 6teHe der dilnschen Burg das Ifarien^-MagidalenenUoster erbaut und ein eigenes Dankfest für den Tag eingefthrt. Auch Graf Adolf hatte den Bau eines Klosters und selbst den Eintritt in das UMerMche Leben gdobt und hat <Ues Versprechßn sRäter erfWt.
So haben die NitlebeHden die Bedeutung des Ereignis* see wohl gefithlt und nach dem Geiste der Zeit davon 2eug-* niss geg^en. Bs ist auch entscheidend gewesen nicht blos für die Geschidte 4es nordaibingischen Landes sondern fOr die Ektwickelung des nördlichen Deutschlands tiberhniipr. Holstein; Ditmarschen; die Handelsstädte Hamburg und Labei^^ dam die Sidkttslen der OMsee wnrden dem deut^ sehen Leben wiedergegebra. Die dänische Übennacht wi^r für ^e lange Zukunft gebrochm. An ihre Stelle tritt ein fnäphtiger. Auischwmig des dentacb^n Elementes hier wd xon hier aus im Norden und Osten von Europa.
,Ks knttpA sich dieser zun^kvit ,an die beiden Städte des holsteinschen Landes, deren gUnzend^ Zejt d^en jetzt begannt. Wemgstens der sAgemeine Charakter ihrer Ent* wickeluug mu/ss Uer angedeutet werden.
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Ltibedi ist gleich nach dem ersten Umsdhwnng der Dinge lebhaft bemidn gewesen sich eine unabhängige Stel«' lung zu sickern. Es Hess sich von den Grafen Adolf und Heinrich und spftter auch von Herzog Albrecht beurkunden, dass die ihnen geleistete fUMe nur eine durchaus freiwÜ* lige sei und ihnen nicht Ton Rechtsweg>en gebtihre. Noch während des Krieges erlangte die Stadt auch vom Kaiser Friedrich 0. eise volle Bästfitigung 3irer Freiheiten und Rechte (im J. 1236, Mai), und bald darauf (im Juni) f>e er die ausdrücMiche Bestimmung hinzu, dass Lübeck 'stets frei sei d. h. eine besondere Stadt und Platz des Reibhes und zur kaiserlichen Herrschaft (dominium) s(^eriich ge^ hörend, zu keiner Zäit von dieser besond^n Herrschaft zu trennen'; zugleidi v^ügte er, dass nur einer aus der Nachbarschaft zum Sohirmherrh ernannt werden solle, und zwar ein solcher der auch ' die Feste TVavemünde zu ver- writen habe; er erweiterte und 'bestimmte die Grenzen ihres Gebiets, gab das Mttnzrecfat, Freiheit von ZoH zu Ol** desloe utid andere Erteichteirüngen und Sicherungen des Handels und Verkehrs. -* Bei der eintretenden Minder rung des kaiserliehen Ahsehns in DeutscUatid, hatte dM Stadt Beda(?ht zu nehmen «ich- diese Rechte den benach-^ harten Gewalten gegenüber zu bewriiren ; sie strebte ausser-^ dem besonders nach dem -Besitz von Travemünde, das de^ Freiheit ihres tlandeis tdcht Gefahr bringen konnte. Her^ zog Albreeiit,' dem Mrghrend des Krieges gegen Waldemtn* dils Schirmirogtef eitfgerfttrürt war, hat dehLübedtern diese Feste zum Dank fttr geleistete Dienste übertragen. ' Alteih ß^iftf Adolf, der sich im Bfesttz beftind oder diesen als iseili Recht in Anspruch liähiti, War ilamit trenig zufrieden^ unsd
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m kftia w ei&eM liri«ge, in den Adolf wk sogur pnift K«iiig WaUeMar f^gea die Stadl varbiMete «od e» zu«* Uess da$$ densebe Befortigiuigeft an Amt Tr«ve anlegten LybeA UmpAe gegM di« Bauen gMcklieli k«f See, war ^ber dech dem Grafon nieU gewaobaan; ao dasa diaaer m liergealelllen Frieden (im J. 1235) dM Beailz von Tra« veaülnde bebauj^tole und für ac«jie Anaprttche auf die ßtadt von dem Kaiser 5000 Mark eriiieU. Hai^MiDUieli dea^ halb^ wie ea acheinl^ Übertrag spätar Lübeck den Söhnen des Grafen die Verwallong (nn J. 1247)^ und erkiett nun ¥on ibnen fiilr die Dauer derselien jene Bnrg an Händen. Ansaerdem wurden der Stadt mehrere Dörfer nnd fiütnr. m der Nähe verkanft nnd ihr Gebiel dntecb aUmftU« d>gemndet
Die Verfaafling der SladI war jetat beHimmi auignhilr det Bin «Bath ana den freien gmndbeiilsenden kein Hand^ werk treibenden Bürgern genommen , dessen Niti^ieder feonanlaa) l^nnaUing^ch nnek fi^stengüMonggewUUl, je^ doch nidit bniter gMeh aaUtfeich waren^ der die stfidti«* sehen Angdegenheüen^ die PoUaei und eine gewisse Ge* riohtabafkelt übte, und das Beoht hatte iuM^halb diesea Bereiche AnordslM^en) Küreny zn treffen. An der Spitae denidkien weaiipstens apftter zwei Büi^enneiatar, ausser^ dm einaeiflie mt besonderen Geschäften beanftrtigt, .^ab Kämmefer^ Mairktmeiatet; Weddemeiale#u«#.W. Alle dritte Jabr war der einsdne von diesen^ Geachäften frei; ein be* aünunler^Theil waid dureh dii^ soigenadntekJniaetmiig kienM erknre»; ein zwmtaa DiMel stand ^ihm mitwürhend zur (Mte/undia besötideren Fäfleh tkoiMIta ^anA die* andnmi welehe^ nicht sitzende Hitgisder waren ^ Mgnaogenwer^
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Abb* Oem RaA ^tür SeHe stand ein Vbg[t^ der j#W nodb als ein Beaftter am Kaisers erscheint wd in sein^in; Ma^ men die eifmtUeke 'GerieMabarkeil austtlraii aoK. We« senflich verschieden ist der Schfrmherr, dem der Kaiser seine altfeindnen BefügnisM der Stadt gegenAer anftrtfgf^ dM diese ab«r ni der nädislea Folge sich auch wolil selbst ervrilhlt hat^ indem die YenrailiHtg (administratie) oder der Sdmmi (tutela) der Stadt einem der beliaehbarlen Fttrsteil thertragea wird. Dieser hatie dann tiber die Vogte» m verengen^ ttnd die hobteinsohe» Grafen haben m jener SteHong der Stadt ^e YoUe GericUsbarilieit' gegen eine Entsehädigiing von 100 Mark hierfttr widfür die Ans^ «Nng des Miiia^e^ii tbeiiassen (in J.. 1247). Hinfort war die Vogtei ein städtisches Amt, das auch iltr Cbld ay|Ahriieh verliehen wurde. Neben- diesem Vegl soHlen ^ach silüterer IBestimmimg awei voat Rathe a« derieht silzeii*
Das Recht der Stadt, wie es sioh aaf dem 6ru*de. der von Soest tlhertn^«eDeil Bestiümongen gestaitH' haAey ist seit dem Anfang des ISten JahrhuMleMs schoriftllBb au|ge^ zekdinet worden;- doch vaUsitagesmieh atcAerAiisbäduhg durch die idmidiger/Übiingi und durch, die AnIraiHliing jenes Rechts der Kflro: welches (fem fiaiUie zwiaiid. EA wurde in dar nüMshuAeii Folge häi^ auf ^Mifiteinadie ^nd andere benachbarte StidtCF tibertragian; afmerdcmTerbreiH tete es sich besonders in den Städten weldie audenjen^ s^gen Ktstm der Ostsee «ibfblüfaten und in>. enger Halir'. delsveirhindiing 1 iiitilAlhecfc stände», dfur ^eben haosdovcii die Gnindiiagen eines stfidtisdhei Geaa^wesens finr einon weiten Umluieis darbot, und dann ais Oberhof fir* die ailt seinem Recht bewidmeten Sudle fortwährend einen Aiehl
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mAefcutwidon BMmb sttoh auf das woilere ReohtoM^ra dMMHMn aMttte.
AUerings hat sMi LMmd jetaet nOUuHämäg entwickelt, Lttbedv Colonie an der preuaaiichen Kttate Blbing hat sieh dem dentalen Orden nnto^orfen, und andere Grtin-^ dangen die man hier Tersncble sind nicht gediehen. Doch hat der Verkehr mit jenen Gegenden in Ltteck seinen Mi^ telpiinkt bdnHen; Ton him* schiflton die Krenzfriirer hhi- tfkr irdehe den Kampf fttr die Verbreitang des Christen- Ihvms foitsetitten, nnd hier Sünden umgekehrt die Pro* dncte joier flegenden ihren StapMpiatz. Altes was den Handel fordern hdnnte lag den läheAetn hesonders am Heraen. Für Freiheit oder Mindf mng von Sollen vnd Ab^ gaheii/flir Aufbebing des Strandreehfe, füir die Erlangnng tim Ftivilegien imd RechtSB snid sie unaUisaig thitig: darüber schkttsen sie Vörtrigemitdcüheiiaehbarten dent- sehen und wendischen FArslen^ snd Messen sich in den MrfiaAen Staaten, in dem tarnen Bnasiand wie in Bng>- lanid Holland und Fkndem wiedtfholt bedeutende 2n«e^ slittdittBse verbriefen. Der Verkehr den Ulbeek vermit-i tdle hatte eine europäische Wichtigkeit.
Mdten Lübeck ist HiHiburg emporgekommen. Es ist dbn hotsietascfaen Grafen verbUeben^ dock hn Besits b^ denlendbr Freiheiten. Bigenticb mnd es urspriingliok zwi^i Slftdte, die AUsIftdt (dsn spätere Petrikii^bspiel) und die nene Stadt (Jaeobi- Nicolai-^ und Gaihwiiienkirehspiel)i hervorgegangen auä der NiedoiasaMng des Konrad ifm Bninenbwrg ^ttnd seinei> fienoseen an der Alst« M den Zeitfein. Adolf HL, welche glw(h mit besonderen Rechten^ freien Hobtätlen, Erlass d^r g^ohtlioben GeßUle; %oH-
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fireikeit u. s. w. ttttigerüstet worden war. Kaiser Friede rieh II. hat noch beiden gesondert die Biedite bcäHliti^ weiche sie von den faobleinsdien Grafen erhalteB halten. Früher haben sie auch getrennte Verfassung^ verschiedene Radhhiuser und anderes gdbabt Dodi sind sie danii bald au einer Gemeinde veriMinden worden. Das älteste Slidl« ^bebuch (aus dem J. 1348) ist bereits g^metnscliafilieli. Die Rechte weldie der Erzbisohof in der Stadt gehibt hatte verkaufte Gerhard II. den Grafen' seinen Yerwaiii* ten, nicht ohne Widerspruch des Domcapiteb ssn Bremen, das aber hier nichts weiter lerreicht «u haben scheint.
Die Grtfen gaben (wl J. 1258) der Stadt die volle Ge^ richtd)«rkeit auch in der aiehsten Umgebuiig; so dass ä» hier sogenanntes Wmtohbädspecht geniessen soUtb. Die Vojg« tei bheb noch inihrm Händen*; abier sie verlor im Laof der Zeit alle BedMlaiig, »dem. die zwei Rathmänner, die antii Uer neben d^n Vogt dem Geridhte vorsassen^i^b die eigentlich^, mohter erschienen und jenem wenig ^c« Ümm Uessen als die dem Grafen geUlfarenden Antheile an dm; Brttchen und Bussen zu erheben. Die VerfassungdesBan- thes war der von Lübeck ganz entsprechend, nur daJE» eine Zeitlang (bis zum J. 1292) all^hrlich zwei BaOman- nen ganz austreten mussten; was später der Übereinkunft aler «berlassen wurde, so dass es un^^erbldiben odbr avdk- vier öder sechs neu gewählt werden koÄriten ; > der BüN- germeister ww^ sefit dieser Zeit vier, die oDjAriteh zw« and zwei in der Amtstätigkeit wediseltm. ''Überhäuft #ar das Recht Hamburgs auf >das r(m faübeok bi^gifindet^; wlas freilich nicht ausschloss, dass - sich in« Üen Hei^ts- grundsätzen eigenthttmlidte und idte > BastiilitMngen er^^
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kieiteii. Die fthmten AvfzeMnmgBii sind aiu der lele»* ten HälAe des ISten Jahrlmnderto (von den J. 1270. 1276. 1292). Mekrere norddeuisfihe Stftdie sind auf Hanbiirgclr Reeht gegründet, einzdoie hMtemaeke wurden mit itarem Zugrecht auf Hamburg verwiesen, für den Fall daas ihre Grafen rieh mit Lübeck in Streit banden aolien. Denn Hamburg wair eben doch eine hokteinacfaö Landeladt; der Herrschaft (dominhni) dinr Grafen über die^StMk wird aM« drücklich gedacht; in ihrer Nühe baute achen Adolf IV; wieder eine Burg. Sie leistete Hülfe bei Kriegen und Fehden , zahlte grössere oder kleinere Aunmen bd ¥er«* mählungen Reisen und andern Getegenhmten; sie gehörte eben rechtlich zu der Grafschaft.
Aber die Stadt war nicht gehindert nach aussen hih eine durchaus selbstfindige und erfolgreiche Thütigkeit tu entwickeln. Are Handdsveii^indungen reichten auf der el^ nen Seite nach England und Flandern, nach Norwegen' uild Dänemark, wo die Hamburger Ähnliche Rechte wie die Lübecker erlangten, auf der andern Seite in das brnwe Deutschlands, wo sie den Verkehr nach der Mark, ft^aun^ schweig und nach den westphälischen und rheMscheil Stftdten v^frmittelfen. Von den Fürsten erhielten sie Frei- heiten und Vergünstigungen, mit den Städten traten sie fai Bündnisse '«um gegenseitigen Schutz und zur FörIcK rung gebieiiisatiter Zwecke. ' . »« / ;
VornenAich Lübeck und Hamburg sind frlAi sdim durch gleicht Einrichtungen und Intei^esseu zu ^n^ret Verbindung veranlasst worden. B(öreite am Anflmg d^s 13ten Jahrhunderts rfiutait Hamburg den LCAyecker'Bür^^fern die mit ihren Wauren in die Stadf konntfen dieselbett Redhte
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wie den eigenen Bltargem «in, wobei die GegenseitigkeU ausdrücklich bemerkt wird. Später (im J. 1241) sehUessen die beiden StAdte einen Bund zor Sicherung der Strafen zwischen den Mündungen der EHie und Trave^ und setzen zigleieh fest dass die aus einer Stadt VerwMsenen es auch aus der awieam sein s^en. Dann (im J. 1255) ward ein Schutzbund Trutabündniss, zunächst auf drei Jahre, eidge*- gangen, und ähnliche Verträge sind elme ZweiM mehr- fach erneuert und wfitw ausgedehnt worden.
Die Kauflente Lübecks und Hamburgs nehmen einen wes^i^ichen Anthdt an der Genossensdiaft des sogenann- ten gemmen Kaateomis, der Kaufleute voiä fidmisohen Reich, welche sich hauptsädiiidi an die gemeinsame Nie- derlassung auf GotUand ansphliesst und bald nicht blos für den Handei der Ostsee, aandem auch für den Verkehr mit Norwegen England wd Plaudern eine bedeutende Wichtigkeit erlangt. Auch in diesen Länderu hatten .die deutschen Städle g^neiasame Niederlassung^ oder Haad- Ji|ngs<;oii^toire, welche besondere Privilegien erlangten, eine. gjldaaiMssige Verfassung hatten und früh schon iu^ t«r d^tt Namen der Hansen bekannt geworden sind.. Die VerUndiuig der Kaufieute wirkt später lauf die Städte zu^^ rück denen sie angehören, und die j^um. Theil voiiier sdh^n -ift nähesen Beziehungen m einander gestanden {la-r ben; und eme grosse Vereinigung uorddeiitschWiHandelfH slAdte wM auf. diese Weise aagebahot, Me dfum ein Jahr- hundc»^ später sich z« der umfassendsten und glänzendsten Wirksamkeit erhebt und als deren JMitte^ünkt eben dvs beiden Seh^westerstädte des nordalbingiscbeA Landes ^- scibeinen, die^ kaum .eine Tagefiihirt . auseinander liegen
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von jelBt an 4ie Ost- und Nondbee mit ihrem Ver^ kehr Verbioden.
D« die Kaiser and die Khrefae afaüesseft den deutiohen Eimtbaas im Norden geltend zn machen^ haben die äUMle ihn noch ejnnal mit Kraft mid Erfolg vertreten. In ihnen hat der sädwisdie . Stamm des nordaibingifidien. Landes jetAt die Stätte fiär eine Wiriuramkeit gefunden, urie sie der Kraft und Energie seines Charakters entsinracb. Ohne den Bor nhöreder Sieg vtiSare dies nimmer m^g^ «enre* sen; 4ies«r hat au^h hierfllr die Brim HiM^t.
I>#si^Ibe Ereigniaa. hat an anderer Stelle xu <aner An»^ biidiuig von Zuptünd^n geftfitt, in denen ein Stanm freier gruadb^sitoeoder Bauern eine lange Reihe von Jidinen bindarch sieb kräftig, aber in sieh abgeschlossen, bewefte.
Die Ditmarscben sind nach einem unrtthigeti Wechsel fws^icber Herrschaft^ der sie sich doch niehi gw%. an entziehen vermochten, nun an em^ mrtr stätigeii Ver«- bindiu4[ mit dem Bremer EriAisthnm gdwgt: nuf diese Bedingiwg hin soHen sie äu-e BfUfe in der Bomh(>^eder Schiacht ««gesagt habisn. Der dumdige sätdisisdie Her*- zog. Atbirech!! hat jeden Ansfiracb den er anf DtaiafsAen und di0 Stßder Grafi^aft habm. modite ausdrüeklieb iü^ iQn lassen (im J. 132S)^ Graf Adojf von Hotatei» hatte dasselbe sehen . vorher gethan, und anr die fiebere Ab^ gjibe ist ihm auch jeUät veiMieben.
Diei.Bochte aber welche der ErzUschoC übte Wifigmi Qjcht iidwi^. Sr ernannte einen Vogt oder sf^fter meht- T^r^.(w^sl m i' 1281), vier oder lünf, ivelche die Ger irichtfibarkeit hatten. Da sie aber ans Eingesessenen ^ Landes genommen wurden und ihre Stellung meistens erb^
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li^h' niftchten^ so waren sie mit der Gemeinde eng ver- wachsen^ die zugleich Sorge trug ihre Macht nicht zu gross werden zu lassen. Sie leiteten das Gericht und er- bibMi die Brüchen^ von denen sie, wenigstens später, nur eine kleine Summe (25 Mark) dem Erzbisckef zahlten. Auch die andem Einkünfte desselben waren gering, am bedeutendsten noch das Willkommen das jedem beim An- tritt des Amtes gezahlt werden musste, ausserdem der Ertrm der Ftiiren über Elfte und Eider, einiger Notzun- gen und des Strandgutes. Wichtiger war dias Recht des Auf- gebots das ihm zustand, wenn es aueh wenig geübt wnrde. Das Land zerfiel in Kirchspiele, deren man damals 14 zahlte, und die ab selbständige* Gemeinden ersehei- nen. Die Vorsteher derselben sind die Geschwomen (swo- ren, juratt), welche das Kirchspielsgericht bflden. Ihre Zahl seheint geschwankt zu haben; in Meldorf gab es später 20. ' Auch die Schliesser fslutere, davigeri) werden schon der älteren Zeit angehören: ursprünglich Kirdienbeamte, zwei bis vier an der Zahl, haben sie zugleich obrigkeit- liche Funetionen auszuüben, die sich im Lauf der Zeit tot- mehrt haben mögen. Da leiteten sie das Kirchspielsgericht, hatten soNmA in untergeorchieten Sachen eine Jurisdiction, sorgten für Ordnung und Sicherheit, erhoben auch die Gelder welche gemetaisam verwandt werden sottlen. Selbst die Ernennung der Geschwomen ist später von ihnen aus- gegangen. Wie sie aber bestellt wurden, ist nieht deut- lich. VieMcht dass sie ursprünglich die Versammlmig' der Gemeinde wählte, welche früher wahrscheiriich bedeuten- der war, an die aber immer noch gewisse Sachen gebracht werden konnten.
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Innerhtib der Kirclispiele slaiideii die eiBseineii Bauer« Schäften, derea Verbindung auf der alten fast* aHen« deut- schen Völkern bekannten Feldfemeuigchaft beruht; die An« gehörigen einer solchen Bau^nsohafty die hieii nicht im- mer dorfweise vereinigt wehnten, bewiräuiohafteten ihr Land in GemeineehaA/ so dass jeder an die algeteeine Ordnung des Anbaus gd>imden war. Es entstehen hier- aus manche nähere Beziehungan der GemeindenatgUedeT; die abo* keine» wahrhaft poiäisohen Charakter an sich tra- gen. Hur bei dem eigenthdndichen EMgericht (der: JSe- nede) des Volks kann auch die Ba«ernsohaft als solidie herangezogen werden.
Es begegnet auch eine Hntheilung in vier VöOe* ; aiidi in den benachbarten Marschen ist der Ausdruck ^Dtiehto' gebräuchlich für Districte die mit den Kirchspielen nichts zu ihun haben. Der sogenannte Sttderstrand ist mitunter als fünfter Thell tnneugezählt worden. Vielleicht enfspre- chon sie den Bezirken in deneii die Tier oderftlnf Vdgfte thtftig waren; es kann auch si^in dass sie eriA später efai- gericfafet worden sind. Eine weitere Bedeutung sdieiaen Me jedenfalls nicht zu haben; von Versammkinge» des Vofts ist bei ihnen nicht die Rede, so dass man weniger sie als die Kirehspiele alten Unterabtheilungen der Ciaue Tergidchen kann;
Wohl aber gab es eine allgemeine Landesvensamm- lung, der alten Gauvefsammluiig entsprechend, welche die Gesammfheit (universitas) des Volkes darstefitis. Sie halte ihren Sitz in Meldorf, dem Hauptort des Landes, deratidU^ sehe Rechte empfing. Aber sowohl die Zusammensetzung wie die Befugmsse sind keineswegs klar. Es scheint daas
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die Angesebaiisten der emielnen Kirchspiele, die SeUiesser und auch die Gesohwornen, mit den Vögten hier, zusala^ menkamen und die attf emeineii Angelegenheitea des Lan^ des berietheii. Aber ee gab Tielleicht doch auch, früh soho» einen ständigen AvssehnsSy dem Rath det Stttdte im vergleichen y dessen Mitglieder Ratbiiamien (consides) ge^ nennt werden. Diese ersehatnen neben den Vögten als die Vertreter des Landes im Verltdir nach mssen; daheim werde» sie fir die Giesammtheit diesdben Gestbifte be^ sergt haben die in den Kirohqiielen den SeUieesern.i^ lagen. Vielleicht md es gerade diese , weiche vereioagt als ein allgemeiner Rath auftreten. So werden aaehcon'- siries vom Setdorf genannt^ die von den ScbUessern kaum rerscUeden sein können.
Es wird ensihlty dass ritterliche Geschtechlery wie die Rerentiowiuad WaistiMrp, ans dem Lande vertrieben seien, als sie einmal dul*ch Rinb^eten den Ajabiss zu einem Krieg iint Hamburg boten. Diese Nachricht des spätem holsleiii««^ sehen Chronisten ist aber wenig verbürg^ und nur soviel erbeut y dassJRitter^ wie sie hier frCAier genannt werden (njock im J. 1265 und 1286), später nicht mehr im Lande wohnten ) sei es dass ßie das Land verUeasea o4er jede Beverreehtignng verloren, so dass die freien Gemeindega*- nossen sämmtlich als gleich angesehen werden solltan. Die Reventiow waren früh in Holstein wie in Ditmaivwhen angesessen,, and sind hier vielleicht weggezogen wegen eiiMr Todschlagfls^aebe die sie mit eiaiem andern GeseUechte hattoi. Sie nahn^n ihren Sitz in Wagrjen, wo auch das <tut der Walstorp b^gen war; And^e die genannt wer* den erscheinen als bremöscbe Ministerialea, die das Land
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mttmeii mochten/' ab der Eiiiflttss des bsbisekofs Jiitiiief mehr snrücktral.
Die GSlederwig^ des VoBfiS nach Geschlechtern (slachten) imd deren AhtbeSüngen (Uoffo und brodertihemede) hat seit lange ein besonderes Interesse' erregt. Ihre Entstehung aber und späteren Verhfiltnisse staid doch keineswegs dent-- lieh. Wenn einzdne Gesohlechter wie die Vogdemannen nnd Woldersmannen gross und weitverzweigt im Lande wa- ren^ so schehien andere von bedentend geringerem Umfang gewese)a su sehi; In dnzehien Kirchspi^n werden ihrer w^gstf^s fünf m^Bkix genahnt. Dass es dreissig gab ist deadich^ keineswegs aber dass es überall nicht mehre wa^ ren. Im allgemeinen hatten diese Verbindnngen des Yol«* kes aber mit den Eintheilungen des Landes nichts zu Ihun, somdern sie zogen sich durch diese hindurch ohne sich mit ihr^n Einriehtüngen zu berühren. Es ist m5glieii dass der Yerbindüttg der Geschlechter ursprftnglieh wirkliehe TarwandtsckaMiche Verhiltnisse zu Grunde liege»; doch sind^diese später jedenMs zurückgetreten: in den Rechts- denkmälenr die von ihnen handeln erscheinen sie als Ge- nossenschaften 'von bestimmter Bildung, aber mit Rech» len und Pflichten wie sie früher den Familien obgelegen haben. Zü-'^chntz und Beistand vor Geridit, namenäich bei dem Bidgericht (der Nemede)^ dann bei der Zahlung von Bussen, aber auch zur Rache waren die Gesohlechtsvettem verpftichtet. Die Vogdemannen, die eine höhere Stellung einzuKlehmen scheinen, httlt man nicht unwahrscheinlich für da^ Geschlecht welches dem Lande seine Vögte stelha. Als minder verbürgt er^dheint der friesische Ursprung der ih-» nen in i^iner Familientf adition beigelegt wird. Man hat auJP L 7
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die Bim^mwleraiiff friesischer FamiUeii hier cenrifls .m.m grosses Gewicht gelegt; die Verwandtschaft 4ed Volks mU den Friesen beruht auf «ilter Slf^inwiesTerwaAdtschaft/ nicht auf spätrer Mischung. Bessere Kimde im IMohhMi und in der CuUur des Marschbodens wird immer* manche GolonislM aiiph hier in das Land gebracht. haben *,.. i^uf den,Charakt«i: des Volks un4 seiner Verfassung haben sie aber schiwerlicb einen bedeutenden E^nfluss g^bt» — Man ist nicb^. berech-? tigt die bestehenden Ordnungen DiUnar^cl^ns , unmittelbar auf die fiteren Zeiten des deutschen. Volkslebens izurtipk« zuführen. Sie zeigen aber wie. altgermanische Grundlagen s^h im Rßcht und Sttif^t ^erhalten und ihr^ bydonde Kraft auch noch in späterer Zeit bewährt traben.
Das ist überall der Charakter des ditmar/^qhistchen Le))ens» ]aiecht und. ßittO; die Acker- un4 ^i^ Landesyerf^ssung^ r^T hen aj|f demselben. Boden, dei^. die Vermtnlnse 4v^ ai§^ derdeitfschen.Stfunm^ in ijüAester Zeit getragen. ;b%t; al|efi ist in ungestörtem Wach(»thuin geblieben. AiU^h nnter der fiirstli(4en Herrschaft hat sich die Freiheit der F#rse«ieB und des Bigens ei^httlten ; nur einzelne Güter md 4ft gcistr liehe Stifter oder fremde Fürsten gekpnaWiBn* Die Sifirich- taugen eine^ alten Gemeind^wesens. sind g^bKqbea o^er neu. gebadet; und sie tretjen nun wieder bedi^u^der hfr-* vor> da die Herrschaft vos^oben an Binflnss abnnnmt. D«i Volk hat aud) den alten selbständig^^ troib^ugßni fai^t»ge«* wf^tsamen.Sinn behalten^ der sich in F^den mitHa^nburg^ in Kämpfen mit den holstfjinschen Grafen noch öfter. Luft macht; der aber auch die einzahlen GescWecbter oder Kirchs spiielp nicht selten g^gen einander Iri^t oder doch ge^ trcjnnte .Wege gehen lässt/ so dass 4ie Einheit schwach
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uad für eine. h()iMre politiflche £stvrickeläng angentigend ecseteial.
Aber wih sa kaben die Ditmarscben alleo Nachbar« md dem eigeoeii Iform Schea eingeflösst sie ia Arer her- gpfteacUrä Freiheit afizutafiten. Zu einerZeit da in Deutsch- land dUs Fttn^nlhnm fairt überall im Steigen war, da die friesisdien Gemeinden zum TheS der iGewalt mädilager Her- ren eriageU; da ausserdem DienstbariLcit und Leibeigen- schaft sich immer weiter verbreiteten, findet hier die Baacm- freiheit eine Stätte da ;sie sidi enkäll und wo sie, gestärkt durdhi die Fortdauer eines idten volksmässigen RecUssu« Stundes, neiie Ordnungen in das Leben ruft die eincB be^ deutenden Fiats unter dett Instüntionen der gehnanisehen StltaKae einnehmen. Die Gescluchte hat es w^ zuerst herVoniuhidieri, wo eine Einwirkung weithin auf grössere Kneise g^üht wird; aber es ist ihr. Recht auch da 2u ver- weilen,, wo in besdsrftnkten Grenzen und in stSIer Abge- sdtedenbeit eine ViSkerschaft alle Bedingungen eines selb-, atlndigien gesuden Lebens zu entwiekda und gegen Störung durch fremdartige Einwirkungen glücklich zu schützen weisst Selten findet sie beides so nahe benachbart wie in den nordalbingischen Stiidten und d^ ditoiarachischen Landschaft.
Auch ein anderes Ueineres Gd»iet ndffdlich der Elbe, die sogenannte Haseldorfer Marsch, welche sieben Kirchc^iele umfosste^ ist dem Erzbischof yon Bremen verUieben f friiher, wie, es scheint, ein Theil der Grtfsebaft Stade, die, auch abgesehen vem Ditmarschen,. als die !(kafftchafti)eidßr Ufer' beoannl wird. Selben am Ende des 12|ten Jahrhunderts (im J. 1187 und SL) wird ein Ministerialis der bremischen Kirche Friedridi von HaseKhorp genannt^ der ohne Zwei-
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fei die dortige Burg und wongstens eiReii Theil der BiA^ kflnfte empfangen hatte; eine Stellung die seinen Nachkom- men verblieb, dann aber auf die Barmstede flbergüig. Es ist rin enges, doch fruchtbares Land, durch den Strom der Elbe und die Fluth vericürzt, abei" gleichwohl nicht ohne Bedeutung auch für die politische Geschicfate des Landes, bis es später dem übrigen Holstein einverieibt ward.
Dass auch die Kremper und Wüster Marsch früher dem Bremer Erzstift gehörte, ist nicht zu erweisen. Erst ver- hältnissmässig spät scheinen beide eingedeicht und voll- ständiger angebaut zu sein. Seit der lütte des 13ten Jahr- hunderts werden die beiden Hauptorte als Städte genannt, früher in der Wilstermarsch die Sitze mehrerer ritterlicher Geschlechter, Wüster seQ>st, Brockdorf, Beienfleth, KnmH- mendiek. An der linken Seite der Stör bei Itzehoe hat^ ten die Stifter Neumünster Segeberg und ReinfeM Besitzun*^ gen, welche sie durch Colonisten anbauen Hessen. Die Kirchspiele der Marschen hatten fast alle, wie es bei holfi-' schem Recht gewöhnlich war, Schulzen und Schöffen zu Vorstehern.
Von geringerer Bedeutung sind die Verhältnisse der kirchlichen Stifter, wie sie sich jetzt nördlich der Elbe ent- wickelten; doch entbehren auch sie nicbt aUer Bigenthüm- lichkeit.
Die Verbindung des Bremer Bisthums und des Hambur-« ger Erzbisthums ist im Lauf der Zeit eine so innige ge- worden, dass man häufig die verschiedenen Eigenschaften des Inhabers nicht mehr unterschied; seit dem 12ten Jahr- hundert ging wenigstens der erzbischöfliche Titel auf Bre- men, den regelmässigen Sitz des Kirchenfiirsten, über. Aber
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die Domcapitel waren getrennt^ und es kam bald su leb- haften Streitigkeiten zwischen beiden eben über den Titel und die Rechte sowie über die Wahl des Erzbischofs. Die Entscheidung (vom J. 1223) bestimmte, dass die erzbischöf- Hche Würde und Titel bei der Bremer Kirche verbleiben, dass aber die geistliche Gerichtsbarkeit über die nordäl- bingiscben Gegenden, Appellationen vorbehalten, der Ham* burger Propstei zufallen solle ; nur Kiel scheint später un- mittelbar unter dem Erzbischof gestanden zu haben. Das Hamburger Capitel soll durch drei Mitglieder an der Wahl des Erzbischofs theänehmen« Dieser Ausgang des Streits hat in der That das Hamburger Erzbtsthum in seiner alten Bedeutung völlig aufgehoben; die Gewalt über den Nor- den, die Karl und Ludwig dieser ihrer Stiftung beigelegt hatten, war schon vorher genommen, und die Versuche ein- zebier Erzbischöfe sie vviederzugewinnen sind ohne Erfolg geblieben; auch die neue Gründung des livländischen Bis- thums hat nur kurze Zeit in dem Verbände mit dieser Mut- terkirche gestanden.
Zu den wenigen Bisthümem, über welche sich nun die erzbischöfliche Gewalt von Bremen erstreckte, gehörte das von Lübeck, welches Wagrien und den grössten Theil der alten Mark umfasste. Der sächsische Herzog versuchte hier auch später die Rechte geltend zu machen welche einst Heinrich der Löwe über die wendischen Bisthümer erlangt hatte. Doch ist er damit nicht durchgedrungen; Lübeck und Ratzeburg wandten sich (im J. 1252) gemeinsam an den Reichstag um ihre Unabhängigkeit zu behaupten, und wenigstens jenem Stifte wurde sie (im J. 1274) ausdrück- Keh anerkannt. Wenn aber d^ Bisdiof 'auf diese Weise
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für seine Person tind seine Kirche die Stelhing eines reichs- iinmittelbaren geistticlien Fürsten erlangte, so blieben da- gegen die Besitzungen zu Bosaa Eutin und anderswo im wagrischen Lande unter der Hoheit des Grafen und ge-* nossen nicht einmal »llo die Rechte welche die anderen geistlichen StiR&r im Lande hatten: noch um die 'Mitte deis 13ten Jahrhundetts behauptete der Graf die Gerichtsbarkeit; Dies und die Schut^gewalt welche er über jene Besitzung gen hatte, dann der Empfang bischöfiicber Zehnten und Gikter zu Lehen, hat jetzt und spätei^ zu läbhaften Streitig-^ keiten Aiilass gegeben. Auch an den. Sitz des Bischofc fand dieser bei der Bürgerschaft «nd dem Rath yielfacheil Widerstand, sobald er seine geiMlichen Befugnisse atisdeh^ nen wollte. Dass an dem Erwerb politischer Bechte hier nicht zu denken war, ergiebt sich von selbst.
Die südlichen Elbinseln, welche damals noch zu d^ Grafschaft der Schauenburger, zu Stormarn, geborten, der Ochsenwerder Altenwerder und ein Theil des Fisakenwer-* der, standen unter dem Verdener Bischof.
Nicht wenige geistliche Stifter hat das nordalbingische Land aufzuweisen, besonders innerhalb des lübecker Spren- geis. YicQlins Stiftung zu Neumünster hat sich freilich nach des Gründers Tode von Lübeck getrennt und ist unter ei- genen Pröpsten unmittelbar unter den Erzbiächöfen geblie- ben, von denen es wiederholt eine Bestätigung und £r^ Weiterung seiner Freiheiten und Besitzungen erhalten bat; auch dem hamburger Pomcapitel war es nicht unterwor- fen, sondern übte in einem kleineren Kreise dieselbe Rechte die diesem anderjSwo im Lande zustanden. Ein Nonnei^ kloster, das nnt dem Stift der regulirteti Ghorherrn ver-*
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banden worden war, ist unter Adolf IV. entfernt und viel- leicht nach Neustadt verlegt. Segeberg blieb unt^ Ltt-* beok: Daztt k^mi durch Adolf DU. RefaiflshI (im J. 1166^1189); dann dotirte Albre^tt von Orltmünde; vieDeichl auf deni Grund einer ^ftkern fcirchlicheh Pundutieti^ Preetz (hn J. Ii2l^i&)y dM Graf Adolf mch seln^ I^k^kehr bestätigte (im J^ 1826). Auch diese drei filier hatten in mehreren benachbtrteii Kirchspielen die geiittiehe Gerichtsbarkeit lund ndere Rechte des Ardhidiaconats. Graf Adolf bescbenktb avch idas Kloster. Hoibd[e (im J. 1229), welches Awaa un-* ier deria Nnnenlleiidiieck bekannt und zwennal rerleft wurde, befbrderte die Übertragung des (im J. 1177 gestifteten) S. Johanftisklosters zu UObeck nadLCismaf, und bot noch später seine Unterstützung^ zur Ehdcbtung eines Nonnenklosters SU 'Harvstdisde diebt^ vor deuThocen vonHand)urg durch den dortigen Vogt Georg, das nachher mitsamint seinein Nam^n an die Alster verl^ wurde. Heinrich von Bärm- stede aber, das Haupt dieser angesehteen und reichen Fa« mih^ stütete fiost um dieselbe Zeit das Klester Ütersenl (im J. 1335—1237). Des Kloster zu Itzehoe soll frühei* zu Ivenfietli in der Krempar Marsdi bdegen gewesen sein; um die Mitle des Jalnrhunderts (im J. 1256) hatte es aber bereits seinen Sitz bei der alten Burg Holsteins erhalten. — Von diesen Klöstern gehören Reinfeld Preetz Cismar und Neustadt. zur Itibecker Diöoese; besonders jene drei sind durch bedeutende Sohenkungen . und glückliche Ankäufe I|ier. im wdgrischen I;«i|de reiqh und müditig geworden. Preetz Reinbeok Itzehoe Ütensen; Neustadt imd Harvstebude waren mit Nonnen besetzt, während Neumünster und Se-< geberg regidurten Chorherr», Cismar und' ReinCetd aber
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Möachen d«s BenediotUifflr^ und Cjiterdeiiserordras apge-- hörten.
Die Urkunden der Klteter sind uns widitige Quellen für die illere Gesehiebte des Landes. Aber dankenswerlher müsste es sein, wenn die Geistüchen uMeser Stifter , wie ihre Brüd^ in anderen Gegenden , sidi beflissen bitten die Ereignisse aofzuzeichnen deren Zeitgenossen sie* wluren. Es ist dies &st gar nicht gesdidien. Seit Hdmold Yen Boten seine wichtige Geschichte der ^vai geschrieben hat, sind nnr lübecker Geistliche auf dieseni Wege naoh^ gegangen, und wo Arnold, der Abt 4^» • dio(rlig>en Johan«^ nisklosters, seihe inhaltsreiche Portsetznng der tdaTfschen Chronik sdiliesst^ ist eine grosse Läcte griiUdien, weldhe die spitem Stadtchroniken nicht auszofililen yemochlen. Hamburg hat in dieser Zeit an gesdnchäichen Werken nichts geliefert.
Neben den alten Orden verbreiteten sich im ISten Jidir- hnndert die neugestifteten Minoriten (FramEiscaner) nnd Prediger (Dominicaner) mit Schnelligkeit auch über diesen Theil Deutschlands. Gerade die Bomhdveder Schlacht gab den Anlass dass bedeutende Stiftungen zu ihren Gunsten unternommen wurden: zu Lübeck das Kloster der Maria Magdalena, ein gleiches und ein Kloster des Johannes zu Hamburg, das erste durch den Grafen Adolf erbaut, dem auch das spätere Marienkloster zu Kiel seinen Ur- sprung verdankt. In diesen hat er seine lezten Tage zu- gebracht, nachdem er vorher zu Kaiser Friedrich H. nach Italien gegangen (im J. 1231— 12%), dann (im J. 1238 und 1239) einen Zug gegen die heidnischen liven mitge* macht hatte. Die Nachkommen erzählten, wie der ange--
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sebene und zotetst itej^'^kdie Graf dort ia frdwilliger Ar^^ muth die ni^drigslea Beflchäfttgungen nicht versehsiiktle; um die Demuth seines Herzeis darzulegen.
Die letzten Jahre dieses Grafen^ des vierten Adolf, und die Zeiten semer Sdhn^ sind auch für Holstein t« grosse^ Bedeutung. Wie fast überall im Aheadlande zeigt sioh auch hier um die Mitte des Jahrhunderts ^ AbsdAiss froherer Entwickelungen, ein Übergaiig in neue ZuAände und Verhältnisse. Es ist eben darum eine Zeit, wo man gerne auf Früheres zu^üddi&ckien mag, dis nun ziigleioh die Grundlage für den wdteren Gang der Geschiobte ge«> worden ist
Eben jet^t binnen auch die kleinen Stfidte Holsteins nehM dem angesehenen Hamburg sich zu erheben: zuih Theil noch alte slaTische Orte, zum Theil um friOhere Schl(to*- ser uhd Burgen erwachsen, wie Itzäu^e Segd^g und Rendsburg, andere aber auch jftzt mit Rücksicht auf die Inteteasen des Handels und Yerkdirs begründet. Mehre- ren derselben wmrde eben von Adolf IV. das Ltteoker Recht veiiidien, Oldeiibmrg (im J. 1235], Hön (im J. 1236), ItSEeboe wo jetzt die bedeutendere Neustadt entstand (im J. 1238), ebenso der Holstenstadt (im J. 1242) welche zwisdien der Ostsee und dem sogenannten Kyl wahrsehein- Uch vor nicht langer Zeit durch Golonisten gegründet wor- den war und nun bald emporblühte; sdion aus der zwei- ten Hälfte des Jahrhunderts liegt das alte Stadtbuch Kiels vor, ein wichtiges Zeugniss von der Bedeutung der Stadt und des stftdtiscken Lebens. Konnte sie. auch nicht, wie vielleieht die Absiebt ihrer Chrttnder war, mit dem älteren Lübeck wetteifern, das mm von Hslstein sich getrennt
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hafle^ 80 nahm gie doch früh säkon Theil an dem Ostoee- handd und der Verbindung der Slädte die sieh ibier und an der Westsee bildete. Eine ihnllehe Gründung an iet Kiste der Ostsee war Neustadt (im J. 1242, das LUbsche Recht beslätigt 1292). Dazu kamen die Verleihungen an Se- geberg (bestätigt im J. 1260) und Ltttjenbürg (im J. 12'rS), walmeheinlich auch an Rendsburg, während andere Stfidte erst im fo^aiden Jahrhundert den genannten gieick ge- stottt worden smd. Einzelne Nachrichten weisen darauf hin^ dass auch Bomhöved eine Zeülaaig WeichbMsrecht auf dem Grunde des UAschen Rechtes gehabt hat. Eutin verlieh dasselbe der lübecker Bischof Johann von Dis^ nicht ohne Widerspruch der Grafen, die sich deshaft an das Capitel wandten. Dagegen haben sie zu der spileren Bestätigung (im J. 1286) ihre Zustimmmig gegeben. -^ Die Verleihtiug des Ldbscheii Rechts hatte hi^ überldl nicht blos die Anitahme der privatrechtUchen Grundsttl^ 2ur Eolge/ sondern sie führte auch zu ^iner ilhiilichm EiU'^ cichtuag der städtischen V^assnng. Dem gräflibhen Vogte stand ein Räth zur Seife/ der uns dei* Mitte der Bürger- schaft hervorging und die städtischen Angelegenheiten be- sorgte^ und der. auch hier in manchen Fällen die Gerichts^ bajrkeit ganz oder theilweise an sich brachte. Wenn die Stadt die Vogtei ganz erwarb (z. B. Kiel 1317), wurde diese bald zu einer untergeordneten Stellung i^rahgedrückt, wäh- rend der Räth und seine Beamte selbständiger hervottmten. An mandien Orten waren aber gräfliche Sohlösüer^. auf deren Behauptung grösserer Werth gelegt wurde. Sege** herg Plön Itzehoe Kiel Rendsburg und zeitweise; Trafve- münde sind hier von. besonderer Wichtigkeit. In dieser
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Zeit sind ilire Vögle wohl regelmässig audi den an der Bnrg fiegehden Städten, wo es solche gab; vorgeseUtt ge«^ Wesen; später ^ nnd namentlich w<enn die Stau den Vogt ernannte^ ist beides getrennt worden; Nor «n kleinerer District pflegte dann der Barg vorbehalten zu bleiben, der unter ihrer Jurisdiction stand, getrennt von dem städtischen WeidiMld. Auth einzefaie HÄfe oder Vorwerke würden regelmässig mit derselben verbunden und bildeten das Burg^ lehn. Amserdem abar ward aubh das gam^eiimliägende Gebiet unter die höhere Gewalt denselben gelegt, so dass der Vogt hier die gräflidien Redite, Gerichtsbarkeit, Er-^ hebuag der Einkünfte, Beitreibung anderer Leistungen der Einwoliner, wakrzunebmeh hatte. Doch erhidteri sich da* bei die alten Volksgerichte in den einzelnen Kirehspielen: bis auf den heutigen Tag sind dieselben in mehreren Ge-^ genden in Thäfigkeit geblieben, wo in ilem 'Ding und Recht' 'diie irommen Holsten' das Recht: weisen. Hier ist get wöhnüdi ein eigener Dlngvogt thätig, d^r aber mtl den landeshenikhen Vogt nichts gemein hat. Dieser ist es der deal Gej^chtsbaan hatte, die Busseia erhob und t&t die Voll^ streiekung des Urtheils sorgte. Sdche Ämter sind meißteüs Mitgliedem der Ritterschaft gegieb^a, und es sdkeint dasis sie wenigstens mitunter lehnweise fibertragen wurden, wb dann emzehie und ganze Familien sich nftck den verliehe- nen Burgen, von Segeberg, Von Kiel, ve« Travemtindeu*»«^. naiinten.
Di6 Rittersdiaft behauptet fortWähr^d eide sehr ibe^ deutende SteOang. An der Stelle der alten Geschlechter, die es mit den Dänen gehidten hatten und naeh dem FaU von Waidemars Herrschaft itte alten^ÄJllter uttd WürdM
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verloren 9 sind andere emporgekomm^. Die Namen der Familien setBten sich in dieser Zeit fest; wenn sie aixcli bei verschiedenen Zweigen immer noch manchen Wechsela un«< terlageii. Mehrere jet2t noch blühende ß^chl^hter wer- den zuerst in dmn Beginn des 13ten Jahrhunderts genannt; nach den Grote (im J. 1189) die Brockdorf (im J. 1230)^ von der Wisch (im J. 1220), RevesEtlow (im J. 1223)^ Rantsau (im J. 1226), Qualen (im J. 1226), Buchwald (im J. 1236), Rumohr (im J. 1245). Daneben finden sich, ausser den oben genannten älter^i Familien, die Beienfleth, IQiren, Rixtorf, Rönnow und andere. Ein Theil d^selben ist in Dienstverhältnisse zu den Grafen getreten, die eben aus solchen Familien die Hofämter des Truchsessen Schenken und Marschalls beselzten, neben denen initunt^ auch ein Kämmerer vorkommt.
Der Truchsess (dapifer) nahm unter den Hofbeamten den ersten Platz ein, wie die Overbodeh (praefecti) unter den dffenffichen Beamten der beiden Grafschaften vöranjständen. Beide Stellen waren nicht unvei^einbar mit euiander, wie das Beispiel des Hartwich zeigt, der erst (sdt d. J. 1247) die Würde des Truchsessen bekleidete und dann (um d. J. 1255) seinem Vater Gotschalk in dem Amt des Overbo- den von Ifolstein folgte, ohne jene Stellung aufzugeben, in der er «uch dann beharrte als ihm Gotschalk von Far- kentin, aus einer lauenburgischen Familie, dort zum Nach- folger gegeben war (um d. J. 1261). Als Truchsess folgte (seit d. J. 1271) sein Bruder Marquard, der zugleich die Vogtei zu Segeberg hatte und sich auch nach iUesem Schlosse nannte. — In Stormam war das 13te Jahrhundert hindurch eine Famifie im Besitz des Overbodenamtes, die eben da^
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her den Namen Storniere (Slonnarhis) erkaHeii hal^ yiet- leidrt dieeielbe w^he sonst de WOen heisst.
Alle übrigen FamiKen überragte an Ansehn nnd Reich- thnm die der Herrn von Bannstede. Ein Mtglied des Hauses Heinrich stiftete das Kloster Ütersen, während seih Bruder Lambert (seit d. J. 1229) den BischofetuU von Ratzdnurg kme hatte. Die Söhne des ersten, Heinrich «id Otto, verzichteten in einer merkwürdigen Urkunde auf ih-' reo Adel und ikre Freiheit und leisteten dem Erzbisohöf von Bremen den Eid als Ministerialen seiner Kirche (im J. 1257) Juni 7); dafür erhielten sie die Haseldorfer Marsch zii Lehen. Alsbald aber kam, nach des altem Bruders Ermordung, Otto in heftige Fehde mit den holsteinschen Grafen und der Stadt Hamburg (im J. 1259), in welcher Ha-- ^Idorf erobert und zugleich mit den holsteinschen Lehen nur gegen harte Bedingungen zurückgegeben wurde: Otto versprach den Grafen als YasaH zu dienen, im Lande keuie Burg zu bauen , ihnen dasselbe offen zu halten und, wenn er dem Brzbischof gegen sie folgen müsse, es sogar vorher zu übergeben. Eine zweite Fehde, 25 Jahre später geführt (im J. 1282), endete nicht glücklicher für die Barmstede, welche damals freilich für 5000 Hark ihr Land wieder erhiel- ten, dasselbe aber bald dem bremer Erzbischof zurückge- geben haben müssen. Auch ist dann dies Geschlecht er- loschen. — Jener Landstrich, der durch den ersten Frie- den den Grafeh fast gesichert erschien, üt' dann doch noch längere Zeit den Erzbischöfen verblieben.
Die Güter der Ritterschaft in dem Gebiete der Grafen waren jetzt zum grossen Theil Lehen, sei es dass sie von denselben verliehen oder ihnen aufgetragen waren; jene
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besiMiders in Wagneii hSufig er. Doch hat es immw noch Eigengüter gegeben. Sdion jetat besnai^B die Biller aiei- stens die Geriohtsbwk^t über die Angesessenen ihrer Lande. Man unterschied die niedere oder höhere; aneh die letate oder das Gericht über Hals und Hand war ihnen meistüM^** tragen. Sie wurde aber stets als ein Ausfloss des gftf- Bdien Re<)fales, nicht als ein Zubehör des Grwid und Bo-^ dens betrachtet. Wo das Gut ^«n war, wurde das Ge- rieht als Lehn bdiandelt. Nur den geistlichen StiAeiii (ist es regelmässig als Eigenthiun verliehen wtorden.
Die Lehnsbesitqer waren .mit den gewöhnlichen Pflich- ten dem Lehnsherrn, verbunden: vor allem mqasten sie Heeresfolge leisten; üb^ die Lefangüter konnten sie nur mit des Grafen Zustimmung verfügen.
. Ai|f allem /Grundbfisitz aber hafteten gew;isse öQeiiUiphe Pflichten. Zunächst der Kriegsdienst. Man. unteyrschied in dieser Besiehung die Heer&thrt (expeditio) u^bd d/Kt Land- wehr (generfdjs defensio terrae). Die letste. trat, ein^ Venn ein Ceyidlicher Einbll das Land betraf', und , dann gab es IfeJae Exemtion, als für die Bürger einx^elner Städte, nsr* menHich Hamburgs, welche dafür auf die Vertheidigung ihrer Mauern angewiesen waren; die Heefffahnt dagegen (ähnlich wird auch /herschiit- und ^herpant' gebraucht) fand statt auf das Aufgebot des Grafen hin, und mich Sie konnte eine allgemeine des Volkes sein (generalis omnium Qolsatorum expeditip, im J. 1226), doch iuit zaUreichen Ausnahmen zu Gunsten besonders der Hintersassen geistr- lichei: Stifter. Pie Verpflichtung ruhte wie in den ädte- sten deutschen Verhältnissen auf dem Grundbesitz, doch so dass nicht blos die freien Eigentümer, sondern alle
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uOimiJkAm B0Wiiti»T dMSiUH^n^ wanigateii« Mktieat UmU wehr.; ^nstfflmküfi wai^it« — Eär die ViDitbeidigiing des Landes wirdO' auch daa sogMunnta, fiitrgwrerk gefordert; d. k* Mheitm smm Bau wd Mr Srhaiti^g der Birgen und festen Piatee up Lande, «Sa. Wird, zn dan DieniB^n gerechnet w€{l<she der Graf sich Tejgelmftsng bei allen 'freien Gdte^' vorbehielt^ dQcb Hnden sich hei Verlei- buqgen an geifAUdie. Stifter nicht sdtene Beia|iiele dass ea erlassen wurde. — Weniger. hjBi«Ag wird das entspre^ chende Bmcwerc gepafint> Dienste sswr EriiidUiitg der Bpü«» cken, -^ Diese^en Leiskimgen wurdeniaueh in anderen deutsq^A Landen und ebei^o im angelsftohaiachen Reich als allen obliegend,. getrachtet;-- Auaser4eiB besftwd dieVerr pflichtung in einer gewissen Reihenfolge Saunutese (so^. marii) fttr den Dienst des Grafen zu stelkn. Auch JRph^ ren werden schon frühzeitig emrähnt Den: JQOsAera uikA wabrscbeipUcb auch ai|c|em grossem Gnmdbesitvwn sand4e der Graf Pferde und Hunde zur Unterbaltwgr gab daaoa aber auch wieder Privilegien wialche.. davon befreiAen. ..
Die holsteinschen Grafen haben ausserdem eine allge- meine Abgabe erhoben , welche regelmässig als Grafen- schatn (gr^venficat] bezeichnet wird. Sie ruhte auf dem Grund und Boden und wird ebenfalls zu den Beitrfiigen gerechnet wßlcbe bei allen freien Gotern vorbehalten blie- ben; .nur dasß auch sie geistlichen Stiftern hl^g erlassen wurde; ^de^i litfiecker Bisthum freilich erst nach langen Streitigkeiten. Der Ursprung und der Betrag dieser Sleüer liegen. noqfa i^ Dupkebi. Der Nfime 'Königsalns'; der sich ^igerOri^n findet wQi:4e^ wenn.er gleichbedeutend wäre^ 4ar.auf hmweis^^ daas der Grtf ehei^ als Stellverlreter des
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Reidisoberfaaupts zu dieser Erhelraa{^ b«^di%t irnr. & spricht einiges dafür dass sie nicht reg^ftssag' die Jahr; sondern bei bestimmten Gelegenhetten, nameiMlieb fftr den Fall eines Krieges; erhoben ward: nilui nimmt dararf RttclEsioht ob sie wie Landwehr und BurgweA von clem ganzen Lande zu leisten war. Der HoDänderschatZ; den die eingewanderten Colonisten zahlten, war TieOeicht nur ekle besondere Anwendung der allgemeinen Verpflichtung, aber mit etwas verschiedenen Ansätzen. Er heisst auch wohl geradezu HoDändergrafenschatz (Hdlendergrevenscat). Doch ist hier eine jfthrtiche Erhebung festgesetzt gewe«- sen. — Versehieden sind ändere ausserordentlidie Beden, freiwillige mid gezwungene (exactio violenta et precaria, im J. 1257 und IT), welche hier wie anderer Orten den Grafen spttter gezahlt worden sind. Dahin gehören denn auch die bedeutenden Hülfen welche sie von Hamburg empfin- gen. Die Geschichte dieser Steuerverhttltnisse bedarf aber Überall weiterer Aufklärung.
Zehnten wurden den Bischöfe gezahlt , und von die- sen nicht selten den värsehiedenen Klöstern Überlassen, aber auch zu Lehn ausgethan, in manchen Fällen gerade an die Grafen scflbst, die hierdurch dann eine neue Quelle des Einkommens gewannen. Es scheint dass eine Dorf- schaft ihre Zehnten wohl in der Weise entrichtete dass sie einen bestimmten Theil des Dorffeldes mit seinem Er-' trag der Kirche überwies , was einer Ablösung zu ver-' gleichen ist.
Einen bedeutenden Ertrag gewährten ohne ^weifdi die Zölle, die sich wenigstens seit dem 12ten Jahrhundert in den Händen der Grafen befanden, und bei der Lage des
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Landes und dem lebhaften Hand^sverkehr eine groMe Wichtigkeit erlangen mussten. Die Grafen halten sich zn Bambnrg den Zoll voii^halten, ausserdem waren Zollstät- len 211 Oldestoe und Plön, später zu Rendsburg. Lübeck Hamburg und anderen ^dten die mH ihnen in Verkehr standen ward Zollfreiheit im Lande reriiehen, »erst durch kmserfiche Privilegien, dann audh durch besondere Uikun« den d^ Grafen. Doch hinderten sie nidit, dass Ae Lü- becker längere Ze^ zu Oldesloe eine Abgabe enirichlen nnissteil, die ihnen freilich auch erlassen ist (im J. 1247), aber später Ebenso wie ein Zoll zn Hamburg Gegenstand eines neuen Streites ward, der enditeb mit der vdBigen Zollfreiheit der Stadt endete (im J. 1302). Dem eigent- lichen ZcfU wurde das sogeminnte Ungeid, eine Abgabe wie es «scheint besonders von Korn, regelmäsMg gleich- ^gestellt.
ÄfanfHcher Art ist auch das Geteüe (Mnduetus), eine ZaUung ftt die Segleitung der Kaufleute auf der Slrasae ven Hamburg nach Lübeck. Freies Geleit wurde hier lAer auch von den Grafen ein für alle mal den Kaufleuten vom Römische R^ch (im* j. l2S3), ebenso den Bewohnern Wis- bys und <Si9th]aiids im gai^n Umfang ihrer Lande (im. J. 1255), und änderte in bestimn^eti Fällen gegd^n, wo dun )«^e Zahläng WeggfefaHew ist:
Das Mbnzrecbt iftten die Gilif<^n in der Stadi H«iM)UPg^ )mt welcher sie verschiedene Verträge darüber «cUossen ükid der die Mtinze später gaiiz v^*pachtel ward^ mit- der Bestimmung dass nirgends anders gemünzt werden sdHta äW hier (im J. 1298). Doch bezog dies sieh öfil^ba^ na# auf die eiile LMe des Hauses vmä kmnte einen Grafen l 8
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a«0i andwm* Unie nidil abhatten, aaiiier Stadt Kiel dai Muiifereclrt ^« v^leiben.
fierfDseine Süikitafte ¥ers6biedßiiiear Art 9iQtte* Uer aid^l beritidAsichligt w^den. AUe koimten «ie «(»ßBK^ wie itte GeriobtsgeräHe yerlehnt oder v^Sini^ mn, DerRfoch- tbuin mid die Naci^ der Grafen riikte doch tmn.gröaMra Theil auf den» GrundMwIz im sie in Hunden l»Mtell^ nnd 4er trotz «Her Stcheoknngen und Verieikungen imvMf m be«* deutendi» gciwes^n mtt mUM. Es finden mft jSfmren daas diese Domainen in idterer Zeit als :ein Gmn^ßbe^ des lindes» des Graf^ und des Volks, betraetoet wnrden, wie es namentlicb aincb im angelsächsischen Sti^ate dßr Fall wnr; eine Scbnnknng wird gemacht von dem Grälen nnd allen Holsten. Dech bat jener später die unb^e^lrittena Verfü'* gnng .üb$ar.all0s was bi^rbi^ gehört. Dass besonders die Eroberung Wagriens den Umfang dieser Besitzungen yßX'^ mehrtß; ist vorher spbon bemerkt worden. An^ser ange- bauten Hufen nnd zabhr^chen Mahlen amd es anich ^nm^ WddungeUy die Salinen zu Oldesloe; d^ Kalkberg bni ßßr geberg; die als landasherrüche Güter ^rsoheinw-
Sie Getrnlt der Grafm bat mh in Holptniii ivie in at^ len. deutsehen Taititorien bis sam 13len Mrtiwdert al^ aMgebildet 4ass sie tnit |l^t ab! :djhe Lai^49slrafT6i^.J^r zeichnet werden konnten. Obfichiom sie nlQht. ^ d^n Fi^r« sten dies IM^ gthitaftQu, ig^QPPen m ^!^ m Uaii^ ^e- aenüitih alle die Rechte. nv^khe friedlich ü. frijijißfpi^ ieji Fürstön als hergebracht bei^tMigtp^* Qua. beh^ltbhAngigfr kdt van >dem sftahMs^hen Herzof , wurmte atterdingyn mfiei^ knnnty do4h lieigte me «ich fiist nur in em^pli^ßn ^ei^äti* gungen^ welcheijenei deaSohenkimgon der Qraf^aan.g^-
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Ikihe Stifter hteuftgten ^J. 1^80. 12%. 1838); der Her^ zog Albreckt fihrt auAsr^dem den TUel ^Herr i^en N«rd- ftüiingieii' (dominus Norda&ingiae], wie einst der Sdnig Wel- deMor; und Graf Adolf, der sieh einmal (Sraf ron Noirdal- bingfen schreibt (im J. Ii98\ bekennt, dass er von jßnen sela Land btsilse (de quo terram tenemus). Doch bat w^ t^ seMen Nacl^olg^H beides ein Ende geneMMien. Vo* einer Heeresfolge ingemäss obliegender Lehne^chten hat «ich bisher kerne Spur gefunden. -^ in einsehien Fällen nakmen die hobleinschen Grafen an allgeaieinen Vearaanm^ lungen der aichsischfen forsten tkeil wdehe am hohen Saum bei Quedlinburg ^ehaften wurden ; doch handelte eß sich, wo davon ertilhlt wM (im J. IWi und Ise^^Mcht von einer genchtliciien oder atgei^ekien berathmden Ver^ Sammlung, sondern von bestenmten polHisefaen Verhandf«- lungen. Jenen sekMien die Holslen fremd gi^eben za sbiiL Im. Lande ww der 6raf an eine keBtiomte Mitwirkung des Volks oder besfimmter Stande jetsi fast wenigem ate aonst. gebnndetaL D^r alten Gauversammiui^en, die *eist auf gerichtliche VerhaiiAuiig^ besdurilnkl wii^en,. wbrd in <len erhaltenen jOuelldi nur seiMi gedadÄJ So vidi eirfadk dass sie für HoI^Mh fk»ttlier bei Lodsl^dt («iiiter AdölT E fltnd Albrdcht ¥0» OrlamMdd) und Kdlnigkus^R ((MMiagU htweii, im J. 193:1)^ später aber in der^^Ahe von Hbhmm^ed^ KU Wipdfbid (im 9. IS48) und'^n eifierSteille die Jandekeii^ beiig((JHi J. 1319)! später auch der iaifr^e- Balken hiesig ffeUkm wurden.' Ein «[odtüig' fiür 'Wiagi'i^ni Wat4 auS deih Megedebergetei Plön gehalten; Späteif wepd^tt'Mdehe aber auch zUNeanningterimdBIraiasli^ Zu/Boraböved,
dem Sitz dericntten Oväitodeti des Landes und sj^älmf dem
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VeMamiDlaiigsort der hoUrtein^hw Sünde, kaben aveh jetst schon (im J. 1361) Zvsaniineiikfuifte der Gk^feii mid Rttt^ staügefundes. — Manche wichtige Bntscheidnngfen wurden gexma andi in dieser Zeit auf solchen allgemdnen VennuMn« Inngen mit dem Beirath der Mannen gefasst; doch hat.sich Uer alles erst später näher ausgelädet. -^ j^selae Bit- tor ersehdnm als Alteste des Landes (seniores terrae) fort- während ndien den Grafen thätig.
Auf die spätere Gestaltung der Dinge war es von ei^ nen gewissen Einluss, dass die Bfttersduift anfing sidi in iiesondere Einigungeil zusanmi^azttlhiui, deren Zweck ohne Zweifel darauf hinging ftre Bechte auch den Grafen ge- genibar zu vertreten. . Das erste Beispiel das bekannt wkd ist aus dem Ende des 13tea Jahrhunderts (d. J. 1285), wo die geschwonten Bitter uad Knappen von Holstein eine Bidgmossenschaft mit den Städten Hamburg und Lttbeck sowie 4em Erxhischof von Bremen geschlossen hab^i, die nicht geradezu . feindl|idhi gegen die Grafen gerichtet war, itaek der ,es aber in ikrem freien WiH^n stehen sollte ob aiei diesen Heieresfolge leist#ten oder nidit. Dabei £ehlte es mcht an FehdM,.mit einz^en. Bittern, den Buchwdd (12S6)^/Barmstede and .andem; ^wiederkott^^ worden mehrere 4eriteUkii aus dem Lande venviesen.» Aia ein Zug-ge^en die Dfimarscken ;(im J. 1289) mit emer schlmplidhen Plucht ««digte, ynmim mehrere «ng^sehMd Mäniiel; besehüdigt dies veraiiaast M. haken und kästen dfifar mi^ Verbaimmg. Am Beginn, des folgenden Jakrhuüdects kam es zu einem gemeinsamen feindljchen Auftreten der Bitier> was aber Mr in anderem Zusammertmg betrachtet, wenden kam. .: Auf (jiese Hallung der Bitterschaft hatte es ohne ZweiM^
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fei einen bedeutenden Einflnss, dass der t]!)ergang der gräf« Kühen Würde in eüie landesherriiche Gewalt auch in Hol- stein erst zu einer gemeinsckaffliclien Regierung mehrerer Brüd^^ dann zu einer üieilung des Landes Anhiss gab.
Graf Adülf IV. war für lahge Zeit der letzte seines 6e- sehlechte» der allein die Herrschaft führte. Um das in der Bornhdveder Sdilacht g^istete Gelübde ^ü eifüBen, trat er ins Kloster, als die Söhne, Johann Gerhard und Ludolf, noch minderjährig waren (im J. 1299/ August 13). Ihr Oheim BmnO; ein^ der begabtesten und tüchtigsten Män- ner jener Zeil) war damab^ Domprobst von Lübeck Ham- burg und Magdd)urg, wurde aber einige Jahre nachher (im J. 1346 — 47) zum Bischof von (Xmütz häufen, wo er namentlich später eine auch für die allgemeinen Verhält- nisse I^eutschlands einflussreiche Thätigkeit entfaltet hat. Bin anderer Bruder Adolfs IV.; Konrad, war vorher ge- storben.
Von den drei Brüdern wurde Ludolf dem geistlichen Stande bestimmt, die beiden and^n aber als Nachfolger des Vaters anerkannt, für die während der Minderjährig- heit ihr Sdiilrager H)erzog Abd Von Jütland die Vor- mundsciiaft übernahm. Er bat nicht Mos damals, sondern auch nach dem Ende derselben (im J. 1241], seinen Nef- fen treulich beigeständen gegen die Angriffe des eigenen Bruders Brich, der doch noch einmal die Häne des Vaters auf das nordalbingische Land aufnahm. Ein erster Streit ward friecHich vermittelt (im J. 1242]; als der König aber, unterstützt von den mecklenburgischen Fürsten, die Feind- seligkeiten ernsüich begann, kehrten eben die jungen Gra- fen von einem zweijährigen AufeAthalt in Paris in die Hei*
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math sorüek (in J. 1-246^ Octeber), and nun iAertrug ihnen Lübeck die SchirniYOgt^i (im J. 1247, Fekr.);' und zum ersteh Mal standen Lübeck Holstein und dier zu Sckleswig residie- rende Herzog verbunden dem dünisoben König gegaiiber. Damals zerstörte Lübeck das eben aufblühende Kopenhagen; die Siadt und die Gtafen behaupteten ihve Uii«bh«iigi^eit) lad diese fühlton sich stark gettug um ^um AngriS auf Rendsburg zu schreiten (im J. 12&0), welches auth naeh der Bomböfveder ScUacht und d^m Friede» Adolfenmit Dan nemark (im J. 1229) ^ gegen die frtikem Vertrüge; in den Händen der Dünen geblieben war» md das üMäln mq Dilfr marscke QeiBrich Emellborp mft Glück, verikefdigie. Als eben Erich auszog um den Ang>riff akzuwehröi,' Wurdie er erschlagen. Abel aber^ der jetzt den düoischeu Thron bestieg, einigte sich fmedüdh mit dm Holsten (im J. 1252): ein Schiedsgericht von zwölf guten Münnern, die Blüfte aui dem Herzogthum, die Hälfte aus Holstein, sollte die Bnlh Scheidung: geben, und sie sagten als Recht dass es Hol- i^ein zugehörte. Der Ausspruch hat unangefochtea Gei^ tung gehabt, bis die Verblendung der letzten Jahre auch hier die Zeugnisse der Ges0hichte umzudeuAm versuchte: Die Feste wurde dann dem Markgrafen von Brandenburg Otto, dem Schwiegersohn des Grafen lokann, veipfiindet, der sie eine Reihe von Jahren behielt (bis zum J. 1264)« Die Brandwburger versuchten auch sonsl ihren Ein'* fluss bis in das nordalbingische Gebiet zu erfilr^ecken. In den Zeiten da das Geschlecht der Staufer von seiner Höhe herabsank und durch, pübstliohen. Einfluss freSioh schwache Gegenkömge aufgestellt wurden, hielt Lübeck, in Dankbarkeit für die ertheUte Reichsfreiheit, wie andere
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Stttdfe, zu Priedrieh H. tfiid seinem Sobti Klonrad IV. Die hobleinsc&eA Ghr&fen, ihre Sdiirmherren^ dagegen yerliessen die ParHiei ihres Vaters: als Wiliielin von Holland tn Neuss von wenigen Fürsten erwätß wurde, war Graf Johann ge- genwärtig und empfing ans den* Händen des selbst eben mm Mtter erh«)benen K<^nigs d^en feieritehen Ritterschlag (im J. 1247). Dies hinderte aber nicht, dass derselbe K§nig wenig später (im J. IS82) die Sladt Lttbeek den Mirkgrafen von Brandenburg naeh L^hnreeht Abertrug, so dass sie ihnen, so weit die kllic^Üche GericMsbarkeit reichte, unteithan sein sellle. Doch liesd- die StadI sich Wieder hieiNlupch, noch durch- ptthsifibhe Excemmunication, noch durch die Angriffs der iknaidenburger, zur Anerkennung eines Acts bewegen wdeher den frftheren Privilegien wi^ dersprttch, und sie setzte es <Aoi^h, dass ihre alten Frei- heiten anerkannt und gewährleistet wurden (ün J. 1254). Mt den hofctetnsiAen firafen ist in dieser Zeit-das Schotz- veriiältttlss nur enger geschlossen, und hat auch mehrere Jnhre nngestörl fortgedauert.
Ein Bruch zwischen den- Grafen und der Stadt wurde herbeigeMirt, ab Graf Johann bei einem Turnier zu Lü- beck einen von ihm vertrielHsnen Ritter, der ihm naeh- stellte, g^altttiätig erschlug, und dias Volk dmuber ergrimmt den Grafen verfolgte^ der Ruth aber ihn in Gefengensdiaft mihm. Johann, durch einen litibnen Sprung und die Hülfe seiner Genosseli befireiV, rüstete zum Angriff auf die Stadt, wdohe jetzt den Herzog vonBrMnschweig'ZOiihrem^or- mwid* erkor, der mit beifeuiender Marnischirfl^ in' das^ Land kam und sofort aueh bei ^em Theil der Hobten, die ihres Gits^ v6n den Grafen bemüht waren, Unterstützung
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fand. Plön und Oldenburg wurden eingenommeni Kiel je« doch vergeblich belagert. Auf holsteinscher Seile standen die brandenburger Markgrafen^ und mit äirem,:Zathttn kam zu Salzwedel ein Abkommen zu Stande (im J; 1262). Frei- lich hinderte es nichts dass Graf Gerhard nach Johanns Tode noch eine Klage gegen Lübeck vor dem päbstlichen Legaten erhob ^ die zu weitlftufüjgen Verhandlungen,, aber zu keinem weitern Erfolg führte. Die Verbindung Lübeds mit den holsteinschen Grafen blieb gelöst| und in der Folge sind sie sich längere Zeit hindurch fast nur fein<yich ent- gegengetreten, indem Lübeck meist den Widersachern Aßv Grafen, den Ditmarschen, den unzufriedeiien Ritlern und andern Fürsten die Hand bot; und erst q^ter hat das ge- meinsame Interesse auch diese beiden mächtigsten Glieder des nordalbingischen Landes wieder näher zu^amm^i- gefiährt.
Graf Johann von Holstein ist in kräftigen Jahren kurz nach der Salzwedeier Abkunft gestorben (im J. 1233, April 20). In allen öffentlichen Verhältnissen sind bis Mm die Grafen gemeinsam aufgetreten: ihre Urkunden sind selbst dann in beider Namen verfasst, w^m wahrscheinlich nur einer von ihnen anwesend war; blos in Schauenbuüger An- gdegenheiten hat Gerhard einige Male für sich gehandelt Eine Theihing fand also zwischen den Brüdern nicht statt; aber sie ist vorbereitet durch die Doppelherrschaft und durch 4ie regdmässig d^mit verbundene Ver4heilmig der Einkünfte unter die mehreren Regenten. Es geschieht auch wohl, dass bei einer solchen Mutschirung die Biü- nahmen eines jeden auf bestimmte Landestheiie a)Qigewie- sen werden, und eine Spur davon findet sieh kiurz nach
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dem Tode Johanns, wo (im J. 1266) Gerhard drei Viertel des Landes Stormarn als sich angehörig bezeichnet. Zu einer förmlichen Theflung ist man aber auch damals nicht geschritten. Johanns Söhne, Adolf (V.) und Johann (II.) — ein dritter Albrecht ist in den geistlicben Stand getreten — waren minderjährig, und Gerhard führte für sie die Re- gierang. Als sie aber herangewachsen wmren, ist es wirk- lich zxk einer Theilung gekommen (um d. J. 1273).
Der a%emeifie Gang der Entwid^elu^g hat in den deut- schen Fürstentbümem und Grafschaften au dieser BiUang besMderer Herrschaften fiir die einxetaien MitgUeder' der fttrsiUchen und gräflichen Familien gefiihrt. Jede Erinne*- rung M die ursprüngliche Bedeutung ihrer Stellung als Beamte des Reichs ist damit v^sehwunden: das Land das ne yerwalten sollte erscheint nun als ihr Lehn, über das sie fast nicht minder frei wie über Eigengut (AUode) m v^ttgen haben: äe nennen es geradem ihr Eigenthnm (dominium). Wen^j^n GesohlechteTn igt es gelungen, das Gebiet mner alten Grafschaft so vollständig als T^ritorium zu behalten, wie es hier geschehen ist, wo weder andere wellliche Gewalten nodi geistiiche Stifter zur Unabhängig- keit gelangten. Wenn gerade hierdurch die Schäuenburger Grafen. zu einer Macht gekommen sind, die ihre siaalSr rechtliehe Stelhmg tds Aftervasallen der Sachsen -Lauen* burger Herzoge weit übertraf , so tbutea sie defsdben allMHlings Abbruch, als sie nun die Trennung in ver<* scjiiedene Herrschaften vornahmen.
Erst neuere Untersuchungen haben über die holstein- sehen Landestheflungen h^eres licht verbreitet. Weleher Grundsatz dabei aber im allgemeinen obwaltete, ist doch
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nicht ganz klar ; mir dass man die Einkünfte mebr als den Umfang* ies Gebiets zn Grunde legte wakrscheiidicl^; viel- leicbt wnrde auch hier wie anderswo daranf Rücksicht genommen, dass jede Linie einen Theil der drei Landsclmf- ten, aus denen ihr Besitethum bestand, erhielt: dies würde wenigstens erklären dass meistens keineswegs zusammen^ hängende Gebiete entelaHden sind. Graf Geriiard bekam, ausser dem Stamndatttfe an der Weser, von Holstein den we^iohen Theil bis zur Stdr der obem EiAet und dem West^see mit Itzehoe und Rendsburg, dazu die WiTster« marsch, von Stormarn den mittlem SMch um die Huiau und Afeter, dann Oldesloe und das benadibarle wagri- sehe Lmd bis Neustadt, endlich den nonfösifichen Theü Wagriens mit Plön Ltttjenburg Oldenbni^ u. s. w. Die Söhne Johanns dagegen eriiielteil einen zieoriieh zusam- menbängenden Landstrich, der sich von der Hbe in der Kremper Marsch bis an die Ostoee bei iDel qwi^r dmrdi das Land zog und holsteiiische stormarttsdie und wagrisehe Kirchspiele nmfiisste: Kiel Segeberg Nenmünster Born-- höved ElmAom und Krempe waren die wichtigsten Orte. Dazu kam der sttdöstiiche Theü Stormams an der Büte und ein kleiner Theil Wagriens nördlich von Neustadt. Wenigstens Atm Gebiete nach ersoheiiit Gerhard als be- vorragt-, und die Bedeutung seiner Herrsohaft trat noch mehr hervor, da Adolf V. und Johann ü. unter sich auft neue theilten, so dass jener Segeberg mit Zubehör, Bums- hörn und den Strich an der Bflie, Johann aber das itimge Land mit dem Hauptort Kiel empfing. Schon ihr Vater pflegte hier in Kiel zu residiren, während Gerhard sich meist in Hamburg und Itzehoe aufliieit, und vmi den bei*-
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den netten Grafen wurden jetzt Kiel und Segeberg zu den Hauptburgen und Mittelpunkten ihrer Besilziuigen gemaeM: darnach werden auch ihre Eifiien passend als Keler und Segeberger bezeidmet.
Reichlich 20^ Jahre später giA der Tod 6hraf Gerhard I. (im J. 1290^ Decemb. 21) au einer weiteren Theaung' An- lass. Von semer zahfareichen Nachkonmensohaft sind ihm drei Söhne in der Regierung gefolgt^ Gerhard (U) Hein*- rieh ([.) und Adolf. Anfangs im gemeinscbaMiehen Besitz des väteriiehen Erbes, schritten sie bald (in di J. l%9i^ lEST) tn einer neuen Auseiiianderaetzung«, bei welcher Adolf dsf^ Sehauenburg er Gebiet und einige zerstreute Landstriche nfrdlich 4er Blbe enifftag, Gerhard und Hdnrich aber das Übrige holsteinsche Land also theflten, dass jenem besondiers die wagrischen Besitzungen, diesem ab^ das westliehe eigeidlibbe Holslenbmd und einige an«- dere Güter zu Theil wurdisn. Austaasehe und nihere Au»- einaftderi^etsrungten fondeii mdmnals statt (besonders im J. 1304). Iteinrichs und seiner Nachkommen Hauptsitz war Rendsburg, wihrend Gerhard ff. sich zmneist in Pbhi anf^ gehatten zu haben scheint: diese Linien werdeii äls^Rends-» burgier und Höiier ontersdbieden.
Es waren dbrZwdge des Fegierenden Hauses jetzt Tier im Lande, zwei, von jedem Staisme^ zu denen dann die Schäuenburget^ Linie als fünfte hinzukomihl« Die Zahl ist spöter zeitweise noch venhehrt wocden, imnn fßeißh die jängern Söhne meist mit geistliehen Stetten abgefunden wurdeiL Att^h hat e» im Lauf der Zeit an wdtei^em Wedi^ sei des Besitzes nicht gefohlt. Streitigkeiten zwischen den verschiedenen Gtiedem dss Hauses und andere Naehtheile,
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die sich in ähnlichen Fällen aüeseit einsleUen, sind auch hier nicht ausgeblieben.
Für die weiteren Verhältnisse des Landes sind aber diese Theilungen auch dadurch wichtig geworden^ dass sich die spätere Gestaltung der Ämter zunächst hieraus hervorgebildet hat. Wie jetzt die einzebien Kirchspiele verbanden und zusammen unter die Hauptschldsser gelegt wurden, so blieben sie später in vielen Fällen vereinigt. H^en die Vögte der einzelnen Schldsser übten nun in die- sen Districten die landesherrlichen Rechte, Idteten die Gerichtsbarkeit, erhoben die Einnahmen: gerade ne sind die Vorgänger der Amtmänner, und ihre Districte, welche jetzt wohl ^Herrschaften' hiessen, die Ämter selbst:
Wenn aber diese jetzt, eben in Bezi^ting auf die ge- wöhnlichen Gerichts- und Steuerverhältnisse, der Landes- hoheit der einzelnen Grafen unterlagen, so wurde damit doch die staatsrechtliche Einheit des Landes und seiner ver- schiedenen Grafschaften keineswegs beseitigt. Wahrschein- lich dauerten die Gaugerichte derselben fort, während sich zugleieh eine allgemeine Versammlung bildete. Die alte Unterscheidung Holsteins imd Stormärns behielt noch im- mer ihre Bedeutung; die Würde derOverboden Uieb noch längere Zeit, wenn auch mit geringerem Ansehn als frü- her, bestehen. Gewöhnli<^ werden in dem Titel der Gra- fen beide Grafschaften genannt, bis zur Mitte des ISten Jahrhunderts auch Wagrien daneben. Später ward dies zu Holstein gerechnet. Dann galten nhm auch die drei Land- schaften als ein Ganzes, für welches mitunter der Name Holstein im weiteren Sinne gebraucht worden ist.
In Beziehung auf die allgemeinen Pflichten der Em-*
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wohner, namentlich die Landwehr, wird immer von der Leistung des ganzen Landes als einer Einheil gesprochen: sicherlich konnle nicht der eine Graf aHein das Aufgebot ergdien lassen. Wenn die Lehnrechte des Hauses nun auch den einzelnen Inhabern zustehen mochten, so hat doch die Räterschaft sich ofenbar nicht trennen lassen, sondern sie hat eben in diesen Theilungen einen Grund gefunden unter sich engere Verbindungen einzugehen, die sich stets luif den ganzen Umfang des Landes bezogen. In Fällen wo es sich um Streitigkeiten eines Klosters han^ delt, sehen wir Chrafen beider Linien gemeinsam auftreten. Sind ausserordentliche Beden bewilltgt worden, so geschah es ebenfalls wohl nur für alle Grafen zugleich auf einer allgemeraen Versammlung. Auch die Rechte auf Hamburg wurden doch, w^üi gldch die Einkaufte der Theilung un- terlagen, als gemeinsam angesehen.
Dass der einzdne Graf Abtretungen seines Landes an Ittdere Fürsten vornehmen konnte, nrass bezweifelt werden. Erwähnt witrd dass bei der Ehe von Gerhards I. Tochter liutgarde mit Herzog Johann von Lttiieburg (im J. 12§8) der Altenwerder und der südliche Theil des Finkenwerders ihr als MHgift veriieken wurden, die dann von HoliMiem a^ Ltiheliurg kamim. Doch geschah es vor der förmlicheR Thjeflung, als Gerhard diel Vormundschaft der Neffeii fithrtel A»ser4em £nden: sich die Verkäufe mehrerer Dörfer an Lübeck. Ähnliche Veränsserüngen an Hamburg konnte» nicht fils' eilte Sohmälerung des Gebietes angesehen werd^rn.
Eule andere grössere GeMr aber bHeb. Nach den allgiemeihen Grandsftföen des sächsischen Lehnreobts stand den Seitenveitwandten kern Recht auf <kis Erbe m, und
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wenn daher eine lime ausstarb , trat ftbr die Lehnshem die Möglichkeit ein den AntheS derselbeii einaofiehen und so dem Hause zu entfremden. Dem wurde dufch eiae Belehnung zur gesummten Ibnd vorgebeugt^ u«d es muss ab ein wichtiges Ereigniss angesehen werden dass die Grafen diese von dem Herzoge Johann von Sachsen-Lauen*- burg empfingen (im J. 1307). Ausdrueklich wurde damals die Befngniss auch zu .weiteren Theilungen ausgesprochen.
Mancherlei Kämpfe waren bis dahin bereits wieder von den eiuzehien £hrafen bestanden worden: weder an Thatkraft noch an Glück sind diese späteren Gesdilechter hinter den ersten Adolfen zurückgeblieben. Fast scheint es, dass dw beschränktere Wirkungskreis daheim die stär^ keren unter ihnen nur noch mehr zu kühnen Unterneh- mungen nach aussen reizte. Mit den eigenen Bfttem, den Ditmarschen^ den Lübeckern^ den wendiadien und deut*^ sehen Fürsten fehlte es nicht an Streitif^ten, cfie zum Thefl schon berührt wurden, zum Theil spfttcar, so weil sie für die allgemeinere Auffassung iü Betracht kMdmeiti berücksichtigt werden sollen.
Alle diese Verhältnisse aber ireten an historischer Be^ deutong weit zurück vor den BezieiMAgton zu iMn liörd« Uch benacthbarten Herzoglhum und dem dünisahen^ Reich. Mehrmals hat in der letzten Zeit Dcteemarfc eine Einwir- kung auf das nordsibiugisefae Land zu üben versnciit^ uaA zeitweise hat es sie. wirklich gdkabt. Früher war um^ gekehrt der deutsche ^Einfluss in Dänemark stark gewet- sen. Jetzt kehren Zeiten wieder die diesen ähnlich sind^ wo es aber nicht die deutschen Kaiser oder süohsisehen Herzoge, sondern zunächst die holsteinschen firafen^sind,
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welche neben den Städten üs Vertreter und Vorfechter des deutschen Einflusses im Norden erscheinen. Sie sind stark genug; um hier auf eigene Hand aufzutreten und Bedeu- tendes zu Yollbring^, Wenn «ue va« den Nachbarn Un- terstützung erhalten, so bleiben sie doch der eigentliche Mittelpunkt einer fintvrfckelung die dem deutschen Ele- ment eine bedeutende Ausdehnung gegen den Norden ge- währt. Von dem grössten Einfluss darauf ist aber die Bjlibng Am HerzogUmnis zu Schleswig und sme Steitung in der Mitte loschen Dä««ittarfc autd Holstein g^wmw.
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Zweites Capitel. Schleswigs Anfaoge.
Das Land von der Bider und Levensau gegen Norden, so verschieden seine Bevölkemngs- und Cnltnrverhaltnisse auch waren, stand seit dem Anfang des Uten Jahrhunderts vollständig unter der Herrschaft der dänischen Könige; auch tiberwog damals und in der nächsten Zeit in dem grösse- ren Theil das dänische Element. Desselben erwehrten sich vollständig nur die Mehrzahl der Friesen auf der Westsrite, im Stiden der Strich zwischen Schlei und Eider, wo indes- sen auf den königlichen Gütern, die hier in Folge der Abtretung der zum Theil noch unbebauten Mark zahlrei- cher waren, ebenfalls einzelne dänische Niederlassungen enistanden. Dagegen hatte die Stadt Schleswig schon eine bedeutende deutsche Bevölkerung.
Mit Ausnahme jenes Districts zwischen Schlei und Ei- der unterlag das ganze Land der allgemeinen Eintheilung des dänischen Reichs in Harden (hsret) und Syssel (syssel). Wenn jene als die ursprüngliche auf einer Theilung nach Hunderten beruhende Gliederung des Volkes erscheinen, so müssen diese dagegen als eine spätere administrative Ein- richtung angesehen werden, die sich aber wahrscheinlidi mitunter doch an ältere natürliche Unterscheidungen nacA Yölkerschaften anschloss. Diese Syssel entsprechen den
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denlsdMii Cknien. Der.gtbs&ere llieil Friedands war aber in diese iddil waü einbegriflen: nur die drei Geesthardea gehörten dazu. Die Martddande und Inseln standm da- gegen als UÜand von dem übrigen getrennt und kannten nur die Eintbeilung nach Ibrden^ die sich hier wohl an Altere Vnrhiltirisse angeschlossen, aber ihren besthiniten Charakter allerdings durdi die dänischen Könige, wenn auch nicht gerade, wie man angenommen hat^ dnrch jenen Harald Blaatand, den Zeitgenossen der Ottonen, empfan- gen haben mag.
Der Theilung des Landes musste sich die Bmsetinng kö- niglicher Sieihrertreter oder Beamten im Reiche anschüessen, welche hier wie bei den deutschen Stämmen hauplsftohlich Gerichlsbarteit und Militairgewdt in den Binden hatten. Doch scheint nicht iberaB neben der Harde audi das Sys- sei einen solchen Vorsteher gehabt zn haben. Dagegen ergab sich auch hier die Nothweadigkttl an der Cfarenie einen Befehlshaber anfzustdien, der mil gNtaserer Mackl als andere Beamte ausgerüstet war. Die Lage des dfthi«* sehen Reiches gab eben der Südgraize gegen Deutschland eine besondere Wichtigkeit Hier war in früheren Jahren das Danewirk zum Schutz des Landes gebaut und wurde auch nachher noch erneuert und yerstürkt, wie denn seine Überbleibsel selbst in der neusten Zeit bei ganz vertnder- ter Kriegsführung sich als brauchbar zur Stärkung einer Vertheidigungslinie erwiesen haben. Hethaby oder Schles-* wig, wie der alte Name bald wieder überwog, durdi sei- nen Handel und als Sitz des Bischofs angesehen, wahr« sdifiuilich früher zugleich die Residenz dgener Könige hi diesem Theü der Halbinsel, war ein Haiqitpunkt auch für I. 9
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«e VerthekUgiiiig^ des Landes^ Hatte fliese aiicii. mH dem Irvrarb def init benaokbarteii Ibrki an limitlelkarer Be-* deutvig värlot«!;^ immer miiMe 'dodidie'Sladt dör Site einest 'besonderen ktaigücieii StatttiaHiers bteiben; IKes^ liatte dann ohne Zweifel das nächste Sysael^ vküAidki aiidi mehrere unter «ch; auch dag Land zwisehtüScUei und Ekler Iionnte nur ihm üur YerwaWing uiid Vertheidiguilg nbergeben wAtdem,
^e Stettung «Kasies heileren Beamten erUek eine h^ sondere Wichtigkeit, seit im Uten Jahrhundert. die Angnflfe der damals noeh heidnisdben OatsieeslaTeh sidL gegen, diese Gegewten ergossen ohd ;bald auch, die Bezidimgen 2um dentsoheoL Reiche wieder lebhafler« und efn^ifcsider wur-» AeA. Da geaehah es dass königtiche Priuen zlielaer tsot^ eben Süaltfang geiictomen würden. . Ekt^ finäd' <Iem iHen Kgen